Investorensuche gescheitert: Kahla Porzellan stellt Betrieb zum Jahresende ein

| Industrie Industrie

Die insolvente Porzellanmanufaktur in Kahla stellt nach Angaben des Insolvenzverwalters zum Ende des Jahres ihren Geschäftsbetrieb ein. Trotz monatelanger Gespräche mit potenziellen Investoren sei keine tragfähige Übernahmelösung gefunden worden, teilte Verwalter Rolf Rombach mit. «Als Team haben wir bis zuletzt um den Erhalt von Kahla Porzellan gekämpft. Leider besteht jedoch keine Möglichkeit, den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen». 

Derzeit seien knapp 100 Mitarbeiter bei dem Unternehmen beschäftigt. Die produzierte Ware soll Rombach zufolge im Werksverkauf sowie über den Onlinehandel noch in den ersten Monaten 2027 verkauft werden. 

Die traditionsreiche Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH hatte in diesem März wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das Unternehmen hatte dies mit einer schwachen Auftragslage, Kaufzurückhaltung im Gastronomiebereich und hohen Energiekosten begründet. Zuvor hatte es 2020 schon einmal Insolvenz angemeldet. 

Zuletzt Gespräche mit türkischem Investor

Wie Rombach mitteilte, hatten seit März zahlreiche Investorengespräche stattgefunden. Zuletzt gab es demnach intensive Verhandlungen mit einem türkischen Investor. Da diese ohne Ergebnis blieben, sehe er keine Möglichkeiten mehr, den Geschäftsbetrieb im kommenden Jahr fortzuführen. 

Auch das Land Thüringen sei frühzeitig in die Suche nach Lösungen einbezogen worden, das Wirtschaftsministerium sowie die Staatskanzlei seien fortlaufend über den Stand informiert worden. «Alle Beteiligten waren sich der Bedeutung dieses Unternehmens bewusst. Umso bitterer ist es, dass trotz intensiver Bemühungen keine tragfähige Lösung erreicht werden konnte», sagte Rombach.

Der laufende Betrieb werde bis zum Jahresende geordnet auslaufen. Ziel sei es, bestehende Aufträge abzuarbeiten sowie «das Unternehmen entsprechend seiner Bedeutung würdevoll zu verabschieden».

Tradition und Existenzkampf

In Kahla südlich von Jena wurde seit mehr als 170 Jahren industriell Porzellan hergestellt. Zu DDR-Zeiten war die Stadt Sitz des VEB Feinkeramik, zu dem 17 Betriebe mit rund 18.000 Beschäftigten gehörten. Die Privatisierung nach der Wiedervereinigung endete erst in der Pleite, dann kam es 1994 zur Neugründung der Kahla/Thüringen Porzellan GmbH.

Diese meldete 2020 nach einem geplatzten Großauftrag Insolvenz an und wurde dann vom bisher letzten Geschäftsführer Daniel Jeschonowski übernommen. Vor der Insolvenz vor sechs Jahren hatten noch etwa 250 Menschen in der Manufaktur gearbeitet. Im Mai war die Rede von 120 Mitarbeitern, die bei dem Unternehmen arbeiteten. (mit dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Außergewöhnlich süß sind die ersten gelesenen Weintrauben in Deutschland im Hitzesommer. Der erste Federweiße kommt bereits Ende der Woche auf den Markt.

Der Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu, Werner Brombach, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Seit 1965 war er für die Brauerei tätig, deren alleinige Verantwortung er 1975 übernahm.

Die anhaltende hochsommerliche Hitze lässt manchen Wein besser schmecken - hat aber auch zunehmend Schattenseiten. Im Großen und Ganzen überwiegen aber noch die positiven Auswirkungen der Klimaerwärmung, so das Deutsche Weininstitut.

Das Statistische Bundesamt verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 einen Rückgang der gewerblichen Fleischproduktion in Deutschland. Während die Schweine- und Rindfleischerzeugung nahezu unverändert bleibt, sinkt das Geflügelfleischaufkommen deutlich.

Das Hotelgeschäft von Sabre wächst zweistellig: Im zweiten Quartal 2026 legte der hotelbezogene Umsatz um elf Prozent zu. Der Reisetechnologiekonzern steigerte auch den Gesamtumsatz und hob seine Prognosen für Pro Forma Adjusted EBITDA und Free Cash Flow an.

 

Ein möglicher mehrheitlicher Einstieg von Henkell International bei Maison Pommery kommt vorerst nicht zustande. Die Exklusivgespräche endeten ohne Einigung, während Pommery zugleich eine zusätzliche Finanzierung über 42,8 Millionen Euro vereinbart hat.

Manche kriegen schon beim Anblick Kopfweh, andere nie genug davon. Die Rede ist von Aperol Spritz, einem Trendgetränk seit Jahren - mit eigenen Songs und vielen Fans. Wie konnte es so weit kommen?

Schon wieder fällt die Statistik für die deutschen Bierbrauereien bitter aus. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres haben sie mit 3,85 Milliarden Litern noch einmal 2,2 Prozent weniger Bier verkaufen können als im ohnehin schon sehr schwachen Vorjahr.

Beim Hopfen geht es noch viel schneller nach unten - und trotzdem gibt es noch zu viel. Zwei Kontinente trotzen dem Abwärtstrend. Und in Deutschland droht ein Brauereienschwund.

Die Warenhauskette erhält nach Wochen der Unruhe frisches Geld. Doch die Warenhauskette will ihr Filialnetzes verkleinern. In diesen Städten müssen Standorte um ihre Zukunft zittern.