US-Sanktionen vertreiben Hotelketten aus Kuba

| Hotellerie Hotellerie

Nach der Androhung von Sanktionen durch die US-Regierung verliert der mächtige kubanische Militärkonzern Gaesa internationale Geschäftspartner in der Hotelbranche auf der Karibikinsel. Die sozialistische Regierung Kubas bezeichnete die US-Maßnahmen als die bisher «größte, übermäßigste und gefährlichste Eskalation» der Spannungen mit Washington.

Hotelketten wie Iberostar aus Spanien, Royalton aus Kanada (früher Blue Diamond) und Archipelago International aus Indonesien haben Medienberichten zufolge begonnen, sich teilweise aus Kuba zurückzuziehen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Mai neue Sanktionen gegen Gaesa verhängt. Ziel sei es, der kommunistischen Militärführung und den Eliten des Landes den Zugang zu Vermögenswerten zu entziehen. Auch ausländischen Banken und Unternehmen drohen ab dem 5. Juni Sanktionen, falls sie weiterhin mit dem Konzern zusammenarbeiten. Schätzungen zufolge kontrolliert Gaesa mindestens 40 Prozent der kubanischen Wirtschaft in verschiedenen Bereichen.

Laut Kuba will Washington den Inselstaat wirtschaftlich isolieren

Havanna kritisierte die US-Sanktionen scharf. «Das erklärte Ziel besteht darin, das Land diplomatisch, wirtschaftlich, finanziell und im Energiebereich zu isolieren», hieß es. Gaesa sei weder eine undurchsichtige Struktur noch ein Instrument zur Bereicherung einiger weniger. Vielmehr habe das Unternehmen angesichts des «Wirtschaftskriegs» der Vereinigten Staaten seit den 1990er Jahren mit Investitionen in Infrastruktur und Sozialprojekte eine entscheidende Rolle für das Wohl der Kubaner gespielt.

Die Tourismusbranche steckt in der Krise

Seit der Corona-Pandemie hat sich die Tourismusbranche auf Kuba nicht erholt. Hinzu kommen die Wirtschaftskrise und anhaltende Stromausfälle, die Besucher abschrecken. Die jüngsten US-Sanktionen gegen Öllieferungen nach Kuba haben die Lage weiter verschärft. Wegen des Treibstoffmangels haben zahlreiche Fluggesellschaften ihre Verbindungen auf die Karibikinsel eingestellt.

Iberostar bestätigte am Dienstag, die Verwaltung von zwölf Hotels in Kuba aufzugeben, die zur Hoteltochter Gaviota von Gaesa gehören. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben bislang die zweitgrößte Hotelkette des Landes und betreibt dort insgesamt 18 Hotels. 

Hintergrund des Schritts ist Medienberichten zufolge die angekündigte Verschärfung der US-Sanktionspolitik. Iberostar bestätigte diesen Zusammenhang jedoch nicht ausdrücklich, sprach aber von einer «kritischen und komplexen» Lage in Kuba. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.

Düsseldorf weist einer Analyse von Listflix zufolge unter deutschen Städten ab 300.000 Einwohnern die höchste Dichte an Beherbergungsbetrieben auf. In der Gruppe von 100.000 bis unter 300.000 Einwohnern liegt Heidelberg vorn.

Riadh Ben Ali aus dem Kastens Hotel Luisenhof wurde als erster Concierge in Hannover in die Vereinigung Les Clefs d'Or aufgenommen. Die internationale Organisation zeichnet damit die Fachkompetenz des Hotelmitarbeiters aus.

Die Hotelgruppe Ensana Hotels eröffnet mit dem Sairme South ihren ersten Standort in Georgien. Das neue Haus im Kaukasus legt einen Schwerpunkt auf medizinische Wellness-Anwendungen.

Die Fattal Hotel Group hat mit dem Erwerb des The Blakely Hotel in New York erstmals ein Objekt in den USA übernommen. Nach einer geplanten Sanierung ist die Wiedereröffnung für Mitte 2027 vorgesehen.

Die Göbel Hotels starten im Oktober mit dem Green Trail Hotel in Korbach eine neue Budget-Marke. Das Projekt umfasst 41 Zimmer und setzt auf ein energetisches Konzept mit Photovoltaik und Wärmepumpen.

Union Investment hat das Hotel Hilton Garden Inn in Innsbruck an die Schiehser Hotels Gruppe veräußert. Wie das Unternehmen mitteilte, werde der bisherige Betreiber das Haus auch in Zukunft unter der Marke Hilton Garden Inn weiterführen.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 741 Millionen Euro. Trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr blicken Experten für das Gesamtjahr optimistisch auf die Zwei-Milliarden-Euro-Marke.

Kleine Hotels und Gasthöfe stehen in Nordrhein-Westfalen unter Druck. Während die Zahl der Beherbergungsbetriebe binnen zehn Jahren deutlich sank, wuchs das Bettenangebot – und Ferienunterkünfte legten stark zu.