Amadeus-Report: Technologien verändern Reisen und Hotellerie grundlegend

| Hotellerie Hotellerie

Für viele Menschen ist Reisen mit Vorfreude und Begeisterung verbunden. Eine neue globale Studie von Amadeus zeigt, wie Reisende auf Technologie, insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) setzen, um ihre Reise zu optimieren und Stressfaktoren zu eliminieren.

Die Amadeus Studie Connected Journeys: How Technology Will Transform Travel in the Next Decade basiert auf den Antworten von 9.500 internationalen Reisenden aus China, Frankreich, Indien, Singapur, Spanien, dem Vereinigten Königreich und den USA. Sie untersucht die sich wandelnden Bedürfnisse von Reisenden und die Rolle neuer Technologien bei der Transformation der Reise- und Hospitality-Branche.

Reisende nutzen zunehmend Künstliche Intelligenz zur Planung und Organisation ihrer Reisen – die Nutzung Generativer KI ist im Vergleich zum Vorjahr um 64 Prozent gestiegen. Zu den wichtigsten Vorteilen, die Reisende schätzen, gehören erhebliche Zeitersparnis (42 Prozent), hochgradig personalisierte Empfehlungen (37 Prozent) und die Entdeckung neuer Reiseziele (36 Prozent). Weltweit gaben 35Prozent der Reisenden, die Generative KI bei ihrer Planung nutzten, an, sich sicherer in ihren Reiseentscheidungen zu fühlen.

64 Prozent der Befragten erklärten, dass sie bereit wären, für einen KI-Reiseassistenten zu bezahlen, der ihnen mit Informationen während der Reise hilft. 17 Prozent wären bereit, bis zu fünf Prozent des Reisepreises für diesen Service zu zahlen.

Die Studie zeigt jedoch auch Bereiche auf, in denen KI derzeit noch Defizite aufweist. Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten hat bereits Erfahrungen mit veralteten oder ungenauen Informationen aus KI-generierten Ergebnissen gemacht, während weitere 25Prozent Probleme damit hatten, dass KI ihre persönlichen Präferenzen nicht ausreichend erfassen konnte.

„Der rasante Anstieg der Nutzung Generativer KI zeigt, dass Reisende sich intelligentere, personalisiertere Erlebnisse wünschen. Die Daten vermitteln jedoch auch eine klare Botschaft: Die Erwartungen sind hoch, und die Branche muss zusammenarbeiten, um sie zu erfüllen. Wir bei Amadeus sehen eine große Chance, gemeinsam innerhalb des gesamten Reise‑Ecosystems sicherzustellen, dass KI einen echten Mehrwert bietet – indem sie Reibungsverluste reduziert, das Vertrauen stärkt und jede Reise intuitiver und angenehmer macht", Decius Valmorbida, President of Travel, Amadeus

„Reisende nehmen KI mit Begeisterung an, stellen aber auch höhere Anforderungen. Im Hospitality‑Sektor sehen wir dies als Aufforderung zum Handeln: Wir müssen Technologien bereitstellen, die nicht nur auf die Bedürfnisse der Reisenden eingehen, sondern diese sogar antizipieren. Von der Buchung des perfekten Aufenthalts bis hin zur Reise selbst werden Hyper‑Personalisierung und Echtzeitgenauigkeit erwartet", Francisco (Paco) Pérez-Lozao Rüter, President, Hospitality, Amadeus

Die Daten zeigten auch, dass 90 Prozent der Flugreisenden während der Reise ein gewisses Maß an Unbehagen verspüren. Diesen Sorgen stehen jedoch konkrete Wünsche und Erwartungen an die Reise gegenüber. Reisende wünschen sich für ihre Auszeit anstelle materieller Dinge vor allem wertvolle Zeit mit ihren Freunden und Verwandten (27 Prozent), kulinarische Erlebnisse (25 Prozent) und bleibende Erinnerungen (24 Prozent). Fast ein Viertel (22 Prozent) der Reisenden betont ausdrücklich, dass ein reibungsloses Reiseerlebnis ohne Verspätungen oder Unregelmäßigkeiten für sie im Mittelpunkt ihrer Vorstellungen steht.

Da die Befürchtungen mehrere Phasen der Reise betreffen – darunter das Packen (26 Prozent), die Sicherheitskontrollen (27 Prozent), die Anreise zum Flughafen (26 Prozent) und den Flug selbst (24 Prozent) – spielt Technologie eine entscheidende Rolle bei der Transformation des Reiseerlebnisses.

Die Studie zeigt: Reisen bestehen nicht nur aus der Bewegung von A nach B, sondern aus einer Vielzahl von Mikro-Reisen – vom Buchen bis zum Hotelaufenthalt. An jedem Punkt spielen Technologien eine immer größere Rolle, um Abläufe zu vereinfachen und Erwartungen der Gäste zu erfüllen.

Reisemotive und Erwartungen

Die Befragung macht deutlich, was Menschen mit Reisen verbinden:

  • 27 Prozent wollen vor allem Zeit mit Angehörigen verbringen.

  • 24 Prozent möchten bleibende Erinnerungen schaffen.

  • 20 Prozent suchen authentische kulturelle Erfahrungen.

  • 19 Prozent reisen, um ihr Wohlbefinden zu verbessern.

  • 22 Prozent wünschen sich vor allem eine reibungslose, stressfreie Reise

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, an welchen Punkten Unsicherheiten und Stress entstehen. Rund 90 % der Flugreisenden erleben in irgendeiner Form Anspannung.

  • 18 Prozent fühlen sich beim Gepäckaufgeben besonders belastet.

  • 27 Prozent empfinden die Sicherheitskontrolle als größten Stressmoment.

  • Auch Wartezeiten beim Boarding oder bei der Gepäckausgabe wurden häufig genannt.

Schlüsseltechnologien im Wandel

Laut Report sind drei technologische Entwicklungen zentral:

  • Künstliche Intelligenz (KI) und Generative AI: Sie personalisieren Reiseangebote, optimieren Abläufe und unterstützen Serviceteams. Beispiele sind Chatbots, die einfache Anfragen beantworten, oder KI-Assistenten, die Reiserouten vorschlagen.

  • Cloud-Technologie: Sie bildet die Grundlage für Datensicherheit, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit. Ohne Cloud wären biometrische Systeme oder KI-gestützte Anwendungen nicht umsetzbar.

  • Biometrie: Sie soll Check-in und Grenzkontrollen vereinfachen. Die Initiative IATA „One ID“ sieht vor, dass Reisende künftig mit einem biometrischen Token durch Flughäfen gehen können, ohne mehrfach Dokumente vorzuzeigen

Inspiration durch andere Branchen

Die Studie verweist auf E-Commerce als Vorbild. Dort sind Omnichannel-Strategien und Mobile-First-Lösungen längst Standard. Vergleichbare Ansätze setzen sich nun auch im Reisen durch, etwa mobile Bordkarten, digitale Bezahlmethoden und integrierte Wallets.

Auch Wearables und kontaktlose Technologien spielen eine wachsende Rolle. Erste Anwendungen ermöglichen es, sich am Flughafen nahezu ohne physischen Kontakt zu bewegen

Geschäftliches Reisen im Fokus

Für Geschäftsreisende sind Verlässlichkeit und Transparenz entscheidend.

  • 30 Prozent wünschen sich durchgehend verfügbaren In-App-Support.

  • 29 Prozent bevorzugen digitale Wallets mit allen Reisedokumenten.

  • 28 Prozent halten eine App für Flüge, Hotels und Versicherungen für besonders hilfreich

Unternehmen nutzen diese Daten, um Reisemanagement effizienter zu gestalten. Plattformen wie Amadeus Cytric bieten CO₂-Berichte, Nachhaltigkeitslabels und Vergleichsmöglichkeiten zwischen Flug und Bahn.

Störungen und Kundenbindung

Reisende nennen Verspätungen und Gepäckverlust als Hauptursachen für Stress. Der Report zeigt: Entscheidend ist nicht nur die Störung selbst, sondern wie Anbieter darauf reagieren. 74 % der Befragten würden erneut bei einem Anbieter buchen, wenn dieser im Störungsfall schnell und transparent Lösungen bietet.

Nachhaltigkeit und Mobilität

Auch Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema. Immer mehr Reisende fragen CO₂-arme Optionen nach, etwa die Wahl von Bahn statt Flug oder Elektrofahrzeuge bei Mietwagen. Anbieter nutzen Daten, um Nachfrage zu analysieren und Flotten anzupassen.

Das Konzept der „Connected Journey“

Amadeus beschreibt die Zukunft als „Connected Trip“ – eine durchgehende, digitale Reisebegleitung. Dabei werden alle Schritte von der Buchung über den Transfer bis zum Hotelaufenthalt in einem Datensatz zusammengeführt. Finnair hat als erste Airline weltweit ein „Native Order“-Modell eingeführt, bei dem alle Kundeninteraktionen in einem digitalen Auftrag gebündelt sind..

Der Report verdeutlicht: Technologie ist der Schlüssel, um die wachsenden Erwartungen von Reisenden und Gästen zu erfüllen. KI, Cloud und Biometrie werden die Branche prägen. Gleichzeitig bleibt Nachhaltigkeit ein zentrales Kriterium. Für Hotellerie und Gastronomie bedeutet dies, dass Investitionen in digitale Systeme und Datenstrategien entscheidend sind, um Gäste langfristig zu binden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

DIRS21 und ibelsa laden zur dritten Auflage des Branchenevents Hotelrizon am 18. Juni 2026 an den Blackfoot Beach nach Köln ein. Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Hoteliers und Entscheider in der Privathotellerie und bietet einen praxisnahen Überblick über die neuesten Technologien und Strategien im modernen Hotelbetrieb.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat das Falkensteiner Resort Capo Boi auf Sardinien übernommen. Nach zehn Jahren als Betreiber geht die Anlage nun vollständig in den Besitz des Unternehmens über.

Mit der Eröffnung von Terminal 3 am Flughafen Frankfurt hat das IntercityHotel einen neuen Standort direkt am Terminal in Betrieb genommen. Das Unternehmen verweist auf kurze Wege und ein Eröffnungsangebot für Gäste.

Mainz plant die Einführung einer Beherbergungsabgabe ab Juli 2026. Der Stadtrat entscheidet Anfang Mai über die Maßnahme, mit der zusätzliche Einnahmen für touristische Ausgaben erzielt werden sollen.

IHG Hotels & Resorts übernimmt elf europäische Standorte der Marke Pentahotels und wandelt diese bis 2027 in eigene Marken um. Das Projekt umfasst über 1.800 Zimmer in Deutschland, Belgien und Frankreich.

Accor erweitert die Präsenz in der Schweiz durch die Vertragsunterzeichnung für das Hotel Aeschi Interlaken. Das Haus im Berner Oberland soll nach einer Renovierung im Sommer 2026 als Teil der Handwritten Collection eröffnen.

Am 1. Mai 2026 eröffnet in Tornow das neue Beherbergungskonzept Greenview mit sechs Design-Chalets aus Holz. Das von den Brüdern Christian und Marko Schneider initiierte Projekt im Ruppiner Seenland setzt auf naturnahe Erholung und moderne Architektur.

Das Jumeirah Burj Al Arab in Dubai steht vor seiner ersten großen Restaurierung seit 1999. Unter der Leitung von Tristan Auer ist ein 18-monatiges Programm geplant, um das markante Gebäude zu modernisieren.

Teaser: Scandic eröffnet im August 2026 ein weiteres Hotel in Berlin. Das Scandic Charlottenburg umfasst 214 Zimmer und ist der dritte Standort der Gruppe in der Hauptstadt. In dem Gebäude war vormals das Abba-Hotel unter gebracht.

Der Serviced-Apartment-Markt in Deutschland erlebt einen Strukturwandel: Erstmals dominieren Freizeitgäste das Segment, während sinkende Tagesraten und steigende Betriebskosten die Betreiber fordern. Dennoch bleibt der Expansionsdrang hoch.