Nach Verwirrspiel: Union Investment flaggt Premium-Hotel in Berlin um

| Hotellerie Hotellerie

Seit Anfang Juli ist das Sofitel am Gendarmenmarkt geschlossen. Der neue Betreiber MHP hatte Mitarbeitern zunächst Arbeitsverträge auf den 1. September 2019 ausgestellt (Tageskarte berichtete). Jetzt soll das Haus renoviert werden und als Boutique-Hotel Luc der Autograph Collection von Marriott erst im Jahr 2020 eröffnen.

Union Investment gibt der rund 6.200 Quadratmeter großen Hotelimmobilie am Berliner Gendarmenmarkt ein komplett neues Gesicht. Aus dem bisherigen Sofitel Berlin Gendarmenmarkt, voraussichtlich im Frühjahr 2020 das neue Boutique-Hotel Luc. Franchisenehmer und Mieter wird die Munich Hotel Partners GmbH (MHP), die das Hotel unter Marke Autograph Collection Hotels von Marriott International betreiben wird. Die im Jahr 1981 errichtete und zuletzt im Jahr 1999 umfassend modernisierte Hotelimmobilie befindet sich seit 1997 im Bestand des Spezialfonds DEFO Immobilienfonds 1.

„Der strategische Fit von Hotelmarke, Konzept und Hotel-Asset hat uns und unsere Partner überzeugt“, sagt Martin Schaller, Leiter Asset Management Hospitality bei der Union Investment Real Estate GmbH. „Durch den neuen Markenauftritt für das Haus am Gendarmenmarkt liefern wir erstmals den Beweis in unserem Hotelportfolio, dass ein  Betreiber- und Markenwechsel die Positionierung des Hotels weiter schärfen und spannende Impulse für die Weiterentwicklung der Immobilie geben kann“. Das neue Boutique Hotel Luc wird sich nach Abschluss der Renovierungsarbeiten mit neu gestalteten Räumen auf Basis eines neuen Designkonzepts präsentieren.

„Wir freuen uns, unsere Partnerschaft mit Union Investment und Marriott nun auch auf den Berliner Hotelmarkt ausweiten zu können“, so MHP Geschäftsführer Dr. Jörg Frehse. „Der Berliner Gendarmenmarkt ist für uns mehr als nur der schönste Platz Berlins. Wir sehen hier das Potenzial, einen eigenen Zugang zur Geschichte dieses Ortes zu entwickeln. Uns geht es darum, lokales Erbe in ein zeitgenössisches Hotelerlebnis zu übersetzen.“

Zur Marke Autograph Collection Hotels gehören mehr als 170 luxuriöse Lifestyle-Hotels in über 35 Ländern. Das neue Boutique Hotel Luc setzt sich mit der preußischen Geschichte des Berliner Gendarmenmarkts auseinander. „Hier, wo die Idee der Friedrichstadt in geometrischer Klarheit realisiert wurde und die großen Ideale von Weltoffenheit und Geradlinigkeit noch heute spürbar sind, öffnet sich hinter strenger Fassade eine andere, bisher ungesehene Seite Preußens: nämlich eine voller Witz und augenzwinkernder Parodie. Darauf verweist bereits der Name „Luc“, den der französische Philosoph Voltaire als Spitznamen für seinen Freund und Förderer Friedrich II. von Preußen verwendete“, schreibt das Unternehmen.

„Der Marktanteil von Boutique Hotels liegt in Berlin bei gerade einmal drei Prozent und ist noch deutlich ausbaufähig. Das neue Hotel Luc leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Für uns als Eigentümerin der Immobilie ist die Kombination aus individueller Design-Note auf der einen Seite und der besonderen Marktstärke von Marriott auf der anderen Seite ein starkes Fundament zur Weiterentwicklung der Hotelimmobilie im vielfältigen Berliner Marktumfeld“, erläutert Schaller weiter.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das The Ritz-Carlton, Berlin hat auf der dritten Etage einen saisonalen Hochgarten eröffnet. Die Sommerbar öffnet wetterabhängig montags und kann an den übrigen Tagen für Veranstaltungen mit bis zu 40 Personen gebucht werden.

Der Wert des investmentrelevanten deutschen Hotelmarktes ist 2025 nach Berechnungen von bulwiengesa und Union Investment auf 66,1 Milliarden Euro gestiegen. Neue Hotelzimmer trugen den größten Teil zum Zuwachs bei, während Bestandswerte nur leicht zulegten.

Das Bristol Berlin bekommt nach umfassender Modernisierung eine neue Markenheimat. Das Traditionshotel am Kurfürstendamm wird als erstes Haus in Deutschland Teil der Vignette Collection von IHG Hotels & Resorts. Eigentümer Aroundtown will die letzten Arbeiten bis Ende 2026 abschließen.

Künstliche Intelligenz soll nach Einschätzung von Accenture künftig einen größeren Teil der Reiseplanung übernehmen. Während viele Verbraucher einem KI-Agenten bereits die Zusammenstellung einer kompletten Reise anvertrauen würden, wollen sie die Auswahl des Hotels häufig weiterhin selbst treffen.

Die irische Hotelmarke The Dean expandiert weiter auf dem deutschen Markt und eröffnet ein neues Haus im Münchner Westend. Das Hotel kombiniert ein vom bayerischen Jugendstil inspiriertes Design mit einem modernen japanischen Gastronomiekonzept.

Das Kölner Hopper Hotel St. Josef wurde neugestaltet, die Zimmer und öffentlichen Bereiche erhielten ein neues Designkonzept. Das Projekt verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit nachhaltigen Materialien und moderner Ausstattung.

Nach einem Bericht des SWR haben zwei Mainzer Hotels sämtlichen Beschäftigten gekündigt. Die Gewerkschaft NGG vermutet einen Zusammenhang mit einer geplanten Betriebsratsgründung, während die Hotelgruppe von dringenden betrieblichen Erfordernissen spricht.

Der geplante Verkauf des ehemaligen Dorint-Hotels am Stausee Bitburg an die Interspa-Gruppe ist gescheitert. Damit können auch die im Frühjahr 2025 vorgestellten Pläne für ein Familien- und Wellness-Resort vorerst nicht umgesetzt werden.

Scandic und Axfast planen in Stockholm ein unterirdisches Hotel mit 135 fensterlosen Zimmern. Das Haus soll 2027 eröffnen und in einem umgebauten Gebäude unter der Drottninggatan, der bekanntesten Einkaufsstraße Stockholms, entstehen.

Limehome hat im ersten Halbjahr 2026 nach eigenen Angaben neue Partnerschaften geschlossen und seine Expansion in mehreren europäischen Märkten fortgesetzt. Dazu gehören ein erstes Projekt mit Aroundtown in Frankfurt sowie weitere Vorhaben in Deutschland, Großbritannien, Italien, Belgien und den Niederlanden.