No cash!: Hotelgruppe prizeotel schafft das Bargeld ab

| Hotellerie Hotellerie

Die stark expandiere Design-Hotelgruppe prizeotel, derzeit mit sechs Hotels am deutschen Markt vertreten, hat zum Jahreswechsel die Barzahlung abgeschafft. Das Unternehmen geht von Einsparungen in hoher fünfstelliger Höhe aus, die den Mitarbeitern zugutekommen sollen. 

Ab 2020 erfolgt die konsequente Umstellung auf den digitalen Zahlungsweg. Im Jahre 2019 machte die Barzahlung bei prizeotel schon weit unter zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Die Entscheidung, die Methode der Bargeldzahlung abzuschaffen war für die Hotelkette nur eine Frage der Zeit: „Das Bargeld hat in unserer digitalen Zeit seine Legitimation sowohl aus ökologischer, als auch aus ökonomischer Sicht verloren. Es macht schlichtweg keinen Sinn, Bargeld physisch durch die Gegend zu transportieren, wenn der digitale Weg schneller, sicherer und hygienischer ist“, berichtet Constantin Rehberg, Chief Digital Officer bei prizeotel. Auch in den Bars der Hotels heißt es zukünfitg: No cash!

„Da sowohl die bürokratischen Anforderungen, als auch die Kosten für das Handling von Bargeld immer weiter steigen und parallel die Nutzung immer weiter zurückgeht, haben wir uns für die konsequente Abschaffung von Bargeld entschieden. So sparen wir eine hohe fünfstellige Summe pro Jahr“, ergänzt Rehberg weiter. Diese eingesparte Summe investiert die Hotelgruppe fortan in neue Vorteile für ihre Teammitglieder. So übernimmt prizeotel ab dem neuen Jahr beispielsweise die gesamten Kosten für den ÖPNV, bezuschusst Gesundheitsfördernde Maßnahmen, wie die Fitnessstudio-Mitgliedschaft und erhöht die Urlaubstage für alle Teammitglieder auf 30 Tage.

In den letzten Monaten hatten Restaurants, in denen die Barzahlerquote höher ist, als in einem Hotel, immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt schaffte die Hamburger Pizzeria Heat das Bargeld ab (Tageskarte berichtete) und polarisierte damit die Gästeschar. Damit steht das Heat in Deutschland nicht alleine da. Auch bei Stadtsalat in der Berliner Friedrichstraße heißt das Bezahlmotto: „No cash“. Auch alle acht Läden der Kaffeehaus-Kette „The Barn“ haben inzwischen komplett auf bargeldloses Bezahlen umgestellt, genau wie die „Public Coffee Roasters“ in Hamburg bereits 2017 (Tageskarte berichtete).

Die Europäische Zentralbank (EZB) meldete Mitte letzten Jahres in einer Aufstellung der Zahlungsverkehrsstatistik für das Berichtsjahr 2018 fast acht Prozent mehr bargeldlose Zahlungsvorgänge als im Vorjahr - und der Trend steigt. Auch bei prizeotel ist die Tendenz zur Kartenzahlung und zum Kontaktlosen Zahlen mit Apps und neuen Services deutlich zu spüren. Die Barzahlung macht bei der Design-Hotelkette bereits heute weit unter zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus, von daher wird es für die meisten Hotelgäste gar keine allzu große Umstellung werden. prizeotel verfolgt mit dieser Entscheidung konsequent weiter seine Strategie, in allen Arbeitsbereichen digitaler Vorreiter zu sein. Neben den sechs bereits eröffneten Hotels hat prizeotel Zu diesen 12 weitere Häuser im Bau oder in der Planung. Insgesamt kommt die Marke damit auf mehr als 3.600 Zimmer.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Premier Inn hat am Bodensee ein neues Hotel eröffnet. Der sechsgeschossige Neubau ist das 76. Hotel der Marke in Deutschland. Neben dem bereits bestehenden Standort in Lindau ist die Hotelgruppe damit nun auch in Konstanz vertreten.

Im August 2026 verbuchten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 58,7 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 1,1Prozent weniger als im August 2025.

Die Betreibergesellschaft des ehemaligen Hotels Reichshof in Norden, das heute Tides Boutique Hotel heißt, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben von des Insolvenzverwalters werde der Hotel- und Gastronomiebetrieb uneingeschränkt fortgeführt.

Im Darknet werden nach Angaben der Lindner Hotels AG Daten angeboten, die mutmaßlich aus dem Cyberangriff vom 8. Juni 2026 stammen. Überprüfte Beispieldaten enthalten tatsächlich Daten aus den betroffenen Beständen; der genaue Umfang der Datenentwendung werde weiter untersucht.

Wenn die nächste Generation übernehmen soll, bringt das in familiengeführten Häusern immer auch Herausforderungen mit sich. Als Hotelier in dritter Generation kennt Thomas Walther vom Hotel Walther und Hotel Steinbock diese nur zu gut – und berichtet Oliver Meyer im HotelPartner-Podcast, wie der Generationenwechsel erfolgreich ablaufen kann und welche Rolle das Thema Führung dabei spielt.

Die MHP Hotel AG hat ein Rückkaufangebot für bis zu 4.403.530 Aktien zu je 1,35 Euro beschlossen. Die Annahmefrist läuft vom 13. Oktober bis zum 2. November 2026; die erworbenen Aktien sollen überwiegend eingezogen werden.

Leonardo Hotels Central Europe hat das neu positionierte Leonardo Hannover Medical Park offiziell eröffnet. Aus zwei zuvor getrennt betriebenen Hotels ist ein gemeinsames Haus mit 208 Zimmern entstanden. Zum Konzept gehört auch eine Kooperation mit Tui Blue.

Der deutsche Hotel-Investmentmarkt verzeichnet nach drei Quartalen 2026 mehr Transaktionen, obwohl das Investmentvolumen gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Vor allem kleinere Transaktionen prägen das Marktgeschehen.

Die Hotelbuchung beendet die Reiseplanung häufig nicht. Eine Untersuchung von McKinsey und Skift unter 1.015 US-Reisenden zeigt, dass viele Befragte anschließend weiter recherchieren, Preise beobachten oder alternative Angebote prüfen.

Das Mercure City in der Kölner Friesenstraße hat seinen Betrieb eingestellt. Der Kölner Stadt-Anzeiger nennt technische Mängel und hohe notwendige Investitionen in den Brandschutz als Gründe. Das Pullman-Hotel an der Helenenstraße soll Anfang Dezember 2026 vorerst schließen.