Steigenberger Grand Hotel Bad Pyrmont: Betreibergesellschaft meldet Insolvenz an

| Hotellerie Hotellerie

Die Grand Hotel Bad Pyrmont Betriebs GmbH hat beim Amtsgericht Hameln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Ziel dieses Schrittes ist die Sanierung der Gesellschaft, um den Hotelbetrieb nach Abschluss der laufenden Modernisierungsmaßnahmen wieder aufzunehmen. Das Haus ist aufgrund baulicher Verzögerungen bereits seit Januar geschlossen.

Kostensteigerungen bei Sanierung als Ursache

Grund für den Gang zum Insolvenzgericht sind erhebliche Mehrkosten bei der seit Anfang 2024 laufenden Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Wie unter anderem Hotelvor9 berichtet belaufen sich die ungeplanten Zusatzkosten auf rund 6,5 Millionen Euro. Insbesondere die Bereiche Brandschutz und Schallschutz erwiesen sich demnach als deutlich sanierungsbedürftiger als ursprünglich kalkuliert.

Das Land Niedersachsen, das als Eigentümer der Immobilie fungiert, hat das Projekt bereits mit 25 Millionen Euro unterstützt. Weitere Verhandlungen über eine zusätzliche Kostenbeteiligung der öffentlichen Hand führten bislang zu keinem Ergebnis.

Fortführung unter Eigenverwaltung

Im Rahmen der angeordneten Eigenverwaltung bleibt Geschäftsführer Oliver Massabni weiterhin im Amt. Er wird durch die Generalhandlungsbevollmächtigte Zekira Fuest von der Kanzlei Brinkmann & Partner rechtlich unterstützt. Zur vorläufigen Sachwalterin wurde die Rechtsanwältin Karina Schwarz aus Hannover bestellt.

Das Verfahren dient dazu, eine langfristige Lösung für den Standort zu erarbeiten. Laut Massabni stehe man hierfür in engem Austausch mit dem Land Niedersachsen und dem Staatsbad Pyrmont, um die Interessen von Gläubigern und Mitarbeitern zu wahren.

Situation der Mitarbeiter und Wiedereröffnung

Die 62 Beschäftigten des Hauses befinden sich derzeit in Kurzarbeit. Ihre Gehälter werden für den Zeitraum des vorläufigen Verfahrens über eine Insolvenzgeldvorfinanzierung gesichert.

Da sich wesentliche öffentliche Bereiche des Hotels noch im Rohbau befinden, bleibt der Betrieb bis auf Weiteres eingestellt. Eine Wiedereröffnung wurde zuletzt für die zweite Jahreshälfte 2026 angestrebt. Ob dieser Zeitplan durch das nun eingeleitete Verfahren und die ausstehende Finanzierung der Mehrkosten gehalten werden kann, ist Gegenstand der laufenden Sanierungsbemühungen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Stadt Wiesbaden hat die Baugenehmigung für die umfassende Sanierung und den Teilneubau des Hotels Nassauer Hof erteilt. Das Projekt umfasst unter anderem die Aufstockung des Nordflügels und die Wiedererrichtung einer historischen Glaskuppel.

Welche Tourismussegmente zu Ferienbeginn noch reichlich Kapazitäten haben und wo es vergleichsweise voll werden kann - darauf deutet eine Betriebsumfrage hin. Kurzentschlossene könnten profitieren.

Hard Rock International startet den Buchungsbetrieb für sein neues Hotel auf Malta. Die Eröffnung der Anlage mit 397 Zimmern und einem 3.800 Quadratmeter großen Wellnessbereich ist für Juli 2026 geplant.

Ein Podcast von HotelPartner beleuchtet die Preisstrategie des Hotels Grace La Margna in St. Moritz. General Manager David Frei nennt darin konkrete Zahlen zur Entwicklung der Zimmerpreise und zur Positionierung des Hauses.

Premier Inn hat zeitgleich drei neue Häuser in Freiburg, München und Koblenz eröffnet und baut damit die eigene Präsenz auf dem deutschen Markt auf rund 70 Standorte aus.

Zwei Jahre nach Einleitung eines DMA-Verfahrens gegen Alphabet fordern Unternehmen ein entschlosseneres Vorgehen der EU-Kommission. Laut Mitteilung sei die Umsetzung der Vorgaben weiterhin nicht abgeschlossen.

Die Investorensuche für die insolvente Revo Hospitality Group stößt auf großes Interesse. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, haben nach Angaben der Restrukturierer mehr als einhundert potenzielle Investoren Zugang zum Datenraum erhalten.

Das Hotel Sacher Wien feiert sein 150-jähriges Bestehen mit der Enthüllung zweier Skulpturen des Künstlers Erwin Wurm vor dem Haupteingang. Im Verlauf des Jahres sind weitere Jubiläumsaktionen geplant.

Die The Chocolate on the Pillow Group entwickelt in Potsdam ein neues Tribute Portfolio Hotel mit 145 Zimmern. Die Eröffnung des Objekts im historischen Zentrum ist für den Sommer 2026 vorgesehen.

Nach einem kalenderbedingt starken Februar verzeichnet die österreichische Hotellerie im März eine deutliche Buchungszurückhaltung. Strukturelle Verschiebungen zugunsten von Ferienwohnungen und hohe Betriebskosten belasten die Branche weiterhin massiv.