Booking.com meldet verhaltene Erwartungen deutscher Beherbergungsbetriebe

| Hotellerie Hotellerie

Deutsche Beherbergungsbetriebe bewerteten ihre wirtschaftliche Lage zum Zeitpunkt einer Befragung von Booking.com zurückhaltender als der europäische Durchschnitt. Für das am 15. September 2026 veröffentlichte Europäische Unterkunftsbarometer 2026 wurden zwischen dem 5. Februar und dem 24. März 2026 insgesamt 1.240 Führungskräfte und Manager des Beherbergungssektors aus 24 europäischen Märkten befragt. Aus Deutschland nahmen 80 Befragte teil.

Booking.com zufolge blickten 45 Prozent der deutschen Befragten optimistisch auf die kommenden Monate. Im europäischen Durchschnitt seien es 66 Prozent gewesen. Die vorausgegangene wirtschaftliche Entwicklung hätten 41 Prozent der deutschen Teilnehmer positiv bewertet, verglichen mit 60 Prozent auf europäischer Ebene.

Etwa jeder fünfte deutsche Betrieb habe zum Befragungszeitpunkt mit einer Verschlechterung innerhalb der kommenden sechs Monate gerechnet. Nach Darstellung von Booking.com sei dieser Anteil viermal so hoch gewesen wie im europäischen Durchschnitt.

Deutsche Betriebe bleiben bei Auslastung und Tagessätzen hinter EU-Werten

Einen Anstieg der Tagessätze in den sechs Monaten vor der Befragung meldeten 20 Prozent der deutschen Teilnehmer. Europaweit hätten 40 Prozent der Befragten höhere Tagessätze registriert.

Von einer gestiegenen Auslastung berichteten 16 Prozent der deutschen Betriebe, gegenüber 50 Prozent im europäischen Durchschnitt. Deutschland habe damit unter den untersuchten Ländern den niedrigsten Anteil an Betrieben ausgewiesen, die eine höhere Belegungsrate meldeten.

Die ausschließlich auf europäischer Ebene ausgewerteten Angaben nach Unterkunftstyp zeigten ebenfalls Unterschiede. 72 Prozent der Kettenhotels hätten ihre aktuelle wirtschaftliche Lage positiv bewertet, gegenüber 55 Prozent der unabhängigen Betriebe.

Gestiegene Zimmerpreise meldeten 47 Prozent der Kettenhotels und 37 Prozent der unabhängigen Betriebe. Eine höhere Belegungsrate hätten 56 Prozent der Kettenhotels sowie 46 Prozent der unabhängigen Unterkünfte angegeben.

Kleine Betriebe bewerten ihre Cybersicherheitsvorkehrungen seltener als ausreichend

In Deutschland hielten 55 Prozent der befragten Unterkünfte ihre Vorkehrungen zur Cybersicherheit für ausreichend. Dieser Anteil habe elf Prozentpunkte unter dem europäischen Durchschnitt von 66 Prozent gelegen.

Als eingesetzte Maßnahmen nannten deutsche Betriebe regelmäßige Software-Aktualisierungen und Sicherheitspatches mit 91 Prozent, Sicherheitslösungen für Netzwerke mit 90 Prozent sowie Systeme zur sicheren Zahlungsabwicklung mit 75 Prozent. Die entsprechenden europäischen Vergleichswerte hätten bei 86, 85 und 80 Prozent gelegen.

Auf europäischer Ebene bewerteten 94 Prozent der Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern ihre Cybersicherheitsvorkehrungen als ausreichend. Bei Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten seien es 60 Prozent gewesen.

Personalschulungen boten den Angaben zufolge 49 Prozent der kleineren und 89 Prozent der größeren Arbeitgeber an. Regelmäßige Prüfungen der IT-Sicherheit nannten 60 beziehungsweise 89 Prozent. Mit spezialisierten Drittanbietern arbeiteten 62 Prozent der kleineren sowie 95 Prozent der größeren Betriebe zusammen.

Von einem Cybersicherheits- oder Datenschutzvorfall im vorausgegangenen Jahr berichteten fünf Prozent der kleineren Unterkünfte und 28 Prozent der größten Betriebe.

Deutsche Unterkünfte setzen in der Nebensaison häufig auf Sonderpreise

Als mögliche Störungen nannten jeweils 34 Prozent der deutschen Befragten extreme Wetter- oder Naturereignisse sowie Ausfälle oder Störungen digitaler Systeme. Weitere 29 Prozent hätten Streiks im Transportwesen, Baustellen oder andere lokale Störungen als zentrale Sorge bezeichnet.

Um Nachfrage in der Nebensaison zu erzeugen, boten 53 Prozent der deutschen Unterkünfte Sonderpreise oder Pakete an. Online-Plattformen bewerteten 75 Prozent als wirksamen Kanal. Eigene soziale Medien nannten 32 Prozent, bezahlte Suchanzeigen 19 Prozent, E-Mail- und Newsletter-Kampagnen 16 Prozent sowie Anzeigen in traditionellen Medien 13 Prozent.

Von veranstaltungsbedingtem Reiseaufkommen hatten nach eigenen Angaben 64 Prozent der deutschen Betriebe in den zwölf Monaten vor der Befragung profitiert. 21 Prozent hätten den Effekt als erheblich beschrieben. Unter den Betrieben, die entsprechende Auswirkungen registrierten, berichteten 61 Prozent von verbesserten Umsätzen pro Zimmer. 57 Prozent hätten dadurch geringere Einnahmen zu anderen Zeiten des Jahres ausgleichen können.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Gericht der Europäischen Union hat das Verbot der Etraveli-Übernahme durch Booking bestätigt. Booking konnte im Verfahren auch die Feststellung der Kommission einer dominanten Stellung auf dem Hotel-OTA-Markt nicht entkräften. Der Hotelverband sieht darin Rückenwind für die separate Schadenersatzklage europäischer Hotels.

Booking darf den Wettbewerber eTraveli auch nach einem Urteil des EU-Gerichts nicht übernehmen. Die Richterinnen und Richter in Luxemburg bestätigten eine entsprechende Entscheidung der EU-Kommission von 2023.

Google baut seine Hotelsuche in Europa um – und ausgerechnet Booking.com, Expedia und andere Vermittler könnten dadurch prominenter werden. Google warnt vor Nachteilen für lokale Unternehmen, während frühere Tests bereits deutliche Traffic-Verluste bei Hotels gezeigt hatten.

Hotelgäste lassen sich Essen längst ins Hotel liefern. Mehrere Hotelunternehmen binden Lieferdienste inzwischen gezielt in ihre Angebote ein: tent Hotels schafft eigene Bereiche für Lieferessen, Wyndham und Hilton arbeiten mit Grubhub, Marriott mit Uber – und Accor plant eine Uber-Partnerschaft auch in Deutschland.

Der Hotelverband Deutschland veröffentlicht die zweite Staffel seines Podcasts Zukunft Hotel mit zehn neuen Episoden und beleuchtet zum Auftakt aktuelle Fragen zu Betreiberverträgen und Hotelimmobilien.

Die Motel One Group hat ein neues Hotel mit 177 Zimmern in der Koblenzer Innenstadt eröffnet. Das Innenraumkonzept des Hauses greift den Zusammenfluss von Rhein und Mosel auf.

Auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Areal in München-Milbertshofen soll ein neues Quartier entstehen. Teil der Planung ist ein 88 Meter hohes Hochhaus mit Hotel und Skybar.

Iremis kauft das Novotel Freiburg am Konzerthaus für rund 28 Millionen Euro von Deka Immobilien. Nach einer Sanierung soll das Hotel mit 219 Zimmern im Herbst 2027 unter der Marke Scandic wiedereröffnet werden.

Europas Hotelinvestoren konzentrieren sich auf gehobene und luxuriöse Hotels. Im ersten Halbjahr 2026 floss die Hälfte des Investitionsvolumens in „Upper Upscale“- und „Upscale“-Hotels, während die Zahl der Transaktionen über 100 Millionen Euro um 30 Prozent stieg.

Die Centralis Immobilien Gruppe hat in einer Doppeltransaktion zwei ehemalige Hotels am Kölner Hauptbahnhof erworben. Die Gebäude sollen nun saniert und zu Serviced Apartments mit insgesamt 233 Einheiten umgebaut werden.