Analyse: Finanzmärkte aus der Tourismusperspektive

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Tourismusaktien sind weiter im Aufwind – so lässt sich der erste Teil der Videoserie zusammenfassen. Ankündigungen, wie beispielsweise jene von Boris Johnson, der die Aufnahme der Flugreisen im Mai oder Juni in Aussicht gestellt hat, haben die Tourismuswerte beflügelt. So verzeichnete der Reiseveranstalter TUI seit der Ankündigung ein Plus von 500 prozent bei den Buchungen.

Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin im UniCredit Bank Austria Premium Banking: „Ein Analyst hat auch von einer Art “Woodstock” gesprochen – eine Welle der Unternehmungslust wird uns überrollen - die Menschen haben das Bedürfnis, wieder am Leben, so wie es früher war, teilzunehmen.” Davon profitieren die zyklischen Werte – also auch die Tourismusaktien – in großem Ausmaß. Allerdings, so schränkt Monika Rosen ein, liegen die europäischen Tourismusaktien dabei dennoch teilweise noch deutlich unter dem Niveau vor der Krise.

Von Martin Schaffer, Geschäftsführer und Partner von mrp hotels, auf die Schattenseite der aktuellen Trends angesprochen, sieht Monika Rosen-Philipp vor allem Probleme bei den steigenden Anleiherenditen: „Das sind für Aktien keine guten Nachrichten, denn steigende Renditen bei Anleihen erhöhen die Kapitalkosten für Unternehmen. Bei einer zu großen Steigerung entsteht eine Konkurrenz für die Aktien, da die Anleihen die risikoärmere Anlageform darstellen.” Dieser Trend würde schlussendlich alle Aktien, nicht nur die Wachstumswerte treffen.

Nicht zuletzt stellt auch der Ölpreis einen entscheidenden Faktor für die weiteren wirtschaftlichen Trends und die entsprechenden Auswirkungen dar: Die europäische Ölsorte Brent ist seit vergangenem Jahr um das 3-fache gestiegen. Erste Spuren dieser Entwicklung sind in den jüngsten Daten bereits erkennbar, denn die Inflation wird wegen der gestiegenen Ölnotierungen anziehen.

Nach einem Ausblick zu den nächsten Monaten befragt, zieht Monika Rosen-Philipp einen sehr bildlichen Vergleich: „Die Tourismusaktien sind in den letzten Wochen von der Lobby im Lift fast ganz nach oben gefahren.”

Dennoch bleiben für Martin Schaffer und Monika Rosen-Philipp auch wesentliche Fragen der weiteren Entwicklung unbeantwortet. „Zwischen Euphorie und Panik ist es oft nur ein sehr schmaler Grat.”, bringt Martin Schaffer die Situation aus seiner Sicht auf den Punkt. So bringen beispielsweise Impfstoffengpässe die Märkte nach einer positiven Welle wieder in Bedrängnis. Gleichzeitig benötigt der gesamte Tourismus nach der Öffnung zusätzliche Impulse – die große Frage ist, woher diese kommen sollen und wie die Schubkraft für weitere Kursanstiege an den Börsen, nachdem diese das Thema bereits “gespielt” haben, aussehen kann.

Monika Rosen-Philipp: „Die Hilton Aktie hat sich als gutes Beispiel seit dem Tief im vorigen März fast verdoppelt. Wenn der Tourismus wieder anspringt, dann reicht diese Tatsache alleine allerdings nicht als Motor aus, um einen zusätzlichen Anstieg anzutreiben.”


 

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