Garten statt Aquarium: Radisson eröffnet Collection-Hotel in Berlin mit neuem Lobbykonzept zum Jahresende

| Hotellerie Hotellerie

Das Radisson Collection Hotel im Berliner DomAquarée geht mit einem neuen Lobbykonzept wieder an den Start. Zur Wiedereröffnung voraussichtlich Ende des Jahres wird ein 16 Meter hoher, bis ins sechste Stockwerk reichender und rund 120 Quadratmeter umfassender Vertikaler Garten den neuen Mittelpunkt der Hotellobby bilden.

Knapp 2.000 Pflanzen 22 unterschiedlicher Arten, an 36 baumartigen Vertikal-Lamellen gepflanzt und je nach Tageszeit variantenreich illuminiert, werden in der Lobby und im neugestalteten Barbereich des Hotels eine besondere Atmosphäre schaffen und vor allem den Hotelgästen der innenliegenden Zimmer einen spektakulären An- und Ausblick bieten. Das hochwertige Design des „Living Tree“ mit einem hochragenden Stamm - 6,5 Meter im Durchmesser - wird abgerundet durch eine abstrakte Baumkrone, welche bis unter das transparente Dach des Atriums reicht, in 24 Meter Höhe und 20 Meter in ihrem Durchmesser.

Die natürliche Bepflanzung, deren harmonisches Erscheinungsbild sich mit dem Wachstum der Pflanzen verändert, schafft nicht nur ein besonderes Aufenthaltserlebnis, sondern sorgt über die integrierte Bewässerung auch für ein angenehmes Raumklima und wirkt zudem wie ein grüner Luftfilter, der Nachhall und Lärm effizient absorbiert.  Die Installationsarbeiten werden bereits im Sommer abgeschlossen sein. Bis zur offiziellen Eröffnung soll sich das Konzept mit dem Namen „Living Tree“ weiter entfalten, Tag für Tag mit dichterem Bewuchs und dem Wachstum der Pflanzen und Bäume an Attraktivität gewinnen.

Nachhaltigkeit ist auch in Bezug auf den Ressourceneinsatz, den Betrieb sowie die spätere Pflege und Wartung der vertikalen Begrünung durch Kletterer das Leitmotiv der kunstvollen Installation. Das Konzept bezieht bewusst die tragende Bestandsstruktur des ehemaligen Großaquariums ein, das im Dezember 2022 plötzlich und unerwartet zerbrach und dabei die Hotellobby des Radisson Collection und zahlreiche umliegende Läden stark beschädigte. (Tageskarte berichtete)

Der verbliebene rund zwölf Meter hohe Sockel des ehemaligen AquaDoms aus 150 Tonnen Beton wurde bewusst erhalten und somit die in ihm gebundenen rund fünf Tonnen CO2 nicht freigesetzt. Der horizontale Sockel wird mit rund 600 Pflanzen und Bäumen begrünt. „Durch die Nachnutzung als Fundament für den „Living Tree“ konnten darüber hinaus hohe CO2-Emissionen vermieden werden, die aus dem Abriss, dem Abtransport und der Entsorgung entstanden wären“, sagt Lars Kirmse, Leiter Asset Management Nord bei Union Investment und für das DomAquarée verantwortlich.

Die Entscheidung für die Weiterverwendung des Sockels sei nicht nur ressourcenschonend und wirtschaftlich, sondern gewährleisteauch, dass der geplante Wiedereröffnungstermin des Hotels gehalten werden kann. Die durch die Havarie vollständig zerstörten Aufzüge werden als Sonderanfertigung bis zum Sommer angeliefert. Die Installation des „Living Tree“ wird dem Plan nach im August abgeschlossen sein.

Neben dem Erhalt der Tragkonstruktion werden auch ehemalige technische Infrastrukturen wie Technikräume und Abwasserrohre für das neue Konzept wieder verwendet. Ein smartes und zugleich dynamisches Lichtkonzept mit effizienten, steuerbaren LED-Strahlern eröffnet die Möglichkeit, den Vertikalen Garten in unterschiedlichsten Lichtstimmungen zu inszenieren und das Pflanzwachstum optimal zu unterstützen. Die Pflanzen sind speziell für eine Indoor-Begrünung ausgewählt. „Der ‚Living Tree‘ bildet ein eigenes lebendes Ökosystem, das sich möglicherweise thematisch in das ganze Quartier hinein weiterentwickeln kann“, so Lars Kirmse.

„Im Radisson Collection Hotel, Berlin wird der `Living Tree` ein neues Highlight in unserer Lobby sein. Nachhaltigkeit ist ein essenzieller Bestandteil der Marke Radisson Collection, und wir freuen uns sehr, dass das neue Lobbykonzept dieses Thema aufgreift“, sagt Yilmaz Yildirimlar, Area Senior Vice President der Radisson Hotel Group. „Wir bereiten uns intensiv auf eine Wiedereröffnung vor Ende dieses Jahres vor und renovieren neben der Lobby auch den Tagungsbereich des Hotels sowie das Restaurant. Unser Ziel ist es, unseren Gästen ein echtes Fünf-Sterne-Erlebnis auf dem Stand von 2024 zu bieten. Im Sommer werden wir weitere Details zum neuen Restaurant-Konzept und zum Neustart des Radisson Collection Hotel, Berlin bekanntgeben.“

Neuigkeiten gibt es auch in Bezug auf die Verwertung der rund 700 Acrylbruchstücke des ehemaligen Großaquariums: Die 90 Tonnen Acrylglas-Reste werden im Sommer durch einen zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb recycelt und dem Kreislauf wieder zugeführt.
 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

CityHub plant ein Hotel mit 139 Einheiten am Leipziger Platz in Berlin. Für den Standort sollen rund 2.100 Quadratmeter bestehende Einzelhandelsfläche umgebaut werden.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von a&o Hostels zeigt, dass Europas Reisende bei Unterkünften vor allem auf das Preis-Leistungs-Verhältnis und Sicherheit achten, während bekannte Marken an Bedeutung verlieren.

Der traditionsreiche Vitznauerhof am Vierwaldstättersee öffnet im 125. Jubiläumsjahr erstmals auch im Winter seine Türen und bietet ein neues Programm aus Kulinarik, Kultur und Wellness.

Das aja Garmisch-Partenkirchen hat sein fünfjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür und rund 1.000 Besuchern gefeiert. Zum Jubiläum stellte das Hotel zudem neue Namen für Bar und Restaurant vor.

Der Schweizer Ständerat hat der Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes von 3,8 Prozent für Beherbergungsleistungen bis Ende 2031 zugestimmt. HotellerieSuisse begrüßt die Entscheidung, bezeichnet vier Jahre allerdings als vergleichsweise kurzen Planungshorizont.

Aus einer Büro- und Einzelhandelsimmobilie am Frankfurter Ring soll Breras drittes Münchner Haus werden. Der Betreiber plant rund 152 Serviced Apartments und eine Eröffnung Anfang 2029.

Vom ehemaligen Bürogebäude in Berlin bis zum Neubau auf Sylt: Limehome setzt bei seiner Expansion auf unterschiedliche Immobilientypen. Bis 2030 will das Unternehmen 25.000 Einheiten unter Vertrag haben.

IHG Hotels & Resorts plant ein neues Vignette-Collection-Hotel im Zentrum von Madrid. Das San Bernardo soll im März 2028 mit 67 Zimmern eröffnen und das spanische Luxus-Portfolio des Konzerns auf 21 Häuser erweitern.

Die österreichische Hotelgruppe Cooee alpin erweitert ihr Portfolio von drei auf fünf Hotels. In Kaprun läuft der Umbau eines bestehenden Hauses, zugleich entsteht in Bad Goisern bis Dezember 2027 ein Neubau mit 78 Zimmern.

Das familiengeführte Flemings Mayfair Hotel in London feiert sein 175-jähriges Jubiläum. Das im Jahr 1851 von Robert Fleming errichtete Anwesen gehört zu den ältesten unabhängigen Hotels der britischen Metropole.