Bundespreis "Zu gut für die Tonne": Gewinner stehen fest

| Industrie Industrie

Im Namen der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, wurden Projekte zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ausgezeichnet. Mit dem Zu gut für die Tonne! – Bundespreis würdigt das Bundesministerium bereits zum sechsten Mal kreative Lebensmittelretter mit innovativen Ideen und Pioniergeist.

Dieses Mal unter dem Motto "Lebensmittel retten – Klima schützen". Denn die Produktion von Nahrungsmitteln beansprucht Boden, Wasser, Energie oder Treibstoff – und ist mit Emissionen verbunden. Konkret: Etwa 820 Liter Wasser sind beispielsweise geflossen, bis ein Kilogramm Äpfel verzehrfertig im Supermarktregal liegt. Über 5000 Liter sind es für die Herstellung eines Kilogramms Käse. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Preisverleihung digital statt – per Livestream über die Homepage des Ministeriums.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner: "Mehr wertschätzen, weniger wegwerfen – dafür wollen wir mit dem Bundespreis gesellschaftliches Bewusstsein schaffen. Wie vielfältig und klug das Engagement hierfür ist, zeigen die vielen Bewerbungen und natürlich unsere Preisträger. Mit ihren Projekten leisten sie einen wertvollen Beitrag zum Ressourcen- und damit auch zum Klimaschutz. Den Gewinnern gratuliere ich sehr herzlich. Gleichzeitig freue ich mich, dass wir mit unserer Initiative 'Zu gut für die Tonne!' auch die Breite der Gesellschaft erreichen. Das zeigt unser aktueller Ernährungsreport: Fast 90 Prozent der Verbraucher prüfen abgelaufene Lebensmittel darauf, ob sie doch noch genießbar sind – durch Riechen, Schmecken, Tasten. Das ist eine gute Entwicklung, 2016 waren es noch 67 Prozent. Klar ist: Jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel."

Insgesamt wurden 160 Bewerbungen für den Bundespreis eingereicht. Daraus hat die achtköpfige Jury unter Vorsitz von Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe, 16 Projekte als Finalisten ausgewählt. Der Preis wird verliehen in den Kategorien:

  • Landwirtschaft und Produktion,
  • Handel,
  • Gastronomie,
  • Gesellschaft und Bildung,
  • Digitalisierung.

Die Gewinner des Zu gut für die Tonne! – Bundespreises 2021 sind:

Kategorie Landwirtschaft und Produktion
Dörrwerk GmbH für "RETTERGUT – die Marke, die Lebensmittel rettet" (Berlin)
Rettergut stellt aus geretteten Lebensmitteln haltbare Produkte wie Suppen, Aufstriche, Nudeln, Schokolade oder Getränke her. Oft in Bioqualität, meist vegan, immer vegetarisch. Ein Teil des Umsatzes fließt zudem in Projekte zur Förderung der Wertschätzung von Lebensmitteln.

Kategorie Handel
Veggie Specials für "Eigenmarkenkonzept gegen Lebensmittelverschwendung" (Köln, Nordrhein-Westfalen)
Veggie Specials rettet Lebensmittel und bietet Sonderposten hochwertiger Bio- und Veganprodukte im eigenen Onlineshop zu niedrigeren Preisen an. In diesem Jahr starten sie zusätzlich einen ersten LehrSchulgarten mit einer örtlichen Grundschule.

Kategorie Gastronomie
1. FC Heidenheim 1846 e. V. für "Mitarbeiter-Resteessen" (Heidenheim, Baden-Württemberg)
Der 1. FC Heidenheim 1846 veranstaltet regelmäßig Resteessen für die Mitarbeitenden, bei dem übrig gebliebenen Essen vom Catering an Heimspieltagen verzehrt wird.

Kategorie Gesellschaft und Bildung
Georgia von le Fort und Louisa Wahler für "Re.lics" (Hamburg)
Die Schwestern Georgia von le Fort und Louisa Wahler haben kühlende Gefäße aus recyceltem Porzellan entwickelt. In diesen können Obst und Gemüse durch einen natürlichen Kühleffekt optimal temperiert lagern und bleiben dadurch länger frisch.

Kategorie Digitalisierung
Danone GmbH für "Online Clearance-Sales Shop" (Haar, Bayern)
Danone bietet über Clearance-Sales – also Ausverkäufen – im neuen Onlineshop bestimmten Großkunden Produkte aus der eigenen Produktion mit einer geringen Mindestrestfrische zu Sonderkonditionen an. Dadurch werden noch genießbare Lebensmittel vor der Tonne bewahrt.

Mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurden:

  • Fischerei Schröder für "Saure Bratbrasse statt Beifang für die Tonne", (Ha-velaue, Brandenburg).
    Die Fischerei Schröder bietet Brasse an, einen wenig bekannten und oft unterschätzten regionalen Fisch, der sich aber auf verschiedenste Weise schmackhaft zubereiten lässt. Die Brasse ist in der Fischerei mittlerweile der Renner bei den Kundinnen und Kunden.
  • Landwirtschaftliche Direktvermarktung Margit Jung für "Immer eine gute Suppe – Verarbeitung von Althennen" (Fronhausen, Hessen)
    Die Landwirtin Margit Jung verarbeitet Althennen aus kleinen Tierbeständen, beispielsweise zu Suppe. Damit unterstützt sie landwirtschaftliche Betriebe bei der Vermarktung ihrer älteren Tiere.
  • Initiative "GastroHilft", (Halberstadt, Sachsen-Anhalt)
    Die Initiative rettet die übriggebliebenen Lebensmittel aus Supermärkten, Restaurants oder Privathaushalten, gibt sie an bedürftige Menschen ab und bietet selbst zubereitete, warme Mahlzeiten für Wohnungslose an.

Die Förderpreisträger erhalten zur Unterstützung und Weiterentwicklung ihres Projekts je 5.000 Euro.

Jurymitglieder:

  • Bärbel Dieckmann, Juryvorsitzende, ehemalige Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe e. V.
  • Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands
  • Cherno Jobatey, Journalist und Fernsehmoderator
  • Friederike Klasen, Kooperationsmanagerin von startnext crowdfunding
  • Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie
  • Christian Rach, Fernsehkoch und Kochbuchautor
  • Valentin Thurn, Dokumentarfilmer und Autor
  • Yvonne Willicks, Fernsehmoderatorin und Autorin

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Am 1. und 2. März 2026 steht die dritte Ausgabe der EUROVINO in der Messe Karlsruhe an: Potenzielle Besuchende können sich schon jetzt ihr Ticket für das Messewochenende buchen und vom Frühbucherrabatt bis Ende Dezember profitieren, potenzielle Ausstellende jederzeit ihren Standplatz sichern!

Eine neue Chefin mit internationaler Erfahrung und eine Million Euro vom Bund. Was das Deutsche Weininstitut gegen die Absatzprobleme der Branche unternimmt.

Die Kaffeepreise sind zuletzt stark gestiegen - nun geben sie erstmals nach längerer Zeit leicht nach. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird das beliebte Heißgetränk wieder etwas günstiger.

Vor Jahrzehnten tobte um die Biermarken «Bud» und «Bit» ein Rechtsstreit. Jetzt bringt der weltgrößte Braukonzern AB Inbev unter dem Namen «Anheuser-Busch Bud» sein Lagerbier zurück auf den deutschen Markt. Der Verkaufsstart erfolgt bei einer Supermarktkette.

Die diesjährige bundesweite Weinmosternte wird die kleinste Menge seit dem Jahrgang 2010 erreichen. Dies geht aus den finalen Ernteschätzungen des Deutschen Weininstituts hervor. Das Statistische Bundesamt ging in seiner Schätzung vom 20. September 2025 noch von einer Zunahme der Erntemenge aus.

Die BMC Hotelservice & Dienstleistung GmbH hat beim Amtsgericht Landshut einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage nannte das Unternehmen mit Sitz in Freising vor allem stark gestiegene Lohnkosten und eine nur verzögerte Preisweitergabe an die Auftraggeber.

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé plant den weltweiten Abbau von 16.000 Stellen innerhalb der nächsten zwei Jahre. Konzernchef Philipp Navratil teilte diese Entscheidung bei der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen mit.

Pressemitteilung

Gelungene Premiere am Viktualienmarkt in München: Am 15. Oktober brachte das 370GRAD Pop-Up in der Kustermann Eventlocation rund 30 Aussteller und zahlreiche Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie und Catering zusammen – für einen Tag voller Innovationen, Austausch und neuer Impulse.

Die Internorga 2026 hat die Bewerbungsphase für ihre drei wichtigsten Auszeichnungen eröffnet. Mit dem Internorga Zukunftspreis, dem Next Chef Award und dem Deutschen Gastro-Gründerpreis sollen innovative Lösungen, unternehmerischer Mut und der Branchennachwuchs gewürdigt werden.

Pressemitteilung

Zur EUROVINO 2025 hat die Fachmesse für Wein das eigene Podcast-Format ConVINOsation gelauncht. Als B2B-Angebot liefert der Podcast den Zielgruppen der EUROVINO auf Ausstellenden- und Besuchenden-Seite, wertvolle Insights und Impulse für die tägliche Praxis. Nun folgt die zweite Staffel mit sieben neuen Folgen bis zur EUROVINO 2026.