Geflügelwirtschaft startet Kampagne für Kennzeichnung in Restaurants

| Industrie Industrie

In der vergangenen Woche fiel der Startschuss für eine Initiative der deutschen Geflügelwirtschaft für eine Kennzeichnung von Geflügel in der Gastronomie: "Der Klüger fragt nach" heißt es ab sofort in Videos auf YouTube und Facebook, auf Online-Werbebannern, Plakaten und Postkarten. Woher das Geflügelfleisch in Restaurants, Kantinen und Imbissen kommt? Heinz Klüger will es für die Kampagne wissen. 

In Videos will der Protagonist dabei Deutschland den Spiegel vorhalten und Verbraucher dazu auffordern, seinem Beispiel zu folgen und bei ihren Gastwirten nachzufragen, woher das Geflügelfleisch kommt. "Mit Heinz Klüger und unserer Initiative ,Der Klüger fragt nach' lenken wir die Aufmerksamkeit auf ein nicht mehr zeitgemäßes Informationsdefizit", sagt Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG). "In der Gastronomie ist die Kennzeichnung der Herkunft von Geflügelfleisch noch immer die Ausnahme. Diese fehlende Transparenz widerspricht dem klaren Votum der Deutschen - und das machen wir mit Herrn Klüger zum Thema."
 

Im Supermarkt sei es längst selbstverständlich: Ein Blick auf die Verpackung zeige, aus welchem Land Hähnchen, Pute oder Ente kommen, so der Verband. In Restaurants, Imbissen, Kantinen und Mensen würden die Gäste aber meist vergeblich nach den entsprechenden Informationen suchen. Denn anders als der Handel sei die Gastronomie nicht verpflichtet, das Herkunftsland von Geflügelfleisch auszuweisen. Dies sei eine Informationslücke, die schnellstens geschlossen werden müsse, erklärte der ZDG. 

Der Verband gibt sich selbstbewusst: Im Hinblick auf Tierwohl, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit gehöre die deutsche Geflügelwirtschaft zur Weltspitze. "Doch in Zeiten offener Märkte werden wir diesen Weg nur weitergehen können, wenn unsere hohen Erzeugungsstandards und Tierwohl-Fortschritte nicht durch Billig-Importe aus Ländern mit deutlich niedrigeren Standards unterlaufen werden", erläutert ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke. Über 60 Prozent des in Deutschland verbrauchten Geflügelfleisches werden über das Großverbrauchersegment abgesetzt. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Wein in 0,75-Liter-Mehrwegflaschen: Das System soll auch national ausgerollt werden. Binnen zwölf Monaten peilen die Initiatoren 2,5 bis 3 Millionen Flaschen an – doch der Handel bremst noch.

Der Tag des Deutschen Bieres geht auf das am 23. April 1516 erlassene Reinheitsgebot zurück. Bier ist aber längst kein Selbstläufer mehr. Die schlechte Kauflaune ist nur ein Grund.

Coca-Cola ist ein weltweit agierender Getränkegigant. Im Vergleich dazu sind deutsche Brauereien Zwerge. Das hält sie aber nicht davon ab, dem Riesen die Stirn zu bieten.

Die Bierexporte aus Baden-Württemberg sind im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, sank die exportierte Menge um 26,6 Prozent auf über 1,0 Millionen Hektoliter.

Die Bierproduktion in Nordrhein-Westfalen ist 2025 erneut gesunken, während alkoholfreie Varianten weiter zulegen. Neue Daten zeigen deutliche Unterschiede in Entwicklung und Absatzwert.

Die deutschen Prädikatsweingüter spüren die steigenden Kosten von Energie, Löhnen, Glas und Verpackung sowie die Zurückhaltung der Konsumenten. Sie sehen sich dennoch gut aufgestellt.

Der Gewürzhändler Ankerkraut hatte die Mehrheit der Firma zum Ärger vieler Fans 2022 an Nestlé verkauft. Nun verlässt das Hamburger Unternehmen den weltgrößten Lebensmittelkonzern wieder.

Pressemitteilung

Die Deutsche Hotelakademie und wein.plus starten eine Kooperation, um die berufliche Weiterbildung in der Wein-, Gastronomie- und Hospitalitybranche zu fördern. Ziel der Partnerschaft: Fach- und Führungskräften sowie ambitionierten Brancheninteressierten den Zugang zu qualifizierten Weiterbildungen rund um Wein, Gastronomie und Management zu eröffnen.

Unilever Food Solutions hat seinen Future Menus Report 2026 veröffentlicht und erstmals ein KI-gestütztes Tool vorgestellt. Das System soll gastronomische Betriebe bei der Umsetzung aktueller Trends unterstützen.

Mit einem verstärkten Anbau neuer, robuster Rebsorten stellen sich die deutschen Winzerinnen und Winzern zunehmend auf die Herausforderungen des Klimawandels und einen nachhaltigeren Weinbau ein.