Streit um Champagner zwischen Paris und Moskau: Hersteller protestieren

| Industrie Industrie

Die Champagner-Branche in Frankreich protestiert lautstark gegen ein neues russisches Gesetz, wonach ausländische Produkte nur noch als «Schaumwein» verkauft werden dürfen. Die Co-Vorsitzenden des Wirtschaftsverbandes Comité Champagne, Jean-Marie Barillère und Maxime Toubart, forderten am Montag per Erklärung die Produzenten in der Region Champagne auf, zunächst auf Ausfuhren nach Russland zu verzichten. Man sei von den russischen Behörden nicht informiert worden. Französische und europäische Diplomaten müssten auf eine Änderung des Gesetzes hinwirken, lautete die Forderung.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor wenigen Tagen ein Gesetz unterschrieben, dem zufolge die Bezeichnung «Schampanskoje» («Champagner») künftig ausschließlich russischem Sekt vorbehalten ist. Ausländische Produkte dürfen hingegen nur noch als «Schaumwein» verkauft werden. Davon betroffen sind also beispielsweise auch die edlen Tropfen aus der französischen Landschaft Champagne. Laut Wirtschaftsverband kann die unübersetzte Originalbezeichnung «Champagne» in lateinischer Schrift aber weiter benutzt werden.

Die französische Regierung versicherte, die Hersteller zu unterstützen. Die Folgen der neuen russischen Weingesetzgebung würden genau überprüft, teilte der beigeordnete Handelsminister Franck Riester via Twitter mit. «Wir sind besorgt über dieses Projekt», sagte eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel. Falls das Gesetz umgesetzt werden sollte, werde man die notwendigen Schritte unternehmen, um die Rechte zu schützen.

«Das Gesetz ist verabschiedet, es muss umgesetzt werden», bekräftigte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Staatsagentur Tass. In Russlands sozialen Netzwerken hatte das umstrittene Gesetz am Wochenende bereits jede Menge Belustigung auf sich gezogen. Es fehle jetzt nur noch ein Gesetz, das vorschreibe, dass nur noch in Russland gebaute Autos als «Mercedes» verkauft werden dürften, spottete ein Twitter-Nutzer. «Deutsche Autos werden als «Ausländisch gebautes Auto» bezeichnet.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eigentlich machen niedrige Temperaturen Grünkohl bekömmlicher. In diesem Jahr haben ihm jedoch viele Schneefälle zugesetzt. Einige Bauern beenden die Erntesaison vorzeitig. Das Wintergemüse wird bis Ende März in geselliger Runde gegessen.

Das VDP-Weingut St. Antony kombiniert 2026 Weinverkostungen mit akustischen Erlebnissen. Mit der Silent Disco Weinprobe in Nierstein und einem technischen StudioTalk in Mainz-Gonsenheim werden neue Wege in der Weinvermittlung beschritten.

Die schottische Brauerei Brewdog hat die Beratungsgesellschaft AlixPartners beauftragt, um neue Investoren zu gewinnen oder einen vollständigen Verkauf vorzubereiten. Davon könnten die weltweit vier Brauereien, die rund 70 Bars sowie die bekannten Marken wie Punk IPA betroffen sein.

Der Schweizer Hersteller Franke Coffee Systems nutzt die Fachmesse Intergastra in Stuttgart für die Deutschlandpremiere seiner neuen A-Linie. Die Modellreihen A600 und A800 lösen die bisherige Generation ab und richten sich an Betriebe in der Gastronomie, Hotellerie und im Außer-Haus-Markt.

Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine stabile Produktion zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke in Deutschland, während Light-Produkte Zuwächse verzeichnen.

Die Fachmesse Intergastra hat ihren Status als zentraler Treffpunkt für das Gastgewerbe untermauert. Rund 80.000 Fachbesucher besuchten das Stuttgarter Messegelände, um sich über aktuelle Entwicklungen in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung zu informieren.

Die Intergastra 2026 in Stuttgart präsentiert sich als Schaufenster für die Zukunft der Hospitality-Branche. Von innovativen Startup-Konzepten, über neue Wege in der Nachwuchsförderung, bis hin zu automatisierten Verpflegungslösungen bietet die Messe einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen, die Tageskarte.io in einer großen Bildergalerie zeigt.

Die Intergastra 2026 auf dem Gelände der Messe Stuttgart ist offiziell eröffnet. Seit dem 7. Februar versammelt sich das Gastgewerbe zur ersten großen Standortbestimmung des Jahres. Die Messe hat ein Programm initiiert, das den aktuellen Herausforderungen wie Fachkräftemangel und Kostendruck mit konkreten Innovationen begegnet.

Bayerns Brauereien kämpfen mit der schwierigsten Lage seit Jahrzehnten: Sowohl der Bierkonsum im Inland als auch die Exporte sind 2025 eingebrochen. Dabei wird Kritik laut an der bayerischen Gesundheitsministerin Gerlach.

Die Bitburger Braugruppe meldet für das abgelaufene Jahr ein Umsatzminus von 5,7 Prozent auf 753 Millionen Euro. Während klassische Pilssorten unter Preiserhöhungen und Konsumflaute litten, verzeichnete das Segment der alkoholfreien Biere zweistellige Zuwachsraten. Für das Jahr 2026 ist wieder Wachstum angepeilt.