Die Hotelgruppe Accor richtet ihre gastronomische Strategie verstärkt auf gesundheitsorientierte Ernährung aus. Wie das Unternehmen in einem aktuellen Bericht zur Entwicklung der Bewirtung in der Beherbergungsbranche mitteilt, hat das Kriterium der Gesundheit die Erschwinglichkeit als wichtigsten Faktor bei der Speisenauswahl über alle Generationen hinweg abgelöst. Nach Angaben des Konzerns nähert sich der weltweite Markt für gesundheitsbewusste Lebensmittel einem Volumen von einer Billion US-Dollar an, wobei ein anhaltendes Wachstum bis zum Jahr 2030 erwartet wird.
Pflanzliche Optionen werden zum Standard
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Entwicklung ist die Zunahme von pflanzenorientierten Menüs. Nach Analysen des Konzerns wird diese Nachfrage primär von Personen getrieben, die ihren Fleischkonsum reduzieren, ohne vollständig darauf zu verzichten. Laut dem Bericht geben 30 Prozent der Konsumenten an, dass sie eine Restaurantmarke wechseln würden, um einen besseren Zugang zu pflanzlichen Alternativen zu erhalten. Die Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahres 2026 in sämtlichen Hotels einen Anteil von mindestens 25 Prozent pflanzenbasierter Optionen anzubieten. In der Hälfte der Betriebe sei diese Zielvorgabe bereits umgesetzt worden, wie das Unternehmen berichtet.
Erheblicher Anteil des ökologischen Fußabdrucks
Die Neuausrichtung steht in engem Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen des Konzerns. Der Bereich Verpflegung und Getränke ist nach Angaben des Unternehmens für 17 Prozent des gesamten Kohlendioxid-Fußabdrucks verantwortlich. Zudem entfallen auf diesen Sektor 50 Prozent des Wasserverbrauchs sowie 80 Prozent des Flächenverbrauchs der Gruppe. Durch eine stärkere Konzentration auf lokale und saisonale Produkte sowie die Reduzierung des Fleischanteils soll die operative Effizienz gesteigert werden, ohne die Umsatzzahlen negativ zu beeinflussen.
Wellnessangebote erreichen Gäste über Kulinarik
Die Daten zeigen eine Diskrepanz zwischen dem bekundeten Interesse an Wohlbefinden und der tatsächlichen Nutzung klassischer Einrichtungen. Während 79 Prozent der Gäste angeben, dass das persönliche Wohlbefinden eine Priorität darstelle, nutzen lediglich 25 bis 30 Prozent der Gäste die vorhandenen Fitnessbereiche. Die Nutzungsrate von klassischen Kur- und Wellnessanwendungen liegt laut den Erhebungen sogar nur bei fünf bis sieben Prozent. Das Unternehmen folgert daraus, dass die Integration von Gesundheitsaspekten in die Gastronomie eine höhere Reichweite erzielt, da dieser Bereich von nahezu jedem Gast genutzt wird.













