Faktencheck: Wird Spargel entsorgt, um den Preis zu beeinflussen?

| Industrie Industrie

Große Mengen geernteten Spargels, abgekippt auf einem Feld in Rheinland-Pfalz - steckt dahinter eine Strategie zum Nachteil des Verbrauchers? Einige Nutzer in den sozialen Netzwerken vermuten das in ihren Kommentaren unter entsprechenden Fotos. Manche wittern auch Lebensmittelverschwendung wegen angeblich zu strenger EU-Normen. Doch es gibt eine andere Erklärung.

BEHAUPTUNG: Der Spargelpreis wird durch Verknappung beeinflusst.

BEWERTUNG: Bei dem Spargel auf den Fotos handelt es sich vor allem um Sortierabfälle, die dem Boden und damit wieder dem Nährstoffkreislauf zugeführt werden - laut Verbandsangaben ein üblicher Vorgang.

FAKTEN: Die Aufregung um die Spargel-Fotos wird zunächst vom Web-Portal «Alzeyer Zeitung» und danach in einem Artikel der «Allgemeinen Zeitung» aufgegriffen. In diesem kommt Landwirtin Sonja Lipp zu Wort, deren Spargel laut Angaben der «Allgemeinen Zeitung» auf den Bildern abgebildet ist. Sie erklärt, die abgebildeten Stangen seien Sortierabfälle und der Rücklauf von den Verkaufsständen. Der Deutschen Presse-Agentur bestätigt die Landwirtin: Der Spargel auf den Bildern stammt von ihrem Hof. Der Hauptteil seien Abfälle, die bei der Produktion anfielen.

Hintergrund ist, dass Spargel etwa 27 Zentimeter lang gestochen und für den Verkauf auf 22 Zentimeter gekürzt wird. Das ist laut der entsprechenden Vermarktungsnorm der UN-Wirtschaftskommission für Europa die maximale Länge für weißen Spargel.

Eine Vermarktungsnorm der Europäischen Union (EU) spezifisch für Spargel gibt es indes nicht mehr. EU-weit gelte nur noch eine allgemeine Vermarktungsnorm, schreibt das Bundeszentrum für Ernährung auf seiner Webseite. «Darin sind Mindestanforderungen festgelegt, die nicht nur für Spargel, sondern für eine ganze Gruppe von Obst- und Gemüsearten gelten.»

Neben den Abfällen, die beim Spargel-Kürzen anfallen, gibt es noch den Rücklauf von den Verkaufsständen. An einem heißen Tag mit wenig Verkauf etwa sei die zurückkommende Ware nicht mehr frisch - und damit unverkäuflich. «Das nimmt uns kein Großhandel mehr ab, auch nicht die Tafel», so Lipp in der «Allgemeinen Zeitung».

Der Vorstandssprecher des Verbandes Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE), Simon Schumacher, sagte der Deutschen Presse-Agentur, 20 bis 30 Prozent der Spargelernte gingen als Abfall zurück aufs Feld. «So werden die Nährstoffe in den Boden und damit in den Kreislauf zurückgeführt.» Das sei ein üblicher Vorgang. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Alkoholfreier Wein kommt bei immer mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland gut an. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) zum Auftakt der Weinmesse ProWein in Düsseldorf mitteilte, zogen der Absatz und Umsatz mit dieser Weinart im vergangenen Jahr um 25 Prozent an.

Heute startet in Hamburg die Branchenveranstaltung 370Grad. Vier Tage lang treffen sich Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie und Catering im Empire Riverside Hotel zum Austausch über Konzepte, Produkte und Entwicklungen der Branche.

Die INTERNORGA 2026 setzt in Hamburg auf ein erweitertes Rahmenprogramm mit Kongressen, Wettbewerben, neuen Themenbereichen und Netzwerkformaten für Hotellerie, Gastronomie und Foodservice.

Lukull steht schon immer für weit mehr als seinen beliebten Klassiker, die Sauce Hollandaise. Nun wird die Range des Marktführers um zwei neue, vegetarische Saucen erweitert, die den Küchenalltag erleichtern. Die milde Champignon Sauce und die kräftige, glutenfreie Rotwein Sauce.

Extremer Regen löst im wichtigsten Kaffee-Anbauland Brasilien Erdrutsche mit verheerenden Folgen aus. Das wird auch hier an der Kaffeemaschine spürbar. Deutschland ist mittlerweile der größte Abnehmer brasilianischen Kaffees.

Die Münchener Kaffeekette Coffee Fellows steigt in den Markt für trinkfertige Dosengetränke ein. Ab April sind sechs Kaffee- und Matcha-Sorten im Handel und in den Filialen erhältlich.

Pressemitteilung

Am 1. und 2. März wurde die Messe Karlsruhe erneut zum Treffpunkt für die nationale und internationale Weinbranche: Zur dritten Ausgabe der EUROVINO kamen über 500 Ausstellende sowie Fachpublikum aus Handel, Gastronomie und Hotellerie nach Karlsruhe. In konzentrierter wie persönlicher Atmosphäre entstanden interessierte Gespräche, neue Geschäftskontakte sowie die Möglichkeit, Partnerschaften zu intensivieren.

Die Traditionsmanufaktur Kahla in Thüringen kämpft erneut mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten und hat ein Insolvenzverfahren zur Sanierung eingeleitet. Trotz einer drastisch reduzierten Belegschaft und schwieriger Rahmenbedingungen durch hohe Energiekosten, soll die Produktion am historischen Standort fortgesetzt werden.

Henkell Freixenet erwirbt die restlichen Anteile an Freixenet S.A. und wird nach acht Jahren partnerschaftlicher Zusammenarbeit zum alleinigen Eigentümer des spanischen Weltmarktführers für Cava. Während die Familie Ferrer künftig auf eigene Weingüter setzt, bleibt die Führung der Marke in Wiesbaden konzentriert.

Die finanzielle Schieflage von BrewDog mündet in einer Teilübernahme durch Tilray Brands. Für 33 Millionen Pfund sichert sich der US-Konzern die Markenrechte und elf Bars, während 38 Standorte schließen müssen und das deutsche Geschäft in die Liquidation geht.