Frankreich erwartet eine der schwächsten Weinern­ten seit 30 Jahren

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Frankreich erwartet 2026 eine Weinproduktion von knapp 34 Millionen Hektolitern. Nach Schätzungen des französischen Agrarstatistikdienstes Agreste zum 1. September wären das sechs Prozent weniger als 2025 und 17 Prozent weniger als im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025. Es handele sich um eine der schwächsten Ernten der vergangenen 30 Jahre.

Als Gründe nennt Agreste sowohl den Rückgang der Rebflächen in Produktion als auch durch die Wetterbedingungen beeinträchtigte Erträge. Die Flächen in Produktion seien gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent gesunken. Hinzu kämen die Folgen eines besonders heißen und trockenen Sommers. Trockenheit und Hitzewellen hätten örtlich zu Verbrennungen, Entlaubung und zum Welken der Trauben geführt und damit die Erntemengen reduziert.

Die am 7. September veröffentlichte Agreste-Prognose bestätigt diese Angaben auch in ihrer Online-Fassung.

Hitze und Trockenheit verringern das zunächst erwartete Erntepotenzial

Zu Beginn der Saison seien die Bedingungen nach Angaben von Agreste noch günstig gewesen. Die Wasserversorgung der Böden im Frühjahr, die Entwicklung der Trauben und ein geringer Krankheitsdruck hätten zunächst ein höheres Erntepotenzial erwarten lassen. Die heißen und trockenen Bedingungen im Sommer hätten dieses Potenzial jedoch reduziert. Späte Niederschläge hätten die Folgen der Trockenheit örtlich gemildert, ihr Einfluss auf die nationale Gesamtmenge dürfte aber begrenzt bleiben.

Bei den einzelnen Weinkategorien zeigen die Schätzungen Unterschiede. Für AOP-Weine erwartet Agreste 14,196 Millionen Hektoliter und damit zehn Prozent weniger als 2025. Die Produktion von Weinen für die Herstellung von Branntwein dürfte um sieben Prozent auf 7,124 Millionen Hektoliter sinken. Bei IGP-Weinen werden dagegen 10,279 Millionen Hektoliter erwartet, vier Prozent mehr als im Vorjahr. Gegenüber dem Durchschnitt von 2021 bis 2025 läge die Menge jedoch sieben Prozent niedriger.

Champagne und Bourgogne-Beaujolais verzeichnen besonders starke Ernterückgänge

Besonders deutlich fällt der erwartete Rückgang in der Champagne aus. Dort hätten die Weinlesen Mitte August begonnen. Nach Frost in der Aisne, Hagel und Trockenheit seit März werde eine Ernte erwartet, die gegenüber 2025 um 48 Prozent und gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025 um 46 Prozent niedriger ausfalle. Das Gewicht der Trauben erreiche den niedrigsten Stand seit 20 Jahren.

Auch in Bourgogne-Beaujolais hätten Hagel, Trockenheit und Hitzewellen das zunächst hohe Potenzial reduziert. Die Produktion werde voraussichtlich 33 Prozent unter dem Niveau von 2025 und ebenfalls 33 Prozent unter dem fünfjährigen Durchschnitt liegen. Im Jura erwartet Agreste gegenüber 2025 einen Rückgang um 36 Prozent, im Val de Loire um zwölf Prozent.

Bordelais und Languedoc-Roussillon steigern Produktion gegenüber dem Vorjahr

Im Bordelais dürfte die Produktion trotz einer Verringerung der Rebflächen in Produktion um knapp 5.000 Hektar beziehungsweise fünf Prozent gegenüber der vergangenen Ernte um zehn Prozent steigen. Sie läge damit allerdings weiterhin elf Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025.

Für Languedoc-Roussillon erwartet Agreste trotz eines Rückgangs der Flächen in Produktion um mehr als 5.000 Hektar einen Produktionsanstieg um fünf Prozent gegenüber der schwachen Ernte 2025. Gegenüber dem Durchschnitt von 2021 bis 2025 bliebe die Produktion acht Prozent niedriger.

Die Prognosen wurden zum 1. September 2026 erstellt. Agreste weist darauf hin, dass Ereignisse nach diesem Datum, die sich auf die Ernte auswirken könnten, darin nicht berücksichtigt werden können. Auch die Aufteilung der Weine auf die verschiedenen Kategorien sei zunächst nur vorläufig.

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