Sommeliers küren wieder einflussreichste Betriebe der deutschen Weinwirtschaft

| Industrie Industrie

Das Wein- und Kulinarik-Magazin Kalk&Kegel hat im Rahmen der Fachmesse ProWein in Düsseldorf die aktuelle Liste der zukunftsweisendsten Weingüter Deutschlands für das Jahr 2026 veröffentlicht. Insgesamt umfasst die Aufstellung 104 Betriebe aus zehn verschiedenen Weinbauregionen, die nach Angaben der Herausgeber den aktuellen Stand der handwerklichen Präzision und der naturnahen Bewirtschaftung repräsentieren. Die Auswahl wurde von einer Jury bestehend aus über 70 Sommeliers getroffen. Laut dem Magazin spiegelt die Liste eine qualitative Bestandsaufnahme des Marktes wider, wobei der Fokus auf Weinen liegt, die durch Leichtigkeit und eine geringere Alkoholbetonung überzeugen.

Regionale Schwerpunkte und Neuzugänge in der Statistik

Innerhalb der Erhebung zeigen sich deutliche regionale Unterschiede in der Verteilung der ausgezeichneten Betriebe. Von den 104 gelisteten Weingütern sind 15 Betriebe neu aufgenommen worden. Die Region Rheinhessen verzeichnet dabei die höchste Anzahl an Neuzugängen. Insgesamt finden sich in Rheinhessen 18 gelistete Betriebe, darunter Namen wie das Weingut Keller, das Sekthaus Raumland und das neu hinzugekommene Weingut Alexander Gysler. Die Pfalz stellt mit 23 Nennungen, darunter das Weingut Dr. Bürklin-Wolf und das Weingut Ökonomierat Rebholz, die zahlenmäßig stärkste Gruppe in der Gesamtaufstellung dar.

Handwerkliche Kriterien und ökologische Ausrichtung

Die Aufnahme in die Auswahl ist an spezifische Kriterien geknüpft, die das Magazin als maßgeblich für die Zukunft der Branche definiert. Im Vordergrund stehen ein unverwechselbares Handwerk sowie eine verantwortungsbewusste Haltung gegenüber Natur und Bodenstrukturen. Obwohl eine offizielle Zertifizierung keine zwingende Voraussetzung für die Listung ist, verfügen laut den Herausgebern fast alle genannten Betriebe über eine biologische oder oft sogar eine biodynamische Bewirtschaftung. Sebastian Höpfner, Haupt-Sommelier des Berliner Restaurants Rutz, erklärte bei der Vorstellung: „Die Weingüter der Liste geben den State of the Art im Wein vor und stehen an der Spitze einer Entwicklung für präzise Weinstilistik, nachhaltigen Umgang mit den Böden und eine Reduktion von Technik auf ein Mindestmaß.“

Marktstruktur und Branchenrelevanz

Die Liste setzt sich aus einer Mischung aus international etablierten Erzeugern, kleineren Betrieben und neuen Markteinnehmern zusammen. Michael Pöcheim-Pech, Herausgeber von Kalk&Kegel, begründet die Initiative mit dem derzeitigen Umbruch in der Weinwelt. Er betont die Rolle der Sommelier-Berufsgruppe als Orientierungshilfe, da diese unmittelbar die Nachfrage der Konsumenten erfassen könne. Sebastian Höpfner ergänzte hierzu: „In der Sommellerie bestimmen wir die Trends nicht, sondern hören dem Gast zu. Gäste wollen heute trinkfreudige Weine, die mit Leichtigkeit und Präzision überzeugen und nicht alkoholschwer wirken.“ Das Magazin Kalk&Kegel, das seit 2021 eine vergleichbare Liste für Österreich publiziert, erreicht nach eigenen Angaben jährlich rund drei Millionen Seitenaufrufe im Internet.

Übersicht der gelisteten Betriebe nach Anbaugebieten

In der Region Baden wurden 15 Weingüter identifiziert, darunter das Weingut Bernhard Huber und das Weingut Franz Keller. Die Mosel ist mit 16 Nennungen vertreten, wobei Betriebe wie das Weingut Egon Müller Scharzhof und das Weingut Clemens Busch aufgeführt sind. In Franken erhielten neun Betriebe die Auszeichnung, darunter das Weingut Rudolf May und das neu gelistete Weingut Thomas Patek.

Kleinere Anbaugebiete wie die Hessische Bergstraße mit dem Sekthaus Griesel & Compagnie oder Sachsen mit dem Weingut Schuh finden ebenfalls Berücksichtigung. In Württemberg wurden 13 Weingüter ausgewählt, unter anderem das Weingut Beurer und das Weingut Rainer Schnaitmann. 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Salto präsentiert wegweisende Zutritts- und Digitalisierungslösungen für den Einsatz im Hotel- und Gastgewerbe auf der ITB Berlin und der INTERNORGA in Hamburg.

Die Intergastra 2026 präsentiert mit dem Format Fokus Hotel eine Plattform für Innovationen im Hotelmanagement. Im Zentrum stehen Nachhaltigkeit, digitales Design und zukunftsfähige Apartment-Konzepte sowie der fachliche Austausch zwischen Hoteliers und Architekten.

Die 25. Nord Gastro & Hotel in Husum thematisiert die Chancen von KI und nachhaltigem Wirtschaften. Über 250 Aussteller präsentieren Innovationen für die Hospitality-Branche, ergänzt durch die erstmalige Verleihung der NordGast Awards und ein Fachprogramm.

Das Bonner Familienunternehmen Verpoorten blickt auf eine 150-jährige Geschichte zurück. Mit einer Jubiläumsedition, neuen Sorten und einer groß angelegten Kampagne feiert die Destillerie den Fortbestand der Marke in der sechsten Generation.

Der Fleischwarenkonzern Smithfield Foods kauft die traditionsreiche Marke Nathan’s Famous für 450 Millionen US-Dollar und sichert sich damit dauerhaft die Rechte an den weltbekannten Hotdogs mit dem Wettessen auf Coney Island.

Liköre bleiben mit großem Abstand das beliebteste Segment auf dem deutschen Spirituosenmarkt. Trotz eines allgemeinen Marktrückgangs behauptet die Warengruppe ihre Spitzenposition. Aktuelle Daten beleuchten die Konsumgewohnheiten und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Branche.

Anfang Januar 2026 fand die zweite Ausgabe des EUROVINO Days an der Messe Karlsruhe statt. Das Talk- und Networking-Format bot den zahlreichen Anwesenden aus Weinerzeugung und -vermarktung sowie Handel, Gastronomie und Presse die Möglichkeit, im Rahmen einer Keynote und zwei anschließenden Talkrunden die Expertise hochrangiger und erfahrener Spezialistinnen und Spezialisten aus der Branche zu hören und Erkenntnisse daraus zu ziehen.

Im Dry January sind sie besonders gefragt, aber längst nicht nur dann: alkoholfreier Wein und Sekt. Die Kategorie alkoholfrei ist eine der am schnellsten wachsenden Gattungen im Getränkebereich. Über Trends, Verfahren und Geschmack.

Deutlich weniger Bock auf Bier. Dieser Marktentwicklung müssen sich viele Brauer stellen. Den Verbrauchern werden neue Produkte serviert, in einigen Fällen auch höhere Preise.

Als eine der ersten deutschen Großbrauereien legt Veltins Zahlen für 2025 vor. Von einer Biermarktkrise ist die Rede. Bei der Privatbrauerei im Hochsauerland ist die Stimmung aber gut.