Hotel, Restaurant, Gedenkort: St.-Pauli-Bunker in Hamburg wächst weiter

| Hotellerie Hotellerie

Wegen der langen Frostperiode im Februar sind die Bauarbeiten auf dem Hochbunker St. Pauli in der Nähe des Millerntor-Stadions langsamer vorangekommen als geplant. «Keine Frage, das Wetter hat Zeit gekostet», sagte ein Projektsprecher der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Nicht nur Schnee und Frost, sondern auch der Wind stellten das Team nicht selten vor Herausforderungen. «Wir müssen sämtliche Baustoffe und -teile mit Kränen aufs Bunkerdach transportieren. Bei höheren Windstärken sind Kranarbeiten allerdings nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.»

Noch in diesem Jahr sollen auf dem Hochbunker am Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli unter anderem fünf pyramidenartige neue Etagen entstehen. Coronabedingte Personal- und Lieferengpässe seien allerdings weiterhin möglich, so der Sprecher.

Nun ist am Dienstag ein wichtiger Umbauschritt gelungen: Auf dem Dach des Kolosses sind die Träger für das nächste Level der Aufstockung montiert worden. Dies sei ein wichtiger Bauschritt bei der Aufstockung des grünen Bunkers, sagte der Sprecher weiter. Die Träger «bilden zum einen die Hallendecke und sind zum anderen das Tragwerk für die nächsten Level.» Die drei Fachwerkträger sind jeweils rund 13 Tonnen schwer.

Die auf dem Bunker entstehende neue Halle mit Platz für bis zu 2300 Besucher kann abends und am Wochenende für Konzerte, Theater, Lesungen und ähnliches sowie tagsüber für den Schulsport genutzt werden.

Rund 180 Menschen arbeiten an der Umsetzung des Projekts, den bislang grauen Würfel in einen neuen Erholungsraum zu verwandeln. Es haben auch die Arbeiten am Bergpfad begonnen, der in den kommenden Wochen angebracht werden soll. «Dieser Weg nach oben wird für Besucher zum Teil eines besonderen Erlebnisses: Der Bergpfad wird üppig grün bepflanzt und führt einmal rund um die Bunkeraußenseiten - angefangen an der Nordseite - hoch zum öffentlichen Dachpark.»

Auf dem mächtigen Bau an der Feldstraße soll zudem ein öffentlicher Park entstehen. Etwa 4700 Bäume, Gehölze, Sträucher, Hecken, Kletterpflanzen und Bodendecker sollen den Bergpfad und den Park bilden. Die Bäume und Pflanzen werden derzeit in einer Baumschule vor den Toren den Hansestadt herangezogen.

Der privat finanzierte Umbau kostet den Angaben zufolge mittlerweile rund 46 Millionen Euro. In den ersten Kalkulationen waren die Investoren noch von etwa 25 Millionen Euro ausgegangen. «Teile der frühen Bauplanungen erwiesen sich im Nachhinein als wenig belastbar, so dass leider Neuplanungen notwendig wurden. Hinzu kommen zum Beispiel die allgemein gestiegenen Baukosten, coronabedingte Verzögerungen, unerwartete bauliche Herausforderungen und die auferlegte Betonsanierung», sagte der Projektsprecher dazu.

Neben den Grünflächen über den Dächern der Hansestadt sind unter anderem ein Gedenkort für die Opfer des NS-Regimes, Kunst- und Kulturflächen für Stadtteilinitiativen sowie ein Hotel mit 136 Zimmern geplant. Auch eine Bar, ein Coffee-Shop und ein Restaurant sollen dort Platz finden.

Zuletzt hatte ein Anwohner gegen die Aufstockung des massiven Gebäudes aus dem Zweiten Weltkrieg geklagt, weil er die Baugenehmigung nicht für rechtmäßig hielt. Das Hamburger Verwaltungsgericht hatte die Klage im Juli abgewiesen. Der Kläger will das Urteil beim Oberverwaltungsgericht anfechten und hatte bereits die nächste Instanz angerufen. Der Zulassungsantrag sei noch immer anhängig, sagte ein Gerichtssprecher der dpa. Wann über den Antrag entschieden wird, war zunächst nicht klar. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Hotel Falter in Drachselsried setzt seinen Wachstumskurs im Jahr 2026 fort. Nach einer Verdopplung der Restaurant-Gästezahlen setzt der Betrieb auf optimierte Küchenprozesse durch die Beratung von Stefan Marquardt, personelle Verstärkung und eine geplante Erweiterung der Zimmerkapazitäten.

Die Wiener Hotelgruppe Schani expandiert im Jahr 2026 um zwei weitere Standorte. Während das Hotel Schani City im Frühjahr in der Leopoldstadt startet, folgt im Herbst ein weiteres Haus am Naschmarkt.

Motel One baut die eigene Präsenz auf dem österreichischen Markt aus. Bis zum Jahr 2029 soll das Portfolio im Nachbarland auf insgesamt 13 Häuser anwachsen. Ein zentraler Bestandteil der Wachstumsstrategie ist die Verdichtung des Angebots in Wien.

Das Grand Resort Bad Ragaz modernisiert ab Februar 2026 das Erdgeschoss des Grand Hotel Hof Ragaz. Trotz der umfassenden Bauarbeiten an der kulinarischen Infrastruktur und den öffentlichen Bereichen bleibt der Hotelbetrieb in wesentlichen Teilen des Resorts erhalten.

Die deutsche Hotellerie befindet sich im Wandel. Für 2026 zeigt sich ein Markt mit stabilisierten Übernachtungszahlen, aber steigenden Kosten, Fachkräftemangel und verändertem Buchungsverhalten. Klassische Preisstrukturen stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen.

Die Verträge für das 200-Millionen-Euro-Projekt am Südstrand von Fehmarn sind unterzeichnet. In einer Kooperation zwischen der Fehmarn Südstrand GmbH und der österreichischen Familux-Gruppe entsteht bis Anfang der 2030er Jahre ein neues Familienresort nebst Ferienwohnungen, das jährlich 130.000 zusätzliche Übernachtungen generieren soll.

Das sogenannte Multisourcing der Buchungsportale sorgt für Unmut in der Hotellerie. Der Hotelverband Deutschland (IHA) warnt vor unklaren Zuständigkeiten und einem Kontrollverlust über die Preise. Geschäftsführer Tobias Warnecke fordert in einem neuen Blogpost verbindliche Regeln und mehr Transparenz für Betriebe und Gäste.

Glanzvoller Abend in Mainz: Thies Sponholz gewinnt die begehrte Auszeichnung als Hotelier des Jahres 2026 für seine Arbeit im Hamburger The Fontenay. Zudem wird die langjährige DEHOGA-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges für ihren unermüdlichen Einsatz geehrt.

Die Lindner Hotel Group etabliert ein neues externes Beratergremium. Dieses soll das Management bei der strategischen Neuausrichtung sowie der kommerziellen Performance unterstützen und Impulse für das künftige Wachstum der Hotelmarken liefern.

Das Kölner Pullman-Hotel in Köln wird seinen operativen Betrieb zum Anfang Dezember 2026 vorerst einstellen. Das berichten mehrere Kölner Medien übereinstimmend. Damit verliert die Stadt einen ihrer zentralen Veranstaltungsorte für den Sitzungskarneval. Zimmerbuchung in 2027 über die Accor-Webseite sind nicht möglich.