China-Hotel in Niederrad soll nach langem Stillstand fertiggestellt werden

| Hotellerie Hotellerie

Die Huarong Deutschland GmbH beabsichtigt, den seit Jahren ruhenden Bau des China Hotels in Frankfurt-Niederrad abzuschließen. Die Pläne zur Vollendung des geplanten Fünf-Sterne-Hauses, das unter dem Namen „The Diaoyutai Mansion Frankfurt“ bekannt war, werden auf einer neu eingerichteten Unternehmens-Website angekündigt. Die ursprüngliche Eröffnung war für 2022 vorgesehen. Dies berichtet die Frankfurter Neue Presse.

Vom jahrelangen Stillstand zur Fertigstellungsankündigung

Das Hotelgebäude, dessen Grundsteinlegung bereits 2008 erfolgte, gilt mit einer Bauzeit von über 15 Jahren als eine der ältesten Baustellen Frankfurts. Der Rohbau war 2013 fertiggestellt, doch seit der Corona-Pandemie ruhten die Arbeiten Berichten zufolge. Im November 2025 zeigte der Bau trotz einer schriftlichen Mitteilung der Huarong an den Ortsbeirat im Dezember 2023, dass die Bauarbeiten im zweiten Quartal 2024 wieder aufgenommen würden, keine Veränderung.

Nun signalisiert die Huarong Deutschland GmbH, das Projekt wie geplant zu Ende führen zu wollen. Das Frankfurter Baudezernat bestätigt auf Anfrage die Absicht des Bauherrn. Christina Čurin, Sprecherin des Baudezernats, erklärte: „Die Inhaberin hat sich inzwischen öffentlich dazu geäußert und teilt mit, das Projekt wie ursprünglich geplant fertigstellen zu wollen.“ Die neue Website zeigt Bilder eines wohl bereits ausgestatteten Hotelzimmers.

Finanzierungslücke und hohe Fertigstellungsquote

Nach Auskunft des Bauherrenvertreters sei das Hotel zu über 90 Prozent fertiggestellt. Fehlend seien demnach lediglich Teile der Gebäudetechnik sowie der Innenausbau. Ungeachtet der hohen Fertigstellungsquote wird aus dem Umfeld des Projekts berichtet, dass zur vollständigen Vollendung ein hoher einstelliger Millionenbetrag benötigt werde. Die Suche nach einem Investor soll weitergehen. Trotz des anhaltenden Stillstands wurden auf Hotelportalen bereits Zimmer, einschließlich der „Presidential Suite“, angeboten – allerdings basierend auf computergenerierten Bildern.

Der Bauzustand am Standort, der einst einen Blick auf die Pferderennbahn bieten sollte und inzwischen neben der fertiggestellten Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) thront, sorgt bei Anwohnern in Niederrad für Unmut. Der stellvertretende Stadtbezirksvorsteher Stephan Hannappel bezeichnete den Zustand als eine „Blamage für die Stadt Frankfurt.“

Grundschuld und Erbbaurecht im Fokus

Der Bau erfolgt auf einem Grundstück, das Eigentum der Stadt Frankfurt ist und der Huarong Deutschland für 99 Jahre in Erbpacht überlassen wurde. Der Vertrag läuft noch bis in das Jahr 2105. Zuvor hatte die Stadt als Eigentümerin den Kontakt zur Pächterin Berichten zufolge verloren.

Ein entscheidender Punkt bezüglich der städtischen Handlungsmöglichkeiten war bislang eine auf dem Objekt lastende Grundschuld von zwölf Millionen Euro. Die Huarong teilte auf Anfrage von Medien mit, diese Grundschuld sei inzwischen gelöscht. Das städtische Baudezernat prüft diese Angabe. Sollte die Löschung bestätigt werden, könnte dies der Stadt die Rückforderung des Areals erleichtern. Zuvor hatte der Mieterbund Hessen die Stadt kritisiert, da der Magistrat es versäumt habe, klare Bedingungen für die Fertigstellung im Erbbaurechtsvertrag festzulegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

DIRS21 und ibelsa laden zur dritten Auflage des Branchenevents Hotelrizon am 18. Juni 2026 an den Blackfoot Beach nach Köln ein. Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Hoteliers und Entscheider in der Privathotellerie und bietet einen praxisnahen Überblick über die neuesten Technologien und Strategien im modernen Hotelbetrieb.

Die Falkensteiner Michaeler Tourism Group hat das Falkensteiner Resort Capo Boi auf Sardinien übernommen. Nach zehn Jahren als Betreiber geht die Anlage nun vollständig in den Besitz des Unternehmens über.

Mit der Eröffnung von Terminal 3 am Flughafen Frankfurt hat das IntercityHotel einen neuen Standort direkt am Terminal in Betrieb genommen. Das Unternehmen verweist auf kurze Wege und ein Eröffnungsangebot für Gäste.

Mainz plant die Einführung einer Beherbergungsabgabe ab Juli 2026. Der Stadtrat entscheidet Anfang Mai über die Maßnahme, mit der zusätzliche Einnahmen für touristische Ausgaben erzielt werden sollen.

IHG Hotels & Resorts übernimmt elf europäische Standorte der Marke Pentahotels und wandelt diese bis 2027 in eigene Marken um. Das Projekt umfasst über 1.800 Zimmer in Deutschland, Belgien und Frankreich.

Accor erweitert die Präsenz in der Schweiz durch die Vertragsunterzeichnung für das Hotel Aeschi Interlaken. Das Haus im Berner Oberland soll nach einer Renovierung im Sommer 2026 als Teil der Handwritten Collection eröffnen.

Am 1. Mai 2026 eröffnet in Tornow das neue Beherbergungskonzept Greenview mit sechs Design-Chalets aus Holz. Das von den Brüdern Christian und Marko Schneider initiierte Projekt im Ruppiner Seenland setzt auf naturnahe Erholung und moderne Architektur.

Das Jumeirah Burj Al Arab in Dubai steht vor seiner ersten großen Restaurierung seit 1999. Unter der Leitung von Tristan Auer ist ein 18-monatiges Programm geplant, um das markante Gebäude zu modernisieren.

Teaser: Scandic eröffnet im August 2026 ein weiteres Hotel in Berlin. Das Scandic Charlottenburg umfasst 214 Zimmer und ist der dritte Standort der Gruppe in der Hauptstadt. In dem Gebäude war vormals das Abba-Hotel unter gebracht.

Der Serviced-Apartment-Markt in Deutschland erlebt einen Strukturwandel: Erstmals dominieren Freizeitgäste das Segment, während sinkende Tagesraten und steigende Betriebskosten die Betreiber fordern. Dennoch bleibt der Expansionsdrang hoch.