Hotels und Restaurants treiben Metro-Wachstum

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Der Handelskonzern Metro hat seine Umsatzziele für das Geschäftsjahr 2018/19 erreicht. Neben einem robusten Wachstum in Asien und Osteuropa liefen die Geschäfte auch in Deutschland gut. Insbesondere Hotels, Restaurants, Catering und Handelskunden trugen zu der positiven Umsatzentwicklung bei.

Dank eines robusten Wachstums in Asien und Osteuropa stiegen die Erlöse per Ende September um 1,5 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Währungsbereinigt lag da Plus sogar bei 2,5 Prozent. Ein Sorgenkind ist für die Metro allerdings weiter das Russlandgeschäft. Hier gingen die Umsätze noch einmal um 5,4 Prozent zurück. Und auch auf dem wichtigen deutschen Markt waren die Umsätze leicht rückläufig.

Der Handelsriese befindet sich zur Zeit mitten in einem großen Umbauprozess. Konzernchef Olaf Koch will das Unternehmen zum reinen Großhändler machen. Der Verkauf der Supermarktkette Real erweist sich jedoch als zeitraubender aus ursprünglich gedacht. Außerdem brachte die Metro kürzlich den Verkauf des China-Geschäfts unter Dach und Fach.

Überdurchschnittlich gut war die Entwicklung im 4. Quartal, in dem die Erlöse um 3,9 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro zunahmen. Währungsbereinigt stieg der Umsatz um 2,7 Prozent. Auch im Schlussquartal waren Asien und Osteuropa (ohne Russland) die Treiber, während das Geschäft im deutschen Heimatmarkt stagnierte.

Der Konzern bekräftigte seine Jahresprognose für das operative Ergebnis (Ebitda). Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2018/19 will das Unternehmen am 12. Dezember vorlegen.

Erst kürzlich hatte der Handelskonzern sein China-Geschäft verkauft und will mit dem Milliardenerlös sein Wachstum als Großhändler in Europa ankurbeln. Die gesamte Beteiligung des Konzerns an Metro-China werde an den chinesischen Einzelhändler Wumei verkauft, teilte Konzernchef Olaf Koch am Freitag mit. Dadurch erwartet das Unternehmen einen geschätzten Netto-Mittelzufluss von mehr als einer Milliarde Euro.

 

Die Metro zieht sich allerdings nicht vollständig aus China zurück. Sie werde neben dem Milliardenerlös im Zuge des Deals auch noch eine Beteiligung von etwa 20 Prozent an der Wumei-Tochtergesellschaft erhalten und so auch in Zukunft von der dynamischen Marktentwicklung in China profitieren können, berichtete Koch. Die Metro hat allerdings die Option, in zwei Jahren auch die restliche Beteiligung an Wumei abzugeben.

Der deutsche Handelsriese ist seit 1996 in China präsent. Er besitzt dort insgesamt 97 Großmärkte und kam in China im Geschäftsjahr 2017/2018 auf einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro.

Doch passt das China-Geschäft nach Einschätzung von Koch nicht mehr in die Zukunftsstrategie des Konzerns, der dabei ist, sich ganz auf das Großhandelsgeschäft zu konzentrieren. Denn die chinesische Tochter ist sowohl im Einzelhandels-, als auch im Großhandelsgeschäft tätig.

Mit dem Milliardenerlös will die Metro die eigene Bilanz stärken und ihr Wachstum beschleunigen. Die Metro werde die Mittel nicht zuletzt nutzen, um bei der anstehenden Konsolidierung des Großhandelsmarktes in Europa durch Übernahmen eine aktive Rolle zu spielen, sagte Koch.

Auch bei dem Verkauf der Supermarkttochter Real, der zweiten Baustelle beim Metro-Umbau zum reinen Großhändler, kann der Handelsriese Fortschritte melden. Das Bundeskartellamt erteilte am Donnerstag die Freigabe für den geplanten Verkauf von Real an den Immobilieninvestor Redos. Allerdings ist bei diesem Verkaufsprozess noch längst nicht alles in trockenen Tüchern. Der Verkaufsprozess hat sich als deutlich komplizierter erwiesen als ursprünglich erwartet - auch weil das Bundeskartellamt hier ein wichtiges Wörtchen mitzureden hat.

Geplant ist, dass Redos einen Großteil der Real-Supermärkte an Konkurrenten wie Edeka, Rewe oder Kaufland weiterreicht. Ein kleiner Kern von Real-Filialen soll aber zusammen mit dem Digitalgeschäft von Real als Einheit erhalten bleiben, wie Koch noch einmal bekräftigte. Real und Redos erwarteten in Kürze die Gebote der Wettbewerber für die zum Verkauf stehenden Standorte, sagte Koch. Der Verkaufsprozess werde deshalb «noch ein paar Tage dauern». (dpa)


 

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