Mit Eukalyptus-Note - Hopfenbauer profitieren vom Craft Beer-Trend

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Zum offiziellen Ernteauftakt im zweitgrößten Hopfenanbaugebiet Deutschlands haben sich Pflanzer in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt optimistisch gezeigt. «Trotz der Trockenheit erwarten wir mit 63 000 Zentnern eine bessere Ernte als 2018», sagte Reiner Joachim aus dem Vorstand des Elbe Saale Hopfenpflanzerverband zum Erntestart im thüringischen Kyffhäuserland am Freitag. Ein Jahr zuvor seien es etwa 55 000 Zentner gewesen. Hopfen ist eine Grundzutat von Bier.

Etwa vier Wochen bis Ende September dauere die Ernte der Hopfendolden, erklärte Joachim. Das Gebiet in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen umfasse etwa 1600 Hektar. Dazu gehören 29 Betriebe unterschiedlicher Größe. «Von 30 bis 350 Hektar ist alles dabei», sagte Joachim.

Dass den Deutschen verschiedenen Statistiken zufolge der Durst nach alkoholhaltigem Bier langsam zu vergehen scheint, sei kein Problem für die Pflanzer. Dafür steige die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier, so Joachim. Ohnehin liege die Exportquote für deutschen Hopfen bei mehr als 80 Prozent.

«Hopfen aus Mitteldeutschland geht auch in die USA, nach Brasilien und China», berichtete Joachim. Vor allem der weltweit anhaltende Trend zum speziellen Craft Beer kurble die Nachfrage im Ausland an. «Craft Beer ist meist wesentlich stärker gehopft als herkömmliches Bier, da ist also wesentlich mehr Hopfen drin. Das ist für uns ein Zugpferd, denn es wird unwahrscheinlich viel Hopfen benötigt.»

Mit dem Trend einher gehe auch die Züchtung von Hopfensorten mit besonders starker Fruchtnote. «Mandarine, Zitrone, Beeren und sogar Eukalyptus - in der Craft Beer-Szene gibt es die verrücktesten Sachen, weil man da neue Styles und Geschmäcker kreieren möchte», erkläret Joachim.

Das schlage sich im Verkauf nieder: «Man kann sich nicht beklagen, momentan ist die Lage für Hopfen gut; seit drei, vier Jahren gibt es ein stabiles Preishoch.» Die weitere Entwicklung sei aber auch mit eventuell größer werdenden Anbauflächen verbunden. Joachim schätzt, dass mittlerweile auf fünf bis acht Prozent der Anbauflächen der Verbandsmitglieder Aromahopfen steht.

Aber es gebe noch Unwägbarkeiten für die Pflanzer mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels, politische Entscheidung zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Pflanzenschädlinge wie der «Citrus Bark Cracking Viroid».

Am Donnerstag hatte bereits offiziell die Ernte im bayerischen Hallertau - dem mit 17 000 Hektar größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt - begonnen. Auch dort gehen die Pflanzer von einer besseren Ernte als im vergangenen Jahr aus, als langanhaltende Trockenheit und Hitze dem Hopfen zugesetzt hatten. (dpa)


 

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