Chaos-Tage in Dortmund: Personal überlässt Gäste in Ibis-Hotel sich selbst

| Hotellerie Hotellerie

Im Ibis-Budget-Hotel in Dortmund herrschte, nach Angaben mehrerer Medien, fast vier Tage lang Anarchie. Wie unter anderem der WDR berichtet, hatte das Personal des Subunternehmens, das für Rezeption und Service zuständig gewesen sein soll, einfach das Hotel verlassen. Der Grund, so der Sender, könnte eine Meinungsverschiedenheit über eine angeblich offene Zahlungsforderungen sein. 

Wie andere Medien berichten, müssen sich in dem Haus teilweise chaotische Szenen abgespielt haben. So sollen die ratlosen Gäste irgendwann die abgesperrte Rezeption aufgebrochen haben, um ihre Zimmerkarten selbst zu codieren, wie die Bild-Zeitung schreibt. Weil einige Gäste irgendwann nicht mehr wussten was zu tun war, riefen sie Dienstagmorgen die Polizei, die einen Einsatz bestätige, aber auch nicht helfen konnte.

Laut Medien standen einige Gäste plötzlich vor verschlossenen Zimmertüren, weil ihre Schlüsselkarten nicht mehr funktionierten, außerdem wurden die Zimmer nicht mehr gereinigt und es gab kein Frühstück. Anreisende konnten an der Rezeption nicht mehr einchecken und mussten sich ein anderes Hotel suchen. Allerdings waren wegen des Länderspiels in Dortmund kaum noch Zimmer zu bekommen.

Mehrere Google-Rezensionen bestätigen den Ausnahmezustand in dem Hotel in den vergangenen Tagen. „Es ist schrecklich, es gibt keine Worte mehr. Es gab keine Handtücher, gebrauchte Bettwäsche – wahrer Horror“, bringt eine Google-Rezension eines Gastes die turbulenten Tage am Dortmunder Flughafenhotel auf den Punkt.

„Ich habe von Leuten gehört, die Toilettenpapier selber einkaufen waren, weil es im Hotel keines mehr gab. Und zwei Gäste haben wohl auch in der Lobby geschlafen, weil sie am nächsten Tag einen Flug hatten und kein anderes Hotel mehr bekommen hatten“, berichtete ein Gast dem WDR.

Wie Bild berichtet, habe Accor am Mittwoch eine vorübergehende Geschäftsleitung nach Dortmund geschickt, die aber auch keinen Zugriff auf die Systeme bekommen haben soll. Die die Franchise-Nehmerin sei nicht zu erreichen gewesen.

Inzwischen gibt es wohl einen  „Nachfolgebetreiber“ für das Haus. Die Bild-Zeitung traf Rüdiger Breidenbach der mehrere Häuser für von Accor betreibt. Dieser habe mit ein paar Mitarbeitern am Mittwoch versucht, das verlassene Hotel wieder bezugsfertig zu machen. Laut WDR hat das Hotel am Donnerstag den Betrieb Stück für Stück wieder aufgenommen.

Auf eine Anfrage von t-online habe sich das Hotel am Dortmunder Flughafen sowie die Accor-Gruppe bislang nicht geäußert.


 

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Im Investorenprozess der insolventen Revo Hospitality Group nennen die Sanierer erstmals mehrere Unternehmen, die Hotels aus dem Portfolio übernehmen sollen. Neben bereits bekannten Transaktionen werden unter anderem Prism, Israel Canada Hotels, Leonardo Hotels und B&B Hotels genannt. Ein weiterer Investor bleibt vorerst ungenannt.

Accor plant einen deutlichen Ausbau seines Hotelgeschäfts in China. Der Konzern will die Zahl seiner Häuser in den kommenden fünf bis sechs Jahren auf 1.600 erhöhen und setzt dabei auf neue Luxusprojekte sowie den Ausbau bestehender Partnerschaften.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 nach Angaben von Colliers ein Transaktionsvolumen von rund 625 Millionen Euro erreicht. Investoren richten ihren Blick dabei zunehmend auf die Qualität der Betreiber und die Ausgestaltung der Vertragsstrukturen.

Townscape hat die Baugenehmigung für ein Serviced-Apartment-Projekt in Berlin-Kreuzberg erhalten. Die numa group steht bereits als Mieter fest. Geplant sind 114 Serviced Apartments sowie Gewerbe- und Co-Working-Flächen. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen.

Die geplante Übernahme der britisch-niederländischen Hotelgruppe PPHE Hotel Group durch die israelische Fattal Hotel Group ist gescheitert. Grund ist der Widerstand des größten PPHE-Aktionärs Euro Plaza Holdings. Das teilte PPHE im Rahmen seines laufenden strategischen Prüfprozesses mit.

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.

Düsseldorf weist einer Analyse von Listflix zufolge unter deutschen Städten ab 300.000 Einwohnern die höchste Dichte an Beherbergungsbetrieben auf. In der Gruppe von 100.000 bis unter 300.000 Einwohnern liegt Heidelberg vorn.

Riadh Ben Ali aus dem Kastens Hotel Luisenhof wurde als erster Concierge in Hannover in die Vereinigung Les Clefs d'Or aufgenommen. Die internationale Organisation zeichnet damit die Fachkompetenz des Hotelmitarbeiters aus.

Die Hotelgruppe Ensana Hotels eröffnet mit dem Sairme South ihren ersten Standort in Georgien. Das neue Haus im Kaukasus legt einen Schwerpunkt auf medizinische Wellness-Anwendungen.