Die Übernachtungspreise für Geschäftsreisen sind zu Beginn des Jahres deutlich gestiegen. Nach dem aktuellen HotelHub Index erhöhte sich die durchschnittliche Rate pro Nacht weltweit um 7,17 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres. Während der Durchschnittspreis im ersten Quartal 2025 noch bei 177 US-Dollar lag, stieg er im gleichen Zeitraum dieses Jahres auf 189 US-Dollar an. Laut Mitteilung markiert dies eine Beschleunigung der Teuerung, nachdem die Preise im Vorjahr nahezu stabil geblieben waren.
Europäische Metropolen mit überdurchschnittlichen Steigerungen
In Europa fiel der Anstieg der Hotelraten besonders deutlich aus. Wie aus den Daten von HotelHub hervorgeht, kletterte der durchschnittliche Zimmerpreis in der Region von 154 US-Dollar im Vorjahr auf 175 US-Dollar, was einem Zuwachs von 13,88 Prozent entspricht. In einzelnen Städten zeigt sich eine noch stärkere Dynamik. So stiegen die Raten in Mailand um 29,29 Prozent auf durchschnittlich 314 US-Dollar. Stockholm verzeichnete ein Plus von 22,11 Prozent auf 195 US-Dollar, während die Preise in Amsterdam um 18,62 Prozent auf 256 US-Dollar anzogen.
Rückgang der Buchungszahlen in den USA
In den USA stiegen die Hotelpreise im Einklang mit dem weltweiten Trend um 7,61 Prozent auf durchschnittlich 226 US-Dollar pro Nacht. Nach Angaben des Unternehmens stellt dies eine Trendwende dar, da im Vorjahr noch ein Rückgang der Raten um 1,33 Prozent verzeichnet wurde. Gleichzeitig sank die Zahl der Buchungen in den USA um fast 12 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2025. Dies entspricht laut dem Bericht einem Rückgang der Hotelumsätze von mehr als 27 Millionen US-Dollar. Als mögliche Ursachen nennt die Analyse Auswirkungen von Zöllen und sinkende Besucherzahlen.
Geschäftsreisende verkürzen Aufenthaltsdauer
Trotz der gestiegenen Kosten halten Geschäftsreisende an ihren gewohnten Hotelstandards fest. Der Anteil der Buchungen in der Fünf-Sterne-Kategorie stieg leicht von 11,98 Prozent auf 12,13 Prozent an. Auch bei Vier-Sterne-Hotels (44,88 Prozent) und Drei-Sterne-Häusern (37,90 Prozent) blieb die Verteilung nahezu konstant. Um die Budgets zu entlasten, wurde stattdessen die Aufenthaltsdauer verkürzt. Diese sank im Durchschnitt um 2,54 Prozent von 2,50 Tagen auf 2,43 Tage. Dadurch stiegen die Gesamtausgaben pro Buchung mit 4,62 Prozent weniger stark an als die reinen Übernachtungsraten.
Regionale Verschiebungen
Am Beispiel Großbritanniens zeigt der Bericht eine Ausweichbewegung in kostengünstigere Städte. Während die Buchungen in London um 5,24 Prozent zurückgingen, stiegen sie in Manchester um 9,30 Prozent. Eine Übernachtung in London kostete im ersten Quartal durchschnittlich 324 US-Dollar, was etwa dem Preis für zwei Nächte in Manchester (160 US-Dollar) entspricht. Paul Raymond, kaufmännischer Leiter bei HotelHub, äußert sich dazu laut Mitteilung: „Die Geschäftswelt ist immer noch in Bewegung: Sie findet nur klügere Wege, um die Budgets zu strecken – sei es durch das Komprimieren von Reisen auf weniger Tage oder den Wechsel zu erschwinglicheren Reisezielen.“
Einfluss auf die Reisetätigkeit hatten zudem aktuelle Konflikte. Nach dem Beginn von Auseinandersetzungen im Nahen Osten am 28. Februar 2026 brachen die Buchungen in die Vereinigten Arabischen Emirate im März um fast 77 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat ein. Im Gegensatz dazu verzeichneten Kanada (plus 5,16 Prozent), Australien (plus 4,30 Prozent) und China (plus 4,20 Prozent) im ersten Quartal 2026 steigende Buchungszahlen.













