Hotelmarkt Europa: Stabile Umsätze bei steigendem Kostendruck

| Hotellerie Hotellerie

Die europäische Hotellerie verzeichnet zum Jahresauftakt 2026 eine konstante Umsatzentwicklung. Laut aktuellen Daten des Analysedienstes HotStats zeigt sich jedoch ein deutliches Gefälle zwischen den einzelnen Regionen. Während Südeuropa und Spanien ihre Profitabilität festigen, kämpfen Nord- und Westeuropa mit stagnierenden Margen aufgrund steigender Betriebsausgaben.

Regionale Unterschiede in der Performance

Die Performance-Kennzahlen innerhalb Europas driften weiter auseinander. Den stärksten Zuwachs verbuchte Osteuropa mit einem Anstieg des Gesamtumsatzes pro verfügbarem Zimmer um 6,4 Prozent. Dies schlug sich in einem deutlichen Plus beim Bruttobetriebsgewinn von 9,8 Prozent nieder.

Südeuropa folgt diesem Trend. Im Gegensatz dazu stagniert die Entwicklung in Nord- und Westeuropa nahezu. In Westeuropa blieb die Marge auf dem niedrigsten Niveau innerhalb der betrachteten Regionen und verharrt damit weiterhin unter den Werten von vor der Pandemie.

Fokus Spanien: Hohe Profitabilität im Logis-Bereich

Spanien bestätigt seine Rolle als einer der profitabelsten Märkte. Der Gesamtumsatz pro verfügbarem Zimmer stieg dort um 3,0 Prozent, während der Bruttobetriebsgewinn um 4,0 Prozent zunahm. Die durchschnittliche Marge stabilisierte sich bei 41,0 Prozent.

Besonders effizient arbeitet in Spanien der Logis-Bereich, der eine Abteilungsmarge von 72,0 Prozent erreicht. Der Bereich Food & Beverage (F&B) steuert eine Marge von 21,0 Prozent bei. Innerhalb des F&B-Sektors erweisen sich insbesondere das Bankett- und Konferenzgeschäft als Wachstumstreiber, die derzeit schneller wachsen als der klassische Restaurantbetrieb.

Kostenstruktur belastet die Margen

Trotz der stabilen oder leicht steigenden Umsätze bleibt die Profitabilität in weiten Teilen Europas unter Druck. Hauptverantwortlich hierfür sind die Betriebskosten. Die Ausgaben für Personal, Energie und Versicherungen sind gestiegen und neutralisieren vielerorts die Zuwächse bei den Zimmerraten.

Im Wellness-Sektor zeigt sich eine leichte Konsumzurückhaltung. In Spanien beispielsweise sanken die durchschnittlichen Ausgaben pro Gast in diesem Bereich geringfügig von 8,40 Euro auf 8,00 Euro.

Für Hotelbetreiber bleibt die Kostenkontrolle das zentrale Thema des Jahres. Während die Nachfrage und der Umsatz stabil bleiben, entscheidet die Effizienz im operativen Management – insbesondere bei den Personal- und Energiekosten – über die tatsächliche Netto-Marge. Ein diversifiziertes Umsatzportfolio, das über die reine Zimmervermietung hinausgeht, gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.

Düsseldorf weist einer Analyse von Listflix zufolge unter deutschen Städten ab 300.000 Einwohnern die höchste Dichte an Beherbergungsbetrieben auf. In der Gruppe von 100.000 bis unter 300.000 Einwohnern liegt Heidelberg vorn.

Riadh Ben Ali aus dem Kastens Hotel Luisenhof wurde als erster Concierge in Hannover in die Vereinigung Les Clefs d'Or aufgenommen. Die internationale Organisation zeichnet damit die Fachkompetenz des Hotelmitarbeiters aus.

Die Hotelgruppe Ensana Hotels eröffnet mit dem Sairme South ihren ersten Standort in Georgien. Das neue Haus im Kaukasus legt einen Schwerpunkt auf medizinische Wellness-Anwendungen.

Die Fattal Hotel Group hat mit dem Erwerb des The Blakely Hotel in New York erstmals ein Objekt in den USA übernommen. Nach einer geplanten Sanierung ist die Wiedereröffnung für Mitte 2027 vorgesehen.

Die Göbel Hotels starten im Oktober mit dem Green Trail Hotel in Korbach eine neue Budget-Marke. Das Projekt umfasst 41 Zimmer und setzt auf ein energetisches Konzept mit Photovoltaik und Wärmepumpen.

Union Investment hat das Hotel Hilton Garden Inn in Innsbruck an die Schiehser Hotels Gruppe veräußert. Wie das Unternehmen mitteilte, werde der bisherige Betreiber das Haus auch in Zukunft unter der Marke Hilton Garden Inn weiterführen.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 741 Millionen Euro. Trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr blicken Experten für das Gesamtjahr optimistisch auf die Zwei-Milliarden-Euro-Marke.

Kleine Hotels und Gasthöfe stehen in Nordrhein-Westfalen unter Druck. Während die Zahl der Beherbergungsbetriebe binnen zehn Jahren deutlich sank, wuchs das Bettenangebot – und Ferienunterkünfte legten stark zu.