Weniger Alkohol und «fruchtsüß»: Kabinett-Weine sind gefragt

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Leichtere Weine im Kabinett-Stil aus Deutschland sind nach Einschätzung von Fachleuten im In- und Ausland zunehmend gefragt. «In China beispielsweise wachsen die Importe deutscher Weine insbesondere dank dieses Weintyps der Sorte Riesling gegen den Trend», sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut im rheinhessischen Bodenheim. Mit Zahlen belegen lasse sich das aber noch nicht.

«Vor allem jüngere Frauen in China bevorzugen diese Weine.» Die moderaten Volumenprozente entsprächen auch dem globalen Trend zu einer bewussteren Ernährung, sagt Büscher.

Warum wird Kabinett gerne getrunken?

«Kabinett-Weine boomen aus unserer Sicht eindeutig», heißt es bei Rheinhessenwein im größten deutschen Anbaugebiet. Sie passten perfekt zum aktuellen Trend zu Weinen mit weniger Alkohol und «mehr Finesse». Besonders gefragt seien sie bei jüngeren, qualitätsorientierten Weintrinkern, Sommeliers - und international.

«Weine mit viel Geschmack und weniger Alkohol sind zurzeit sehr gesucht», berichtet Jürgen Bähr vom mehrfach ausgezeichneten Weinhaus Bärenhof im pfälzischen Bad Dürkheim-Ungestein. «Das Wort Kabinett ist bei vielen Kunden bedeutend positiver belegt, als zum Beispiel die Spätlese oder sogar Auslese. Deswegen verkaufen wir mehr als doppelt so viel Kabinett-Weine wie Spätlesen. Tendenz steigend.»

Was ist eigentlich ein Kabinett-Wein?

Ein Kabinett ist ein gesetzlich geschützter Prädikatswein, der rechtlichen Vorgaben wie einem bestimmten Mindestmostgewicht und einem Verbot der Zuckerung vor der Gärung unterliegt. Er ist die niedrigste der sechs deutschen Prädikatsweinstufen.

Rund 17 Millionen Liter Wein mit dem Prädikat Kabinett seien 2025 in Deutschland auf ihre Qualität geprüft worden. Das entspreche seit einigen Jahren etwa drei Prozent aller Qualitäts- und Prädikatsweine, sagte Büscher.

«Die Kabinett-Weinstilistik ist ein Alleinstellungsmerkmal aus deutschen Kellern, weil sie besonders gut in unserer nördlichen Klimazone erzeugt werden kann», sagt Büscher.

«Ein Kabinett soll leicht schmecken, darf aber nicht dünn und wässrig sein», sagt der Pfälzer Winzer Bähr, der im vergangenen Jahr beim Wettbewerb des Deutschen Weininstituts den ersten und zweiten Platz für Weine im Kabinett-Stil belegt hat.

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