Österreichische Hotellerie: Übernachtungen steigen in der Sommersaison

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Die österreichische Hotellerie verzeichnet in der bisherigen Sommersaison 2025 eine positive Entwicklung der Übernachtungszahlen. Trotz der Steigerung steht die Branche weiterhin vor großen Herausforderungen durch den steigenden Kostendruck und die Notwendigkeit, ein effizientes Kostenmanagement zu betreiben.

Sommerbilanz 2025: Zuwachs im August und stabile Gesamtzahlen

Die von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen für August 2025 zeigen einen Anstieg der Übernachtungen um 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr, womit insgesamt 21,27 Millionen in den österreichischen Beherbergungsbetrieben erreicht wurden.

Nach einem leichten Minus im verregneten Juli 2025 zog der traditionell nächtigungsstärkste Monat August spürbar an. Für die gesamte Sommersaison (Mai bis August 2025) ergibt sich ein Plus von 1,1 %, mit insgesamt 61,84 Millionen Übernachtungen.

Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie der WKÖ, kommentierte die Nachfrageentwicklung: „Anfang Juni hatten rund 60% unserer Betriebe optimistische Erwartungen an die Sommersaison. Die Daten für den August lassen eine stabile und positive Nachfrage erkennen und auch die Buchungslage im September ist durchwegs beständig. Die Erwartungen der Branche und der bisherige Verlauf der Sommersaison bestätigen, dass die Hotellerie ein verlässlicher Motor der österreichischen Wirtschaft ist und bleibt. Vom regionalen Arbeitsplatz bis zum regionalen Lieferanten - unsere Branche liefert nicht nur Betten, sondern ist die Wirtschaftskraft vor Ort.“

Kostendruck bremst positive Wirkung der Übernachtungszahlen

Obwohl die steigenden Übernachtungszahlen die Nachfrage nach dem qualitativ hochwertigen und vielfältigen Angebot der österreichischen Hotellerie belegen, sei dies allein kein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg.

Imlauer betonte, dass der Kostendruck nach wie vor wächst. Dies stelle die Betriebe vor die Herausforderung, dass die gestiegenen Kosten nicht 1:1 über die Preise weitergegeben werden können. Infolgedessen schrumpfen die Erträge und die Betriebsergebnisse sinken, auch wenn Umsätze gleich bleiben oder steigen.

„Die steigenden Zahlen zeigen, dass das qualitativ hochwertige und vielfältige Angebot der österreichischen Hotellerie national und international gefragt ist. Dennoch sind steigende Übernachtungen allein kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg," so Imlauer. Er hob jedoch die Innovations- und Tatkraft der Branche hervor, mit der sie "trotz aller Widrigkeiten Herausforderungen erfolgreich meistert".

Segmente: Unterschiedliche Auswirkungen der Wirtschaftslage

Die gesamtwirtschaftliche Situation hat eine unterschiedliche Wirkung auf die Segmente der Hotellerie:

  • Die Wellness- und Ferienhotellerie verzeichnet eine positivere Stimmung, wobei Nachfrage und Ertragslage den Erwartungen entsprechen.

  • In der Businesshotellerie ist die Stimmung hingegen verhaltener und die Lage herausfordernder. Unternehmen schränken Geschäftsreisen und Veranstaltungen ein. Gäste agieren preissensibler, konsumieren weniger Zusatzleistungen oder verkürzen den Aufenthalt.

Prognose: Winter stabil angelaufen, Kurzfristigkeit bleibt

Für die kommenden Saisonen prägen Kurzfristigkeit bei Buchungen und die Wetterlage die Aussichten.

  • Die Buchungslage für die Herbstferien und Weihnachtszeit wird als vorsichtig optimistisch eingeschätzt. Erwartet werden viele kurzfristige Buchungen, wobei Flexibilität als Wettbewerbsvorteil genannt wird.

  • Die Buchungen für den Winter 2025/2026 sind österreichweit sehr stabil angelaufen, insbesondere in klassischen Winterdestinationen.

Zur Winterprognose führte Imlauer aus: „Schneelage und Events bestimmen die Wirtschaftslage. Gibt es Schneefall in Europas Städten, trudeln bei uns die Buchungsanfragen ein. Gute Schneeverhältnisse bedeuten somit mehr Buchungen, vollere Häuser und zusätzliches Einkommen für zahlreiche Zulieferer in der Region.“ Gleichzeitig seien jedoch Events, attraktive Angebote und Wellnessbereiche wichtig, da der Schnee lediglich ein Verstärker und keine unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Saison sei. Immer mehr Regionen setzen auf Ganzjahres-Events, von Weinfesten bis zu Adventmärkten, um die Nachfrage zu verstärken.


 

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