Verwirrung über Corona-Regeln für Hotels im Harz

| Hotellerie Hotellerie

Nach rund zweimonatiger coronabedingter Zwangspause dürfen Sachsen-Anhalts Hoteliers von diesem Freitag (22. Mai) an wieder Touristen beherbergen - zunächst allerdings nur Sachsen-Anhalter. Die Buchungslage sei insgesamt gut, sagte Michael Schmidt vom Branchenverband Dehoga. Wegen der Beschränkung auf Gäste aus Sachsen-Anhalt hätten die Hoteliers aber gerade für das Himmelfahrtswochenende viele Buchungsanfragen ablehnen müssen. Neben den Hotels dürfen nun auch Restaurants wieder öffnen - ohne das wie bisher beantragen zu müssen.

Die Hoteliers und Wirte müssen sich dabei an strenge Sicherheitsregeln halten, die das Wirtschaftsministerium mit Branchenvertretern festgelegt hat. So müssen die Angestellten in Restaurants und Hotels Mundschutz tragen. Reservierungen und Buchungen sollen möglichst kontaktlos erfolgen. Auch Restaurants müssen außerdem Namen und Kontaktdaten ihrer Gäste notieren, damit sie im Falle eines Ausbruchs des Virus erreichbar sind. Alle Hotels und Restaurants müssen auf Nachfrage ein individuelles Sicherheitskonzept vorlegen können und ihre Gäste darüber informieren.

Ab 28. Mai dürfen dann auch Touristen aus anderen Bundesländern in Sachsen-Anhalts Hotels absteigen. Auch für den Zeitraum seien schon einige Buchungen eingegangen, sagte Schmidt. Die Regelung in Sachsen-Anhalt ist umstritten. Kritiker bemängelten unter anderem, dass in den Nachbarländern andere Fristen und Regeln gelten.

Das führte vor allem im Harz zu Problemen. Das Mittelgebirge gehört sowohl für Sachsen-Anhalt als auch für Niedersachsen zu den wichtigsten touristischen Regionen. Dennoch konnten sich die Regierungen in Magdeburg und Hannover nicht auf einen gemeinsamen Fahrplan zur Wiederöffnung verständigen.

So dürfen die Hotels im niedersächsischen Harz erst am Montag wieder Touristen beherbergen - dafür dann aus allen Bundesländern. Die Restaurants im Westharz können dafür schon seit Tagen wieder öffnen, in Sachsen-Anhalt war dafür bislang eine Sondergenehmigung nötig. Auch in den kommenden Tagen werden in beiden Bundesländern noch unterschiedliche Regelungen gelten.

Das habe bei vielen Gästen zu Verwirrungen geführt, sagte die Geschäftsführerin vom Harzer Tourismusverband, Carola Schmidt. Den Touristen sei die Teilung des Harzes bei ihren Planungen gar nicht bewusst. «Die Leute sitzen zu Hause und überlegen sich, dass sie gern in den Harz fahren wollen.» In welches Bundesland man dabei fahre, habe bisher nie einen Unterschied gemacht. «Der Harz ist für uns eine Destination».

Dennoch zeigte sich auch Schmidt erleichtert über die Wiedereröffnung. «Wir fahren bisher mit angezogener Handbremse». Die Hoteliers seien «sehr, sehr froh», dass sie nun wieder öffnen könnten. Auch sie ist wie ihr Namensvetter vom Dehoga zufrieden mit der bisherigen Buchungslage. «Wir sind sicherlich nicht an der Kapazitätsgrenze aber eine gewisse Nachfrage ist da», sagte sie.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Hotelmarke Ruby expandiert mit der Eröffnung des Ruby Frida nach Stockholm. Das neue Haus im Stadtteil Kungsholmen setzt auf ein von den 1960er Jahren inspiriertes Designkonzept.

Deutschlands Beherbergungsbetriebe haben im Mai 2026 insgesamt 49,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Der Zuwachs von 3,8 Prozent wurde von Gästen aus dem Inland getragen, während die Auslandsnachfrage leicht zurückging.

Düsseldorf weist einer Analyse von Listflix zufolge unter deutschen Städten ab 300.000 Einwohnern die höchste Dichte an Beherbergungsbetrieben auf. In der Gruppe von 100.000 bis unter 300.000 Einwohnern liegt Heidelberg vorn.

Riadh Ben Ali aus dem Kastens Hotel Luisenhof wurde als erster Concierge in Hannover in die Vereinigung Les Clefs d'Or aufgenommen. Die internationale Organisation zeichnet damit die Fachkompetenz des Hotelmitarbeiters aus.

Die Hotelgruppe Ensana Hotels eröffnet mit dem Sairme South ihren ersten Standort in Georgien. Das neue Haus im Kaukasus legt einen Schwerpunkt auf medizinische Wellness-Anwendungen.

Die Fattal Hotel Group hat mit dem Erwerb des The Blakely Hotel in New York erstmals ein Objekt in den USA übernommen. Nach einer geplanten Sanierung ist die Wiedereröffnung für Mitte 2027 vorgesehen.

Die Göbel Hotels starten im Oktober mit dem Green Trail Hotel in Korbach eine neue Budget-Marke. Das Projekt umfasst 41 Zimmer und setzt auf ein energetisches Konzept mit Photovoltaik und Wärmepumpen.

Union Investment hat das Hotel Hilton Garden Inn in Innsbruck an die Schiehser Hotels Gruppe veräußert. Wie das Unternehmen mitteilte, werde der bisherige Betreiber das Haus auch in Zukunft unter der Marke Hilton Garden Inn weiterführen.

Der deutsche Hotelinvestmentmarkt erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 741 Millionen Euro. Trotz eines Rückgangs gegenüber dem Vorjahr blicken Experten für das Gesamtjahr optimistisch auf die Zwei-Milliarden-Euro-Marke.

Kleine Hotels und Gasthöfe stehen in Nordrhein-Westfalen unter Druck. Während die Zahl der Beherbergungsbetriebe binnen zehn Jahren deutlich sank, wuchs das Bettenangebot – und Ferienunterkünfte legten stark zu.