Hotelkrimi an der Ostsee: Radisson ohne Zugriff auf Systeme in Rostock

| Hotellerie Hotellerie

Das Radisson Blu Hotel in Rostock, seit zwei Jahrzehnten ein etabliertes Haus in der Hansestadt, steht offenbar vor einer Umbenennung. Der Eigentümer Friedemann Kunz beabsichtigt, das Hotel künftig unter dem Namen „Scanhotels“ zu führen. Auch ein weiteres Objekt am Stadthafen soll unter der neuen Marke firmieren. Der offizielle Neustart ist für den 16. Juli geplant. Beobachtern zufolge wurde der Radisson-Schriftzug bereits vom Gebäude entfernt.

Kunz begründet die geplante Trennung mit dem Wunsch nach mehr Individualität und betont, dass finanzielle Engpässe nicht ausschlaggebend für diese Entscheidung waren, der eine längere Vorbereitungszeit vorausging.

Die Radisson Hotel Group jedoch erkennt die Kündigung der Verträge durch Friedemann Kunz nicht an und zeigt sich von den jüngsten öffentlichen Äußerungen des Eigentümers überrascht. Sie teilt weder dessen rechtliche noch tatsächliche Einschätzung und geht weiterhin davon aus, dass beide Hotels unter den Marken der Radisson Hotel Group weitergeführt werden.

Die Radisson Hotel Group betrachtet die einseitige Kündigung der Managementverträge durch die FH Rostocker Hotelbetriebs GmbH als unwirksam. Das Unternehmen kündigt an, sämtliche rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um seine vertraglichen und markenbezogenen Rechte zu wahren. Die Kommunikation und Umsetzung dieses Schritts entspreche nicht den Standards, die Radisson an Partnerschaften stellt.

Die Radisson Hotel Group betont, über viele Jahre hinweg maßgeblich zum Erfolg des Radisson Blu Hotel Rostock beigetragen zu haben. Unter ihrer Marke habe sich das Haus mit 251 Zimmern als eines der führenden Hotels in der Region etabliert, mit hohen Ansprüchen an Servicequalität und Gästezufriedenheit.

Durch die einseitige Vorgehensweise des Eigentümers sei der aktuelle Status der Hotels für Radisson rechtlich wie operativ unklar. Die Radisson Hotel Group hat nach eigenen Angaben derzeit keinen Zugriff auf die Systeme vor Ort und kann daher keine Verantwortung für den laufenden Hotelbetrieb übernehmen. Unabhängig von der aktuellen Situation bekräftigt die Radisson Hotel Group ihr langfristiges Engagement am Standort Rostock, wo sie unter anderem mit dem Prize by Radisson, Rostock City, vertreten ist.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im März 2026 mehr Übernachtungen verzeichnet als ein Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg vor allem die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland.

Die InterContinental Hotels Group (IHG) hat im ersten Quartal 2026 einen operativen Meilenstein erreicht und betreibt nun weltweit mehr als 7.000 Hotels. Die Marke wurde durch die Eröffnung von insgesamt 82 Hotels in den ersten drei Monaten überschritten.

Elf familien- und inhabergeführte Hotels aus der Oberpfalz haben die Kooperation „Wohlfühlhotels Bayerischer Jura“ gegründet. Die Initiative wurde bei einer Auftaktveranstaltung in Parsberg vorgestellt.

Die Stichting Hotel Claims Alliance hat nach eigenen Angaben mehrere gerichtliche Maßnahmen zur Beweissicherung im Zusammenhang mit der europaweiten Sammelklage gegen Booking.com eingeleitet. Unterstützt wird die Klage unter anderem vom Hotelverband Deutschland, der "Genug des Hinhaltens und Behinderns!" auf Social Media postete.

Trivago hat eine Kartellklage gegen Google vor dem Landgericht Hamburg eingereicht. Das Unternehmen wirft dem Suchmaschinenkonzern vor, den eigenen Hotelpreisvergleich in den allgemeinen Suchergebnissen bevorzugt zu behandeln und Wettbewerber wie Trivago dadurch zu benachteiligen.

​​​​​​​Marriott International hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung für den Betrieb des Hotelprojekts Seegut am Tegernsee in Bad Wiessee unterzeichnet. Das Resort soll künftig unter der Marke The Luxury Collection geführt werden. Die Eröffnung ist laut Mitteilung für das Jahr 2029 vorgesehen.

Das Sunneschlössli in Nesselwängle im Tiroler Tannheimer Tal bekommt neue Eigentümer. Nina und Matthias Kienzle übernehmen das Boutique-Apartmenthaus zum 1. Juli 2026. Das Ehepaar war nach eigenen Angaben seit 15 Jahren regelmäßig Gast des Hauses.

Nach der Insolvenz der Revo-Hospitality-Gruppe übernimmt die neu gegründete Ernst Leitz Hotel GmbH unter Führung der Familie Kaufmann das Ernst Leitz Hotel in Wetzlar. Die operative Leitung wird der Treugast Solutions Group übertragen.

Die Radisson Hotel Group baut ihr Portfolio in Deutschland und Österreich durch drei neue Standorte in Ahlbeck, Wien und Lustenau aus. In Kooperation mit der 1912 Hotels GmbH wächst die Präsenz der Gruppe in der DACH-Region damit auf insgesamt 90 Hotels.

Die Landlust Hotels bauen ihre Präsenz in Europa aus und integrieren fünf neue Partnerbetriebe in das Portfolio. Damit umfasst die Kollektion nun insgesamt 40 Häuser mit Schwerpunkten auf Regionalität und Naturverbundenheit.