Digitale Vermessung von Hotelzimmern - Pilotprojekt testet Barrierefreiheits-Scan

| Hotellerie Hotellerie

Das Adlers Lifestyle-Hotel Innsbruck hat in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Jungunternehmen Innphima und der Sozialeinrichtung RollOn Austria ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Barrierefreiheit initiiert. Mithilfe einer neuen Technologie können Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen Hotelzimmer bereits vor der Buchung digital besichtigen und vermessen. Ziel des Projekts ist es, die Transparenz bei der Zimmerwahl zu erhöhen und Reisenden eine verlässliche Entscheidungsgrundlage auf Basis ihrer individuellen Bedürfnisse zu bieten Alle Informationen zum Pilotzimmer im Adlers gibt’s hier.

Präzise Raumdaten durch Technologie aus dem Bausektor

Die technische Grundlage für dieses Vorhaben bildet ein spezielles Verfahren zur digitalen Erfassung, das ursprünglich aus der Architektur und dem Bauwesen stammt. Dabei werden hochauflösende Punktwolkendaten genutzt, um ein millimetergenaues Abbild der Räumlichkeiten zu erstellen. Diese Daten ermöglichen es den Nutzern, das Zimmer in einer virtuellen Umgebung zu erkunden und exakte Maße zu nehmen.

Für die Hotellerie ergeben sich daraus neben der Information für den Gast auch verwertbare Daten für die interne Planung und die Vermarktung. Die Anwendung ist im Adlers Lifestyle-Hotel Innsbruck mittlerweile für fast alle Zimmerkategorien verfügbar und über die Internetseite des Betriebes zugänglich.

Sicherheit und Selbstbestimmung für Reisende

Die Beteiligten betonen die Bedeutung von verlässlichen Informationen im Vorfeld einer Reise. Fabian Ultsch, Geschäftsführer des Hotels, erklärt dazu: „Wir möchten unseren Gästen maximale Transparenz bieten. Der digitale Barrierefreiheits-Scan ermöglicht Menschen mit besonderen Bedürfnissen, selbstständig und sicher zu entscheiden, ob unser Zimmer für sie passt. Das ist ein echter Qualitätsschritt für den Tourismus.“

Die Gründer von Innphima, Maximilian Guschelbauer und Philipp Branscheid, ergänzen, dass durch die Technologie nun sichtbar gemacht werde, was bisher für Betroffene oft im Verborgenen blieb. Auch von politischer Seite wird das Projekt unterstützt. Mario Gerber, Landesrat für Wirtschaft und Tourismus in Tirol, sieht darin einen Impuls für den Standort: „Der Barrierefreiheits-Scan von Innphima schafft klare Transparenz und Sicherheit für Gäste mit Beeinträchtigungen und ermöglicht es Hoteliers, barrierefreie Angebote messbar zu verbessern. Mit der Ausweitung auf weitere Betriebe stärkt Tirol nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Tourismusszene, sondern setzt auch Maßstäbe für inklusives Reisen in Österreich.“

Gesellschaftliche Relevanz der digitalen Transparenz

Für die Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen stellt die präzise Vermessung einen Fortschritt dar. Marianne Hengl, Obfrau von RollOn Austria, hebt hervor, dass die Anwendung die notwendige Klarheit schafft, die seit Jahren gefordert wird. Laut Hengl zeigt das Verfahren nicht nur die Eignung eines Zimmers auf, sondern gibt den Betroffenen Sicherheit und ein Stück Selbstbestimmung zurück.

Hintergrund zum Hotelstandort in Innsbruck

Das Adlers Lifestyle-Hotel wurde im Jahr 2013 von Harald und Sonja Sophie Ultsch eröffnet und wird heute von ihrem Sohn Fabian Ultsch geleitet. Es befindet sich im höchsten Gebäude der Stadt in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof. Das Haus verfügt über 75 Zimmer und Suiten sowie gastronomische Einrichtungen in den oberen Etagen.

Neben diesem Betrieb führt die Familie Ultsch das Hotel Schwarzer Adler in Innsbruck sowie die Kette Harry’s Home Hotels & Apartments. Das Hotel ist zudem seit 2019 als anerkannter Ausbildungsbetrieb in Tirol zertifiziert. Das aktuelle Projekt zur Barrierefreiheit soll als Beispiel für weitere Betriebe dienen, um die Standards im inklusiven Tourismus landesweit zu erhöhen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im März 2026 mehr Übernachtungen verzeichnet als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg vor allem die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland.

Die InterContinental Hotels Group (IHG) hat im ersten Quartal 2026 einen operativen Meilenstein erreicht und betreibt nun weltweit mehr als 7.000 Hotels. Die Marke wurde durch die Eröffnung von insgesamt 82 Hotels in den ersten drei Monaten überschritten.

Elf familien- und inhabergeführte Hotels aus der Oberpfalz haben die Kooperation „Wohlfühlhotels Bayerischer Jura“ gegründet. Die Initiative wurde bei einer Auftaktveranstaltung in Parsberg vorgestellt.

Die Stichting Hotel Claims Alliance hat nach eigenen Angaben mehrere gerichtliche Maßnahmen zur Beweissicherung im Zusammenhang mit der europaweiten Sammelklage gegen Booking.com eingeleitet. Unterstützt wird die Klage unter anderem vom Hotelverband Deutschland, der "Genug des Hinhaltens und Behinderns!" auf Social Media postete.

Trivago hat eine Kartellklage gegen Google vor dem Landgericht Hamburg eingereicht. Das Unternehmen wirft dem Suchmaschinenkonzern vor, den eigenen Hotelpreisvergleich in den allgemeinen Suchergebnissen bevorzugt zu behandeln und Wettbewerber wie Trivago dadurch zu benachteiligen.

​​​​​​​Marriott International hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung für den Betrieb des Hotelprojekts Seegut am Tegernsee in Bad Wiessee unterzeichnet. Das Resort soll künftig unter der Marke The Luxury Collection geführt werden. Die Eröffnung ist laut Mitteilung für das Jahr 2029 vorgesehen.

Das Sunneschlössli in Nesselwängle im Tiroler Tannheimer Tal bekommt neue Eigentümer. Nina und Matthias Kienzle übernehmen das Boutique-Apartmenthaus zum 1. Juli 2026. Das Ehepaar war nach eigenen Angaben seit 15 Jahren regelmäßig Gast des Hauses.

Nach der Insolvenz der Revo-Hospitality-Gruppe übernimmt die neu gegründete Ernst Leitz Hotel GmbH unter Führung der Familie Kaufmann das Ernst Leitz Hotel in Wetzlar. Die operative Leitung wird der Treugast Solutions Group übertragen.

Die Radisson Hotel Group baut ihr Portfolio in Deutschland und Österreich durch drei neue Standorte in Ahlbeck, Wien und Lustenau aus. In Kooperation mit der 1912 Hotels GmbH wächst die Präsenz der Gruppe in der DACH-Region damit auf insgesamt 90 Hotels.

Die Landlust Hotels bauen ihre Präsenz in Europa aus und integrieren fünf neue Partnerbetriebe in das Portfolio. Damit umfasst die Kollektion nun insgesamt 40 Häuser mit Schwerpunkten auf Regionalität und Naturverbundenheit.