Streit um Übernachtungssteuer in Kassel: Hoteliers kämpfen mit Bürgerbegehren

| Hotellerie Hotellerie

Die geplante Einführung einer Übernachtungssteuer sorgt in Kassel für heftige Diskussionen. Während die Stadt eine Steuer von fünf Prozent auf den Netto-Übernachtungspreis erheben will, formiert sich massiver Widerstand aus der Hotelbranche.

Mehrere Kasseler Hotels, darunter der Renthof und das Hotel Gude, haben ein Bürgerbegehren gegen die Abgabe ins Leben gerufen. Ziel ist es, mindestens 4.501 Unterschriften zu sammeln, um einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Unterstützt wird die Initiative vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Hessen, der die Steuer als zusätzliche Belastung für die nach der Pandemie ohnehin angeschlagene Branche kritisiert. In einem offenen Brief fordern die Hoteliers die Stadt auf, von ihren Plänen Abstand zu nehmen und bemängeln die mangelnde Einbindung der Branche in die Entscheidungsfindung.

Die Stadt Kassel reagierte prompt und verwies auf die geltende Rechtslage. Nach § 8b der Hessischen Gemeindeordnung seien Bürgerentscheide über kommunale Abgaben – und damit auch über die Übernachtungssteuer – grundsätzlich ausgeschlossen. Entsprechend sieht die Verwaltung das Bürgerbegehren als nicht zulässig an, kündigte aber an, die eingereichten Unterschriften dennoch zu prüfen.

Ungeachtet der rechtlichen Hürden setzen die Hoteliers ihre Proteste fort. Über soziale Medien und Informationskampagnen versuchen sie, die Öffentlichkeit für ihr Anliegen zu sensibilisieren. Ob der Widerstand Erfolg haben wird, bleibt offen – klar ist jedoch: Die geplante Steuer hat einen tiefen Riss zwischen Stadtverwaltung und Hotellerie hinterlassen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

People Inc. will MGM Resorts für mehr als 18 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Verwaltungsrat des Casino- und Hotelkonzerns prüft derzeit das Angebot des Medienunternehmens von Barry Diller.

Die Moselstern-Gruppe übernimmt zum 1. Juni 2026 den Betrieb des Boutique Hotels Moselgarten in Bullay. Das teilte Insolvenzverwalter Ingo Grünewald mit. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sei zudem ein regionales Investorenteam gefunden worden, das die Immobilie am Moselufer erworben habe.

Mitten im Indischen Ozean liegt die Leitung des Le Méridien Maldives Resort & Spa seit über drei Jahren in den Händen eines gebürtigen Kölners: General Manager Thomas Schult berichtet über seine Führungsphilosophie und ein neues Luxusverständnis zwischen Exklusivität und Nachhaltigkeit.

Die DSR Hotel Holding übernimmt zum 1. September 2026 das Hotel Caro & Selig am Tegernsee. Das Haus wird künftig unter der Marke A-Rosa betrieben.

Für 165 Hotels der insolventen REVO Hospitality Group sind Investorenlösungen gefunden worden. Der überwiegende Teil der rund 5.450 Hotelarbeitsplätze soll erhalten bleiben. Dagegen werden die Arbeitsverhältnisse von 450 Mitarbeitern der Unternehmenszentrale nicht fortgeführt.

Bei den Akzent Hotels haben in den vergangenen Monaten fünf Häuser innerhalb des Netzwerks einen Generationswechsel vollzogen. Die neuen Betriebsleiter rekrutierten sich dabei aus der Gruppe der sogenannten Jungen Akzentler.

Das Davoser Fünf-Sterne-Hotel Seehof stellt seinen Sommerbetrieb zum 14. Juni 2026 ein. Die Betreiberin Revo Hospitality Group verweist auf Synergien mit dem ebenfalls in Davos betriebenen Grandhotel Belvédère.

Die Motel One Group hat zum 1. Juni 2026 zwei bislang von der Revo Hospitality Group betriebene Hotels in Kiel übernommen. Für die Immobilien wurde ein neuer Mietvertrag über 25 Jahre abgeschlossen.

Die Bülow AG hat den Verkaufsprozess für den Porsche Design Tower Stuttgart gestartet. Das 2023 fertiggestellte Gebäude umfasst Hotel- und Büroflächen mit insgesamt rund 16.500 Quadratmetern Mietfläche.

Das Flensburger Boutiquehotel Petuh begeht sein fünfjähriges Bestehen. Nach einer umfassenden Sanierung infolge einer Sturmflut im Jahr 2023 setzt das Haus weiter auf eine Ausrichtung für Erwachsene, die Abstand vom Alltag suchen.