Virtueller Urlaub in Corona-Zeiten

| Hotellerie Hotellerie

Hotels auf der ganzen Welt versuchen während der Corona-Krise bei den Urlaubern im Gespräch zu bleiben. Lifestreams von geretteten Elefanten, die im hohen Norden Thailands ein Bad nehmen, werden zum Beispiel zweimal täglich von der Anantara-Hotelgruppe geteilt. Die Six Senses-Hotels veröffentlichen Videos von Workshops für Handdesinfektionsmittel und Accor strahlt in Frankreich die Morgenroutinen beliebter Fußballspieler von Paris Saint-Germain aus. 

Meistens wird auf Instagram und Facebook gepostet. Zu den neuen Kampagnen gehören unter anderem “At Home With Six Senses”, “Accor Live Limitless”, #AnantaraEscapism oder “Club Med At Home”. Gezeigt werden etwa mögliche Home-Spa-Anwendungen, Konditorei-Meisterklassen, Cocktailkurse, Meditation, Konzerte, Safaris und Ausblicke aus Hotelfenstern.

So versuchen die Unternehmen die Markentreue der Gäste auch während der Corona-Beschränkungen aufrechtzuerhalten und sich für die Zeit danach zu positionieren. "Marken, die die Verbraucher inmitten der Krise erkennen und weiterhin ansprechen, werden besser positioniert sein, um aus dem Nachfrageschub im Anschluss Kapital zu schlagen", ist Carolyn Corda, Chief Marketing Officer des in Kalifornien ansässigen Unternehmens Adara, überzeugt. 

Mark Thomson, leitender Direktor für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation bei Minor Hotels mit Sitz in Bangkok, zu deren Portfolio auch Anantara gehört, sagt: „Indem wir unsere besten Ressourcen, also unsere Köche, Wellness-Gurus, Fitness- und Yogalehrer oder Meeresbiologen, präsentieren, sind wir sehr zuversichtlich, dass wir im Anschluss an die Krise auf den Wunschlisten der Urlauber ganz oben stehen werden.“

Beispiele aus der Hotelwelt

Mit dem Hashtag #AnantaraEscapism in sozialen Medien tauschen die Anantara Hotels beispielweise Videoinhalte und Tipps zum gesunden Leben aus. Dazu gehören Kampfsportstunden aus Vietnam, ein Rezept aus Malaga in Spanien und die beliebten Livestreams von geretteten Elefanten.
 

Singita, das afrikanische Safari-Lodges und -Reservate betreibt, lässt die Gäste auf virtuellen Pirschfahrten die Wildtiere aus nächster Nähe erleben. In Begleitung von Guides können Neugierige von zu Hause aus in den afrikanischen Busch reisen.

Die neue Reihe „Hilton at Home“ bietet Tipps, wie man sein eigenes Zuhause gastfreundlicher gestalten kann. Um die Abhängigkeit von Lieferdiensten oder Fertiggerichten zu reduzieren, teilen Hilton-Köche zudem ihre typischen Rezepte. So wurde zum Beispiel zum ersten Mal nach 50 Jahren das Rezept für den DoubleTree-Schokokeks geteilt (Tageskarte berichtete). 

„Accor Live Limitless“ dreht sich um die drei großen Leidenschaften der Gäste: Sport, Essen und Unterhaltung. So bietet der Konzern unter anderem Trainingsprogramme mit dem zweifachen Judo-Olympiasieger Teddy Riner oder die Kooperation mit Paris Saint-Germain. Zudem gibt es Kochkurse mit Spitzenköchen, Live-DJ-Sets und andere virtuelle Aktionen.

At Home With Six Senses“ unterstützt hingegen Körper und Geist, indem es Wellness-Erlebnisse im Hotel an die virtuelle Welt anpasst. So gibt es z.B. Video-Tutorials mit Anleitungen zum Erstellen von immunitätssteigerndem Essen und Trinken sowie einen humorvollen 10-wöchigen Junior-Meeresbiologiekurs von der Insel Laamu auf den Malediven.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Google startet Hotelbuchungen direkt im KI-Modus seiner Suche. Zum Start in den USA sind unter anderem Booking.com, Expedia, Hilton, IHG und Marriott eingebunden. Nutzer können Hotels im KI-Modus auswählen und die Buchung über Google Pay abschließen. Inzwischen sind auch weitere Einzelheiten zu Ranking, Werbung, Datenweitergabe und technischer Anbindung bekannt.

Thüringens Übernachtungszahlen sind im ersten Halbjahr 2026 nahezu stabil geblieben. Während Hotels mehr Übernachtungen verzeichneten, gingen die Zahlen bei Gasthöfen, Pensionen und Campingplätzen zurück.

Berlin hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 13,6 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Das waren 2,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, während die Zahl der Gäste aus Deutschland um 1,8 Prozent stieg.

Rund 2,5 Millionen Gäste und 6,3 Millionen Übernachtungen hat Brandenburg im ersten Halbjahr 2026 registriert. Landesweit gingen die Zahlen leicht zurück, während einzelne Reiseregionen und Städte Zuwächse verzeichneten.

Das Althoff Seehotel Überfahrt hat seinen Wellnessbereich neugestaltet und den "4 elements spa by Althoff" in Betrieb genommen. Seit Anfang August empfängt die Einrichtung Gäste mit einer neuen Raumgestaltung und erweiterten Angeboten.

Wyndham Hotels & Resorts hat das erste Hotel seiner Kernmarke in Frankfurt am Main eröffnet und erweitert damit das Angebot im gehobenen Segment um 146 Zimmer. Im Zuge des Rebrandings zu Wyndham wird nun umfassend renoviert.

Aus dem traditionsreichen Hotel Schwanen in Freudenstadt ist ein neues Hospitality-Angebot geworden. Heute teilen sich das Moe by Limehome mit 21 Zimmern und Suiten und das Restaurant Wilma Wunder die Adresse. Hinter dem Umbau steht Investor Orhan Tiryaki

Die Lopesan-Gruppe erhält von der Regierung der Kanarischen Inseln 300 Millionen Euro Entschädigung. Die Hotelgruppe ist auch in Deutschland vertreten und führt hier über IFA by Lopesan Hotels vier Häuser.

IHG Hotels & Resorts übernimmt in Kooperation mit GCP Hospitality ein Portfolio von 14 Hotels in Kyoto. Diese sollen innerhalb der kommenden zwölf Monate schrittweise unter den Marken Garner und Holiday Inn Express neu positioniert werden.

Der erhoffte Aufwärtstrend im Thüringer Tourismus ist in der ersten Jahreshälfte ausgeblieben. Ferienheime, aber auch Campingplätze und Jugendherbergen verbuchten weniger Übernachtungen.