Streit um «Corona-Rabatt» bremst Prozess um Bierkartell

| Industrie Industrie

Der Streit um einen «Corona-Rabatt» sorgt für Verzögerungen im Bierkartell-Verfahren gegen drei Kölsch-Brauereien vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Die ursprünglich für Mittwoch erwartete Entscheidung über einen Verständigungsvorschlag des Kartellsenats, der eine drastische Verringerung der vom Bundeskartellamt verhängten millionenschweren Geldbußen vorsah, wurde deshalb um eine Woche vertagt.

Das Gericht hatte den Kölsch Brauereien Früh, Gaffel und Erzquell am ersten Verhandlungstag eine Reduzierung der Bußgelder um mehr als 80 Prozent in Aussicht gestellt. Hatte das Bundeskartellamt etwa gegen Früh ein Bußgeld von 3,4 Millionen Euro verhängt, so stellte das Gericht eine Summe zwischen 285 000 und 570 000 Euro in Aussicht und signalisierte gleichzeitig die Bereitschaft, wegen der dramatischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie darauf noch einmal einen «Corona-Rabatt» von bis zu 25 Prozent einzuräumen.

Doch stieß dieser Vorschlag bei der Generalstaatsanwaltschaft auf Widerstand. Sie stimmte am Mittwoch zwar dem vom Gericht ins Auge gefassten deutlich verringerten Bußgeldrahmen zu, lehnte aber einen zusätzlichen Corona-Rabatt kategorisch ab.

Allerdings war lediglich Erzquell bereit, auch zu diesen Konditionen einer Verständigungslösung zuzustimmen. Früh und Gaffel wollten dagegen nicht auf den «Corona-Rabatt» verzichten, so dass die Verständigung zu scheitern drohte.

Nach einem Hinweis des Vorsitzenden Richters, Manfred Winterscheidt, dass das Gericht auf jeden Fall verpflichtet sei, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bei der Bußgeldfestlegung zu berücksichtigen, so dass der finanzielle Unterschied am Ende nicht sehr groß sein werde, wollen Früh und Gaffel aber ihre Position bis zum nächsten Mittwoch noch einmal überdenken.

Insgesamt hatte das Bundeskartellamt 2013 und 2014 im Zuge des Bierkartell-Verfahrens Geldbußen in Höhe von rund 338 Millionen Euro gegen 11 Brauereien und 14 persönlich Verantwortliche verhängt. Die Brauereien sollen sich bei Preiserhöhungen in den Jahren 2006 und 2008 abgesprochen haben. Auf die Kölsch-Brauereien entfielen dabei Geldbußen von weniger als 10 Millionen Euro. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein Blick hinter die Kulissen: Die Sortieranlage der Brauerei Veltins verarbeitet täglich 100.000 Mehrwegkästen. Dabei werden rund zehn Prozent aufgrund von Fremdkörpern wie Smartphones, Schlüsseln oder Geldbeuteln manuell nachsortiert.

Deutschland ist für Messen ein wichtiger Standort. Der Branchenverband rechnet für 2026 erneut mit Hunderten Veranstaltungen - und knüpft allmählich wieder ans Vorkrisen-Niveau an.

Das Geschäft der Winzerinnen und Winzer hängt stark von günstigem Wetter ab – aber auch von der Marktlage. Die wirtschaftlichen Bedingungen seien «dramatisch», heißt es in einem neuen Bericht.

Der Lebensmittelhändler kritisierte im November höhere Preisforderungen des Brauereikonzerns AB Inbev. Bestellungen wurden reduziert. Nun hat man offenbar einen Kompromiss gefunden.

Die EU-Kommission gibt grünes Licht für den Kauf von Délifrance durch Vandemoortele. Um eine marktbeherrschende Stellung bei Tiefkühl-Backwaren und steigende Preise zu verhindern, müssen jedoch zwei französische Werke verkauft werden.

Pressemitteilung

Stell dir vor, du betrittst einen Raum voller Menschen, die alle dasselbe Ziel haben wie du. Aber statt dich in die vierte Reihe eines dunklen Kinosaals zu setzen und zwei Stunden lang PowerPoint-Folien über dich ergehen zu lassen, passiert... gar nichts. Zumindest nichts Vorgefertigtes. Das ist der Moment beim Green Tourism Camp, in dem die Magie beginnt.

Pressemitteilung

Ab sofort unterstützt JF-Hospitality als Trusted Partner im progros Einkaufspool UNITED Hotels dabei, digitale Strukturen zu vereinfachen, Daten nutzbar zu machen und Umsatzpotenziale gezielt zu heben.

Pressemitteilung

Die Deutsche Hotelakademie (DHA) erweitert ihr Weiterbildungsangebot und startet 2026 mit drei neuen Lehrgängen für die Hotellerie und Gastronomie. Damit reagiert die DHA auf die wachsenden Anforderungen in den Bereichen Convention Sales und Food & Beverage. 

Die Bewerbungsphase für den Internorga Zukunftspreis 2026 läuft. Bis zum 10. Januar können Betriebe aus Gastronomie, Hotellerie und Handwerk ihre nachhaltigen Konzepte einreichen.

Krombacher hat schon vor Jahren Vitamalz übernommen, Rivale Veltins zieht mit dem Kauf der Marke Karamalz nach: Die beiden Großbrauereien aus Nordrhein-Westfalen liefern sich jetzt bei Malzgetränken ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Verkäufer der Marke Karamalz, die Brauerei Eichbaum in Mannheim, kämpft unterdessen ums Überleben.