Einstieg in den Umwelt und Klimaschutz: „Quick Check Umwelt“ zeigt Gastgebern Potenziale auf

| Hotellerie Hotellerie

Für immer mehr Gäste steht umweltfreundliches Reisen stärker denn je im Fokus. Gastgeber, die mit Klimaschutz punkten wollen, absolvieren den Quick Check Umwelt. Für 99 Euro zzgl. MwSt. erhalten Hotels, Gasthöfe und Pensionen ihre Verbrauchskennzahlen und die Möglichkeit des einfachen Einstiegs zu ressourcenschonendem Wirtschaften, das auch bei Gästen gut ankommt.

Die unabhängige und führende Fachorganisation für Umwelt- oder Nachhaltigkeitszertifizierungen in der Freizeit- und Tourismusbranche, Viabono GmbH, hat Anfang Mai den Quick Check Umwelt in Deutschland gestartet.

Zeit, bei Viabono direkt nachzufragen. Ein Interview mit Helge Beißert-Riegel, Geschäftsführer der Viabono GmbH.

Herr Beißert-Riegel, warum und für wen hat Viabono den Quick Check Umwelt entwickelt?

Helge Beißert-Riegel: Durch unsere tägliche Arbeit als Zertifizierungsagentur haben wir festgestellt, dass sich insbesondere Betriebe zertifizieren lassen, die schon eine gute Vorarbeit geleistet haben. Dies bedeutet, dass sie ihr betriebliches Wirtschaften bereits dem Gedanken des Umwelt- und Klimaschutzes angepasst haben wie zum Beispiel mit dem Bezug von regionalen Lebensmitteln, „echtem“ Ökostrom oder einer Effizienzsteigerung durch den Einsatz von LEDs. Betriebe, die noch relativ am Anfang stehen, können meist noch nicht viel mit einer Zertifizierung anfangen – sie kommt einfach zu früh. Aufgrund dessen haben wir den Quick Check Umwelt entwickelt. Wir wollen solchen „Einsteigern“ und Betrieben, die schon viel umsetzen, sich aber nicht zertifizieren lassen möchten, die Möglichkeit geben, den Quick Check Umwelt zu nutzen.

Wenn der Quick Check Umwelt also keine Zertifizierung darstellt, dann ist er was?

Helge Beißert-Riegel: Eine IST-Analyse. Der Quick Check Umwelt ist eine kostengünstige und wertige IST-Analyse, die weit vor einer Zertifizierung ansetzt und letztendlich auch nicht zu einer führen muss.

Was erhalten teilnehmende Betriebe, wenn kein Zertifikat?

Helge Beißert-Riegel: Eine mehrseitige Auswertung, die einen Überblick über die eigenen Umweltkennzahlen in den Bereichen Endenergie, CO₂, Abfall und Wasser in Verhältnis zu einer Personenübernachtung gibt. Mit dem Quick Check Umwelt ist auch ein Vergleich der Kennzahlen bzw. ein Benchmarking dieser mit anderen Betrieben derselben Sternekategorie möglich, da wir die Daten ebenfalls zur Verfügung stellen. So erfährt der Betrieb schnell und einfach, wie er die Höhe seiner Kennzahlen einordnen kann. Darüber hinaus geben wir noch Links zu kostenlosen Checklisten, Informationsmaterialien und Amortisationsrechnern an die Hand, die zur Weiterentwicklung des betrieblichen Umweltmanagements genutzt werden können. Und das alles, ohne umfassende Kriterien- bzw. Erhebungsbögen ausfüllen zu müssen oder Belege einzureichen.

Wie kann ein Betrieb am Quick Check Umwelt teilnehmen?

Helge Beißert-Riegel: Betriebe, die den Quick Check Umwelt durchführen wollen, finden unter https://www.quickcheckumwelt.de den Login zu einem selbst ausfüllbaren Online-Tool. Hier können sie in Ruhe die benötigten Daten eingeben und die Bestellung des Quick Check Umwelt in Auftrag geben. Selbstverständlich muss die Dateneingabe nicht in einem Stück erfolgen. Sobald man Eingaben getätigt hat und entweder auf „weiter“ oder ein anderes Kapitel klickt, werden die Eingaben gespeichert.

Wie hoch sind die Kosten des Quick Check Umwelt?

Helge Beißert-Riegel: Die Kosten liegen pro Betrieb bei lediglich 99,- EUR zzgl. MwSt.  Zugleich erhält jeder Teilnehmer einen zwei Monate gültigen Gutschein in gleicher Höhe, der komplett auf die Erstellung einer Zertifizierung der Viabono GmbH angerechnet werden kann.

Haben Betriebe bereits den Quick Check Umwelt umgesetzt?

Helge Beißert-Riegel: Ja.  Dabei muss gesagt werden, dass sich der Quick Check Umwelt sowohl an einzelne Betriebe als auch an Hotelkooperationen oder -ketten richtet. Diesen bieten wir neben der Berechnung des Quick Check Umwelt auch die Erstellung einer detaillierteren, internen Auswertung über alle teilnehmenden Häuser an. So können sich die Betriebe auch innerhalb der Kooperation oder Kette noch einmal genauer vergleichen.

Herr Beißert-Riegel, wir danken für das Gespräch!

Über Viabono:

Die Viabono GmbH wurde 2001 auf Initiative des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes und diverser Spitzenverbände mit dem Ziel gegründet, den nachhaltigen Tourismus in Deutschland zu fördern. Heute setzt sich der Viabono Trägerverein e. V. aus insgesamt 17 national agierenden Verbänden zusammen.

In den letzten 15 Jahren hat sich die Viabono GmbH, als ein Unternehmen des Viabono Trägervereins e. V., als unabhängige und führende Fachorganisation für Umwelt- oder Nachhaltigkeitszertifizierungen in der Freizeit- und Tourismusbranche etabliert. Dabei zeichnen sich die Konzepte sowohl durch ein sinnvolles Maß an seriöser Fachkompetenz und Glaubwürdigkeit als auch an Praxisorientierung und Pragmatismus aus. Die wissenschaftlich fundierten Zertifizierungskonzepte zielen nicht auf die Abfrage von Maßnahmen, sondern auf die Ermittlung von Klima- und Umweltkennzahlen, um den tatsächlichen Stand der umwelt- und klimafreundlichen Betriebsführung zu ermitteln. Hierbei bietet Viabono touristischen Leistungsträgern in Deutschland die Zertifizierung zu besonders marktfähigen Preisen an. Getreu dem Leitgedanken: Ökologie und Ökonomie passen sehr wohl zueinander und ergänzen sich nicht selten sogar hervorragend!


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Arcotel Hotels ziehen Bilanz ihrer Umweltschutzinitiative und melden eine Spendensumme von einer Million Euro seit dem Jahr 2015. Neben dem freiwilligen Verzicht auf Zimmerreinigungen setzt das Unternehmen auf hoteleigene Bienenstöcke und Bildungsprojekte für Kinder.

Marriott International wandelt die Münchner Immobilie Dein Apart in ein Hotel der Marke Element by Marriott um. Das Haus in Unterföhring soll im September 2026 mit 561 Studios und Apartments für längere Aufenthalte eröffnen.

Das 25hours Hotel beim MuseumsQuartier in Wien hat die Neugestaltung des Lobbybereichs abgeschlossen. Neben veränderten Raumstrukturen und Arbeitsbereichen wurde das Design grundlegend überarbeitet.

Die Kempinski Group will künftig wieder stärker auf eigene Hotelimmobilien setzen. Konzernchefin Barbara Muckermann begründet den Strategiewechsel mit veränderten Erwartungen wohlhabender Gäste: „Sie bezahlen für etwas Unverwechselbares. Sie bezahlen nicht für Vanillejoghurt.“

Der Gassenhof in Ratschings bei Sterzing kündigt für den Sommer 2026 umfangreiche Neuerungen an. Geplant sind neue Suiten, zusätzliche Familienbereiche im Wellnessangebot sowie ein neues Restaurantkonzept.

Das ehemalige Hotel Schloss Spyker auf Rügen soll im Juni 2026 zwangsversteigert werden. Der angesetzte Verkehrswert für das frühere Hotelensemble liegt laut amtlicher Bekanntmachung bei 2,84 Millionen Euro.

Die Dormero Hotelgruppe übernimmt das Hotel Mader im oberösterreichischen Steyr mit 59 Zimmern. Das Unternehmen erweitert damit seine Präsenz auf dem österreichischen Markt auf insgesamt fünf Hotelstandorte und prüft bereits weitere Objekte.

BWH Hotels hat Gäste über einen monatelangen Zugriff auf Reservierungsdaten informiert. Laut einem Schreiben des Technologiechefs Bill Ryan waren personenbezogene Daten betroffen, Zahlungsinformationen jedoch nicht.

Laut einer Marktanalyse von Christie & Co erzielen privat geführte Hotels in Wien höhere Zimmerpreise als Markenhotels. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck im Wiener Hotelmarkt nach Angaben des Unternehmens weiter zu.

Das Wirtschaftsmagazin Forbes führt den Motel-One-Mitgründer Dieter Müller in seiner aktuellen Liste der Milliardäre. Nach Angaben des Magazins verfügt Müller über ein Vermögen von 1,3 Milliarden US-Dollar. In der weltweiten Rangliste wird er auf Platz 2994 geführt.