Mehr Zucker in den Trauben - Alkoholgehalt in Prädikatsweinen steigt

| Industrie Industrie

Bei vielen Weinen steigt der Alkoholgehalt wegen des trockenen und heißen Wetters. Das liege daran, dass in den Trauben mehr Zucker vorhanden sei, sagte der Geschäftsführer der Winzervereinigung eG Freyburg, Hans Albrecht Zieger, der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist eine Entwicklung, die wir feststellen.» Die Genossenschaft mit rund 400 Mitgliedern gilt als Ostdeutschlands größter Weinproduzent.

Für Konsumenten ist das aber nicht unbedingt eine gute Nachricht. «Der Verbraucher versucht im Sinne eines gesunden Lebensstils Weine zu trinken, die eher weniger Alkohol haben», so Zieger.

Bei Weinen im Basisbereich werde versucht, dem entgegen zu wirken. Diesen dürfe nämlich Zucker zugesetzt werden, den man auch einfach reduzieren könne, um den Alkoholgehalt zu halten. «Im Bereich der Prädikatsweine, merkt man aber, dass der Alkoholgehalt steigt.» Hier dürfe kein Zucker zugesetzt werden, daher könne dieser auch nicht reduziert werden.

Im Schnitt sei der Anteil des Alkohols um 0,5 bis einen Volumenprozent innerhalb der vergangenen Jahre gestiegen. 2018 hätten die Trauben wegen Trockenheit und Wärme einen sehr langen Reifeprozess durchlaufen - etwa bei Grauburgunder. Dies habe dazu geführt, dass der Alkoholgehalt bis zu zwei Volumenprozent über dem Mittel gelegen habe.

Das Wetter hat aber auch andere Folgen: «Wir richten uns auf etwa zwei Millionen Liter Wein ein und damit noch einmal rund 15 Prozent weniger als im Vorjahr», sagt Ziegler. Deshalb rechne er auch mit einem Start der Lese an Saale und Unstrut am 10. September.

Derzeit läuft die sogenannte Bonitur - ein Verfahren, bei dem mit Zollstock und Protokollblock nahezu alle 400 Hektar unter die Lupe genommen werden. Dabei wird der Zustand der Rebanlagen überprüft und die erwartete Erntemenge sowie die Qualität eingeschätzt. Dieses Jahr seien die Ergebnisse sehr unterschiedlich, so ein erstes Zwischenfazit.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Außergewöhnlich süß sind die ersten gelesenen Weintrauben in Deutschland im Hitzesommer. Der erste Federweiße kommt bereits Ende der Woche auf den Markt.

Der Inhaber der Privatbrauerei Erdinger Weißbräu, Werner Brombach, ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Seit 1965 war er für die Brauerei tätig, deren alleinige Verantwortung er 1975 übernahm.

Die anhaltende hochsommerliche Hitze lässt manchen Wein besser schmecken - hat aber auch zunehmend Schattenseiten. Im Großen und Ganzen überwiegen aber noch die positiven Auswirkungen der Klimaerwärmung, so das Deutsche Weininstitut.

Das Statistische Bundesamt verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 einen Rückgang der gewerblichen Fleischproduktion in Deutschland. Während die Schweine- und Rindfleischerzeugung nahezu unverändert bleibt, sinkt das Geflügelfleischaufkommen deutlich.

Das Hotelgeschäft von Sabre wächst zweistellig: Im zweiten Quartal 2026 legte der hotelbezogene Umsatz um elf Prozent zu. Der Reisetechnologiekonzern steigerte auch den Gesamtumsatz und hob seine Prognosen für Pro Forma Adjusted EBITDA und Free Cash Flow an.

 

Ein möglicher mehrheitlicher Einstieg von Henkell International bei Maison Pommery kommt vorerst nicht zustande. Die Exklusivgespräche endeten ohne Einigung, während Pommery zugleich eine zusätzliche Finanzierung über 42,8 Millionen Euro vereinbart hat.

Manche kriegen schon beim Anblick Kopfweh, andere nie genug davon. Die Rede ist von Aperol Spritz, einem Trendgetränk seit Jahren - mit eigenen Songs und vielen Fans. Wie konnte es so weit kommen?

Schon wieder fällt die Statistik für die deutschen Bierbrauereien bitter aus. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres haben sie mit 3,85 Milliarden Litern noch einmal 2,2 Prozent weniger Bier verkaufen können als im ohnehin schon sehr schwachen Vorjahr.

Beim Hopfen geht es noch viel schneller nach unten - und trotzdem gibt es noch zu viel. Zwei Kontinente trotzen dem Abwärtstrend. Und in Deutschland droht ein Brauereienschwund.

Die Warenhauskette erhält nach Wochen der Unruhe frisches Geld. Doch die Warenhauskette will ihr Filialnetzes verkleinern. In diesen Städten müssen Standorte um ihre Zukunft zittern.