Weniger Eröffnungen: Drastische Einschnitte bei Vapiano

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Beim Systemitaliener Vapiano laufen die Geschäfte seit einiger Zeit nicht mehr so rund wie gewohnt (Tageskarte berichtete). Um das defizitäre Unternehmen wieder auf Vordermann zu bringen, krempelt der neue Vorstandsvorsitzende Cornelius Everke nun einiges um. Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine am Wochenende meldete, soll vor allem das Wachstumstempo gedrosselt werden. Die Geschwindigkeit der Neueröffnungen werde entscheidend verlangsamt, teilte Vapiano demnach mit. Nur noch in den Metropolen soll es künftig neue Restaurants geben. 

Auch die geplante Ausweitung der Mitnahme- und Lieferangebote steht nun auf dem Prüfstand. Außerhalb Europas würden zudem derzeit Alternativen geprüft. Vorbild sei der US-Markt, auf dem sieben Vapiano-Filialen kürzlich an einen Franchisepartner verkauft wurden. Ein Abbau der Arbeitsplätze stehe aber nicht im Fokus der Strategie, erfuhr die FAZ auf Anfrage von einer Unternehmenssprecherin. Es sei das vorrangige Ziel, Vapiano wieder profitabel zu machen. 

Um die künftige Strategie langfristig zu finanzieren und umzusetzen, befinde sich der Vorstand laut FAZ derzeit in Gesprächen mit den Banken. Nach dem enttäuschenden letzten Geschäftsjahr werde das Jahr 2019 nun dazu genutzt, die Komplexität des Geschäftsmodells deutlich zu reduzieren. Durch eine Verkleinerung der Speisekarte und der Optimierung der internen Abläufe soll zudem die Wartezeit der Gäste verkürzt werden. 

Cornelius Everke, CEO von Vapiano sagt: „Nach einem operativ sehr enttäuschenden Geschäftsjahr 2018 werden wir das Jahr 2019 nutzen, um einen strategischen Übergang zu schaffen und die Komplexität unseres Geschäftsmodells deutlich zu reduzieren. Unsere vorrangige Priorität ist es, die Profitabilität des Unternehmens zu steigern.“

Die Konsequenz sei eine Überprüfung des bestehenden Portfolios und die Einleitung von Maßnahmen zur Sicherstellung der nachhaltigen Profitabilität.
Zukünftig werde sich die Geschwindigkeit der Neueröffnungen entscheidend verlangsamen. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Auswahl attraktiver Standorte, die Vapiano prioritär nach intern definierten Renditekriterien auswählt und sich hierbei gleichzeitig auf die Märkte mit der höchsten Kapitalrendite konzentriert. In Europa werde der Fokus der „Corporate Restaurants“ und „Joint Venture Restaurants“ in Metropolen liegen. Für die Märkte außerhalb Europas werden, ähnlich wie die bereits in den USA eingeleiteten Maßnahmen, Alternativen geprüft. Die möglicherweise freiwerdenden Investitionsmittel würden verstärkt in das eigene Restaurantportfolio investiert, um hierbei insbesondere das Gästeerlebnis zu stärken, schreibt das Unternehmen.

Vapiano gibt das Ziel aus, die die Wartezeiten deutlich reduzieren zu wollen. Neben den in den Vorjahren eingeführten App- und Terminal-Lösungen müssten auch die Prozesse und Arbeitsabläufe innerhalb der Restaurants deutlich angepasst werden, um die Nutzung von digitalen Lösungen und den direkten Kontakt zum Gast zu vereinbaren. Weiterhin soll die IT-Landschaft weiter verbessert werden, um eine einwandfreie Nutzung der digitalen Lösungen zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang werde auch die Ausweitung der Take away- und Home delivery-Services genau geprüft und angepasst.

Im Bereich der Speisen soll soll sich Vapiano- wieder durch frische Gerichte der italienischen Küche im Fast Casual Dining-Konzept auszeichnen, mittels einer Anpassung der Menükarte und der Orientierung sollen die Vapiano-Klassiker wieder aufleben.

Auf Basis von noch ungeprüften Zahlen erwartet die Vapiano SE für das Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von rund 370 Millionen Euro, ein organisches Wachstum von minus 1 Prozent und ein bereinigtes EBITDA von rund 29 bis 31 Millionen Euro (darin enthalten ein Effekt in Höhe von 2,6 Millionen Euro für den unterzeichneten Verkauf des USA Geschäfts. Somit werde die am 27. November 2018 kommunizierte Prognose für das Geschäftsjahr 2018 (Umsatz: 375 bis 385 Millionen Euro, flächenbereinigtes Umsatzwachstum: -0,5  bis +0,5 Perozent, bereinigtes EBITDA: 34 bis 38 Millionen. Euro) nicht erreicht. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sei die nicht zufriedenstellende operative Entwicklung des vierten Quartals 2018 sowie die schwache Entwicklung einiger neu eröffneter Restaurants. Darüber hinaus teilt der Vorstand der Vapiano SE mit, dass auf Basis durchgeführter Impairment Tests Ergebnisbelastungen aus außerplanmäßigen Abschreibungen und weitere Risikovorsorgen in Höhe von rund 33 Mio. Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 zu erwarten sind, die sich in entsprechender Höhe auf das Nettoergebnis auswirken werden. Das Nettoergebnis wird deutlich unter dem Vorjahr liegen (Vorjahr: -29,6 Millionen Euro).


 

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