Vier Fehler in der Gästekommunikation vor der Anreise

| Hotellerie Hotellerie

Die Kommunikation mit den Gästen vor der Anreise wird in der Hotellerie noch immer häufig unterschätzt – dabei ist sie laut eHotelier ein entscheidender Faktor für die Gästezufriedenheit. Werden in dieser Phase Fehler gemacht, kann dies zu Enttäuschungen und verpassten Chancen führen. Ein gut durchdachter Kommunikationsprozess vor der Anreise hingegen kann die Vorfreude steigern, die Erwartungen steuern und sogar den Umsatz erhöhen.

Mangelnde Personalisierung und falscher Zeitpunkt

Einer der häufigsten Fehler ist der Versand irrelevanter Angebote oder standardisierter Nachrichten an alle Gäste. Ein Geschäftsreisender, der ein Angebot für ein romantisches Dinner erhält, oder eine Familie, die bei einem Kurzaufenthalt mit Add-ons überschüttet wird, empfindet diese Kommunikation als nicht zutreffend. Ursache dafür ist oft, dass die Gästedaten über verschiedene Systeme, wie das Property Management System, die Buchungsmaschine oder E-Mail-Plattformen, verteilt sind. Eine zentralisierte Datenverwaltung kann hier Abhilfe schaffen.

Auch der Zeitpunkt der Nachrichten ist entscheidend. Viele Hotels senden Angebote entweder direkt nach der Buchung oder erst am Anreisetag.

  • Zu früh: Kurz nach der Buchung, wenn der Gast gerade erst eine finanzielle Entscheidung getroffen hat, wirken zusätzliche Angebote oft aufdringlich und werden ignoriert.

  • Zu spät: Am Anreisetag, wenn der Gast bereits unterwegs oder am Flughafen ist, hat er keine Zeit oder Lust, lange Nachrichten über Frühstückspakete oder Spa-Rabatte zu lesen.

Der ideale Zeitpunkt für die Gästekommunikation vor dem Aufenthalt liegt drei bis vier Tage vor der Anreise. In dieser Phase bereiten sich die Gäste mental auf ihre Reise vor und sind empfänglicher für Upgrades oder nützliche Informationen.

Diskrepanz zwischen Versprechen und Realität

Ein weiterer Punkt, der die Gästeerwartung negativ beeinflusst, sind missverständliche oder irreführende Informationen. Dies kann bereits bei der Buchung beginnen, aber die Kommunikation vor der Anreise bietet eine wichtige Gelegenheit, solche Unklarheiten zu beseitigen.

Beispiele hierfür sind: Ein Zimmer wird mit Fotos von einem Meerblick beworben, obwohl der Gast ein Zimmer mit Blick auf den Hof gebucht hat oder Einrichtungen wie ein Pool oder ein Restaurant werden präsentiert, ohne klarzustellen, dass sie saisonal geschlossen sind.

Solche Diskrepanzen können die gesamte Hotelerfahrung beeinträchtigen. Es ist wichtig, Zimmerbeschreibungen und Bilder aktuell zu halten und die Informationen vorab transparent zu kommunizieren. Wenn eine Einrichtung nicht verfügbar ist, sollte dies proaktiv mitgeteilt werden, um Enttäuschungen zu vermeiden.

Falsche Kanalwahl

Es geht nicht nur darum, über mehrere Kanäle zu kommunizieren, sondern den richtigen Kanal für die jeweilige Nachricht zu wählen. Das Senden eines langen Textes per SMS oder das Ignorieren von Kommunikationswegen wie WhatsApp, die der Gast bereits nutzt, kann zu Missverständnissen und Ineffizienz führen. Insbesondere jüngere Reisende bevorzugen direkte und bequeme Instant-Messaging-Dienste. Das gewählte Medium sollte zum Inhalt und zur Erwartung des Gastes passen, um dessen Aufmerksamkeit zu gewährleisten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Numa Group übernimmt den Anbieter Lisbon Serviced Apartments und erweitert damit das Portfolio in Lissabon um 19 Objekte. Die Integration in die eigene Technologieplattform soll nun die betriebliche Effizienz der Unterkünfte steigern.

Relais & Châteaux erweitert das eigene Portfolio um zehn neue Mitglieder. Die Neuzugänge erstrecken sich über mehrere Kontinente und umfassen Standorte in Frankreich, England, Italien, der Schweiz, Portugal, Japan, Mexiko sowie den Vereinigten Staaten.

Die Hotelgruppe Meininger Hotels erweitert ihr Portfolio um einen ersten Standort in Schottland. Am 5. August eröffnet das Unternehmen das Meininger Hotel Edinburgh Haymarket. Das Haus im West End ist das 38. Hotel im Portfolio.

Drei Hotellerie-Manager​​​​​​​ haben die neue Hotelmarke LikeStay gegründet. Hinter dem Konzept stehen Max Luscher, Constantin Rehberg und Andreas Brennfleck. Das erste Hotel soll das bisherige Batschari Palais in Baden-Baden werden, das künftig unter dem Namen LikeStay Premium Baden-Baden betrieben werden soll.

Die nordrhein-westfälischen Tourismusregionen sind für die Sommerferien nach eigenen Angaben gut gebucht - für Kurzentschlossene gibt es aber noch genügend freie Betten. Vor allem Ferienwohnungen und Ferienhäuser sowie Bauernhof-Urlaube sind gefragt.

Das Sofitel Frankfurt Opera nutzt seine exklusive Dachterrasse für ein temporäres Gastronomiekonzept. An vier Terminen im August bietet das Hotel einen Barbetrieb für externe Besucher an.

Anzeige

Warum Gästedaten so wertvoll sind und wie sie am sinnvollsten gemanagt werden, um für KI-Anbindung und Automatisierung möglichst großen Nutzen zu stiften, erklärt dailypoint-Geschäftsführer Dr. Michael Toedt in der 8. Folge des HotelPartner-Podcasts „AUSGEBUCHT!“.

Die Radisson Hotel Group baut ihre internationale Präsenz im ersten Halbjahr 2026 durch zahlreiche Neueröffnungen und Vertragsabschlüsse in verschiedenen Marktsegmenten deutlich aus.

Novum Hospitality ist derzeit mit mehreren Themen in den Schlagzeilen. Jetzt hat die Hamburger Hotelgruppe ihren Wiedereintritt in den Hotelverband Deutschland (IHA) sowie in die DEHOGA-Landesverbände bekannt gegeben.

Die MHP Hotel AG plant gemeinsam mit Projektentwickler Midstad ein neues Hotel der Marriott-Marke Autograph Collection in Düsseldorfs Innenstadt. Das Haus mit rund 180 Zimmern soll bis 2029 im Gebäudeensemble an der Kasernenstraße und im Carsch-Haus entstehen.