Die Zukunft der Hotellerie: Design Hotels setzen auf menschliche Leidenschaft

| Marketing Marketing

Die Design Hotels stellen in ihrem neuen Report „Further: The Passion Principle“ ein Rahmenwerk für die Zukunft der Hotellerie vor. Im Fokus steht der Wandel von der „erfahrungsbasierten Hospitality“ zur „post-erfahrungsbasierten Hospitality“, bei der es nicht mehr um die perfekte Inszenierung von Momenten geht, sondern um eine echte Ko-Kreation zwischen Gastgeber und Gast.

Laut der Studie ist Perfektion im Zeitalter der Massenproduktion austauschbar. Was Gäste stattdessen suchen, sind menschliche, unvorhergesehene Momente, die eine Erfahrung unvergesslich machen. Der Kern der neuen Philosophie: Leidenschaft wird zum verbindenden Element zwischen dem Gastgeber, dem Gast und dem Ort.

Vom passiven Konsum zur aktiven Ko-Kreation

Der Report beschreibt den Paradigmenwechsel von einem reinen Service zu einer gemeinschaftlichen Gestaltung von Erlebnissen. Anstatt Erfahrungen zu konsumieren, möchten Reisende ihre Reisen aktiv mitgestalten und mit ihren persönlichen Leidenschaften und ihrer Entwicklung in Einklang bringen.

Eine Umfrage unter der Community von Design Hotels aus dem Jahr 2025 bestätigt diesen Trend:

  • 93 % der Befragten bevorzugen „reale und uninszenierte“ Erlebnisse gegenüber „inszenierten und polierten“.
  • 88 % schätzen Erlebnisse, die ihre Perspektive herausfordern.
  • 43 % sind bereits gereist, um persönlichen Leidenschaften nachzugehen, und weitere 71 % wären dazu bereit.

Reibung als Chance und die Rolle der KI

Das „Passion Principle“ argumentiert, dass Gastfreundschaft nicht nur geliefert, sondern gemeinsam verfasst wird. Reibung wird dabei nicht als Fehler, sondern als Chance für die menschliche Interaktion gesehen. „Wenn Gastgeber und Gäste mit einer echten, gegenseitigen Leidenschaft interagieren, verschiebt sich die Gastfreundschaft von der Performance zur Ko-Kreation“.

Künstliche Intelligenz (KI) spielt in diesem neuen Rahmen eine entscheidende Rolle. Sie soll nicht den menschlichen Kontakt ersetzen, sondern ihn unterstützen. Laut Crystal Washington, einer Expertin für Zukunftstechnologien, sollte KI als „nachdenklicher Partner“ fungieren, der Hoteliers dabei hilft, subtile Muster und Momente zu erkennen, die jede Interaktion einzigartig machen.

Beispiele für den Einsatz von KI, die den menschlichen Kontakt stärken, werden im Report genannt:

  • Der Aiello Voice Assistant (AVA) im Capella Taipei übernimmt Routineanfragen von Gästen, wodurch dem Personal mehr Zeit für bedeutungsvolle Interaktionen bleibt.

  • Das KI-Tool „The Pursuit of Feeling“ von Black Tomato kuratiert Reisen basierend auf gewünschten Emotionen, was die Entdeckung intuitiver und persönlicher macht.

Praxisbeispiele für das Prinzip der Leidenschaft

Der Bericht illustriert das neue Framework anhand mehrerer Fallstudien, die den Wandel in der Branche bereits vorleben.

  • guesthouse by good neighbor, Baltimore, USA: Das Konzept macht die Prozesse hinter dem Betrieb sichtbar. Das sieben Zimmer umfassende Hotel ist vollständig „shoppable“, wodurch Gäste in die Produkte und das Design eintauchen können. Kulturelle Veranstaltungen wie Märkte oder Lesungen fördern den Austausch zwischen Einheimischen, Reisenden und Kreativen.

  • Phāea Cretan Malia, Kreta, Griechenland: Das Phāea Farmers Program bindet Mitarbeiter in die landwirtschaftliche Produktion ein, indem sie in der Nebensaison auf 52 Parzellen ökologischen Anbau betreiben. Die geernteten Produkte werden vom Hotel zu einem Premiumpreis aufgekauft, wodurch die Landwirtschaft zu einer gemeinsamen Praxis der „ökologischen Fürsorge“ wird.

  • Staple Inc., Japan: Das „soft developer“-Unternehmen fokussiert sich auf die Revitalisierung bestehender Gebäude und die Schaffung von Räumen, die das tägliche Leben verbessern. Im Projekt Soil Work in Akiya werden Gäste und Einheimische durch gemeinschaftliche Gärten, Küchen und Arbeitsräume zu aktiven Teilnehmenden, die die Identität des Ortes mitgestalten.

Die Essenz dieser Beispiele ist klar: Anstelle von standardisierten Abläufen stehen die Verbindung von Mensch und Ort sowie die gemeinsame Gestaltung im Mittelpunkt. Wie Will Guidara, Autor und Gastronom, es ausdrückt: „Die Fähigkeiten eines großartigen Gastgebers sind nicht nur professionell, sie sind zutiefst menschlich“.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

McDonald's Deutschland macht den Claim „ich liebe es“ ab 2026 wieder zum Hauptbestandteil seiner Markenkommunikation. Eine neue Kampagne fokussiert sich dabei auf Familienmomente und greift Umfragedaten zu Kindheitserinnerungen der Kunden auf.

Die Fluggesellschaft Condor bietet zum 70. Firmenjubiläum 70.000 Tickets für unter 70 Euro an. Die Aktion umfasst zahlreiche europäische Ziele und ist bis Ende März 2026 buchbar.

Bonner Hotels informieren mit einem neuen Live-Ticker über den aktuellen Stand der Kirschblüte 2026. Das Angebot soll Gästen eine kurzfristige Reiseplanung ermöglichen.

Das Deutsche Weininstitut startet eine neue 360-Grad-Kampagne unter dem Motto „Dein Moment. Dein Wein.“, um die Marktanteile heimischer Weine durch eine Lifestyle-orientierte Ansprache zu steigern.

Das Amt der Fränkischen Weinhoheit bleibt bei einer Frau. Die 21-jährige Angelina Seiler aus Stammheim ist als 68. Fränkische Weinkönigin gewählt worden. Damit setzte sie sich gegen zwei Mitbewerberinnen und erstmals auch einen männlichen Bewerber durch.

Fastfood-Kunden sind zunehmend unentschlossen bei der Speisewahl. Eine aktuelle Umfrage belegt den Wunsch nach kleineren Portionen zum Durchprobieren, worauf Burger King nun mit einer Box aus drei Mini-Klassikern reagiert.

Hilton führt einen auf Künstlicher Intelligenz basierenden Reiseplaner ein. Das neue System soll den Buchungsprozess durch personalisierte Empfehlungen in Echtzeit vereinfachen und wird aktuell in einer Beta-Phase getestet.

HotelPartner-Gründer Oliver Meyer startet zur ITB Berlin das neue Podcast- und Videoformat „Ausgebucht“. Im Fokus stehen die wirtschaftliche Resilienz und die Frage, wie Hotels in einem volatilen Marktumfeld nachhaltig profitabel bleiben.

In Deutschland wird zu wenig deutscher Wein getrunken. Das meint ein Weinprinz. Als Fränkische Weinhoheit möchte er in die Welt hinaus. Nicht weil er wegwill, sondern weil ihm Heimat wichtig ist.

Wyndham Rewards aktiviert zum sechsten Mal den Mitglieder-Monat. Ab März 2026 bietet das Programm fünf Wochen lang gestaffelte Bonuspunkte und spezifische Aktionen für den deutschen Markt in Kooperation mit Miles & More und Payback.