Stimmungsbarometer in der Hotellerie Sommersaison 2024

| Hotellerie Hotellerie

Die Ergebnisse der diesjährigen Umfrage von Kohl & Partner zeigen, dass sich die Stimmung in der Tourismusbranche im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert hat. Der Tourismus im Alpenraum ist auf gutem Wege, wenngleich die Herausforderungen wachsen.

Es sind vor allem Faktoren wie steigende Mitarbeiterkosten, die Nachwehen der Inflation und das veränderte Gästeverhalten, die den Betrieben zu schaffen machen. Auffällig sind deutliche regionale Unterschiede im Alpenraum – besonders positiv ist die Stimmung in Südtirol, keiner der Befragten bewertet die Stimmung hier negativ. Während in einigen Bereichen Optimismus herrscht, stehen viele Betriebe vor erheblichen Herausforderungen. Die Schere zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen scheint sich immer weiter zu öffnen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind heute wichtiger denn je, um sich in einem zunehmend volatilen Umfeld zu behaupten.

Stimmungsbild gesamt: Deutlich besser als im Vorjahr

Auf einer Skala von 1 (pessimistisch) bis 5 (optimistisch) ergab die Umfrage im letzten Jahr einen Durchschnittswert von 2,8, während sie dieses Jahr auf 4,0 gestiegen ist. Die Branche blickt demnach trotz gestiegener Herausforderungen zuversichtlicher in die Zukunft. „Wir sehen positive Entwicklungen in der Stimmung, was unserer Branche insgesamt guttut. Gleichzeitig nehmen die Herausforderungen zu“, erklärt Helmut List, Managing Partner bei Kohl & Partner. „Die Vorzeichen für den weiteren Verlauf der Saison sind zwar gut, doch wie immer wird die endgültige Rechnung erst am Ende gemacht“, fügt er hinzu. Fest steht, dass Betriebe noch flexibler werden müssen, um auf volatile Rahmenbedingungen zu reagieren, weiß Helmut List.

Weitere Ergebnisse der aktuellen Branchenumfrage von Kohl > Partner:

Regionale Unterschiede bei der Stimmung: In Österreich bewerten 50 % der Befragten die Stimmung als neutral, 31 % sind optimistisch und 19 % pessimistisch. In Bayern ergibt sich ein ähnliches Bild, wobei 41 % optimistisch und 44 % neutral sind, aber 15 % eine pessimistische Einschätzung haben. Besonders positiv ist die Lage in Südtirol, wo 55 % der Befragten eine neutrale und 45 % eine optimistische Haltung haben. Keiner der Befragten aus Südtirol bewertet die Stimmung negativ, was als deutliches Signal gewertet werden kann.

Größte Herausforderungen: Mitarbeiter, Kosten und Auslastung

Mitarbeitergewinnung ist in Deutschland (51 %) und Südtirol (49 %) ein größeres Problem als in Österreich (31 %). Im letzten Stimmungsbarometer waren es noch fast 60% der Befragten, die darüber klagten.

Die Erhöhung der Mitarbeiterkosten wird insbesondere in Deutschland (51 %) und Österreich (48 %) als Herausforderung genannt, während dieses Thema in Südtirol (25 %) weniger relevant ist.

Preissteigerungen und Inflation sind in Österreich (50 %) und Deutschland (46 %) ein zentrales Problem, während nur 18 % der Südtiroler Betriebe dies als größte Herausforderung sehen. Die eigene Preisdurchsetzung scheint im Vergleich zum Vorjahres-Barometer hingegen nicht mehr so brisant zu sein.

Auslastung im Sommer 2024 – Meinungen driften auseinander: Deutsche Betriebe berichten mit 41 % am häufigsten von einer schlechteren Auslastung als erwartet, gefolgt von den österreichischen Betrieben (33 %). In Südtirol waren es nur 20 % der Betriebe, die eine schlechtere Auslastung verzeichneten.

Preiserhöhungen am Markt großteils akzeptiert:  In Deutschland sind 73 % der Befragten mit der Preisdurchsetzung zufrieden oder sehr zufrieden, in Südtirol sind es 67 % und in Österreich 60 %. Die Preissteigerungen der letzten Jahre konnten demnach gut umgesetzt werden.

Fortwährende Zurückhaltung im Konsumverhalten der Gäste: Spartrends im Konsumverhalten sind nach wie vor erkennbar. In Österreich geben 73 % der Betriebe an, dass ihre Gäste weniger ausgeben, in Deutschland sind es 53 % und in Südtirol 46 %. Die Zusatzkonsumation der Gäste hat sich laut Umfrage nur bei sehr wenigen Betrieben verbessert. Gespart wird im Gastronomiebereich (59 %), bei der Aufenthaltsdauer (16 %) und bei Wellness-Angeboten (13 %).

Mitarbeitersituation – eine überraschend positive Entwicklung: Im Vergleich zum letzten Jahr gab es eine überraschend positive Entwicklung bei der Mitarbeitersituation. In Österreich und Südtirol sagen nur noch 9 % bzw. 6 % der Betriebe, dass ihnen Mitarbeiter fehlen. In Deutschland ist die Lage etwas angespannter, hier geben 15 % an, dass sie einen Mangel an Mitarbeitern haben. Im Vorjahr haben noch 45 % der Befragten angegeben, dass akuter Mitarbeitermangel besteht.

Umsatzerwartungen Sommer 2024, Vorschau auf den Herbst und Ausblick auf die Wintersaison: Die Umsatzerwartungen der Betriebe sind insgesamt positiv. Fast 80 % der Befragten sagen, dass ihre Umsätze gleich oder besser als im Vorjahr sein werden. In Österreich und Deutschland gibt ein Viertel der Befragten an, dass die Umsätze schlechter ausfallen könnten. Im Vergleich zum Vorjahr insgesamt ein ernüchterndes Bild, wo noch knapp 45% der Befragten von einer besseren Umsatzerwartung gesprochen haben.

Zudem zeigt die Umfrage eine überwiegend positive Erwartung für den kommenden Herbst. 70 % der Befragten sind optimistisch und gehen davon aus, dass die Auslastung wie erwartet oder sogar besser sein wird, wenn die Rahmenbedingungen wie das Wetter stimmen. In Bezug auf die kommende Wintersaison sind die meisten Befragten neutral gestimmt (54 %). Mit 25% blicken deutlich mehr als im Vorjahr (16%) optimistisch auf die kommende Wintersaison.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.

Düsseldorf weist einer Analyse von Listflix zufolge unter deutschen Städten ab 300.000 Einwohnern die höchste Dichte an Beherbergungsbetrieben auf. In der Gruppe von 100.000 bis unter 300.000 Einwohnern liegt Heidelberg vorn.

Riadh Ben Ali aus dem Kastens Hotel Luisenhof wurde als erster Concierge in Hannover in die Vereinigung Les Clefs d'Or aufgenommen. Die internationale Organisation zeichnet damit die Fachkompetenz des Hotelmitarbeiters aus.

Die Hotelgruppe Ensana Hotels eröffnet mit dem Sairme South ihren ersten Standort in Georgien. Das neue Haus im Kaukasus legt einen Schwerpunkt auf medizinische Wellness-Anwendungen.

Die Fattal Hotel Group hat mit dem Erwerb des The Blakely Hotel in New York erstmals ein Objekt in den USA übernommen. Nach einer geplanten Sanierung ist die Wiedereröffnung für Mitte 2027 vorgesehen.

Die Göbel Hotels starten im Oktober mit dem Green Trail Hotel in Korbach eine neue Budget-Marke. Das Projekt umfasst 41 Zimmer und setzt auf ein energetisches Konzept mit Photovoltaik und Wärmepumpen.

Union Investment hat das Hotel Hilton Garden Inn in Innsbruck an die Schiehser Hotels Gruppe veräußert. Wie das Unternehmen mitteilte, werde der bisherige Betreiber das Haus auch in Zukunft unter der Marke Hilton Garden Inn weiterführen.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 741 Millionen Euro. Trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr blicken Experten für das Gesamtjahr optimistisch auf die Zwei-Milliarden-Euro-Marke.

Kleine Hotels und Gasthöfe stehen in Nordrhein-Westfalen unter Druck. Während die Zahl der Beherbergungsbetriebe binnen zehn Jahren deutlich sank, wuchs das Bettenangebot – und Ferienunterkünfte legten stark zu.