«Junkfood»-Werbung: Organisationen pochen auf mehr Schutz für Kinder

| Marketing Marketing

Verbraucherschützer rufen die Bundesregierung dazu auf, Kinder stärker vor Werbung für ungesunde Lebensmittel zu schützen. Die Organisation Foodwatch veröffentlichte dazu am Mittwoch einen Bericht mit dem Titel «Junkfluencer», in dem die Organisation die Praxis von Großkonzernen anprangert, junge Influencer zu engagieren, um im Internet für stark zucker- und fetthaltige Produkte zu werben. Kinder seien in sozialen Netzwerken mit gezielter Werbung für sogenanntes «Junkfood» konfrontiert, ohne dass es einen ausreichenden Schutz für sie gebe, beklagt Foodwatch.

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband kritisierte am Mittwoch, dass Kinder unzureichend vor solchen Werbestrategien geschützt seien. Die bisherigen «Selbstverpflichtungen» böten «zahlreiche Schlupflöcher», die Bundesregierung müsse das Kindermarketing strenger gesetzlich regulieren, hieß es in einer Mitteilung. Als Reaktion darauf verwies das Bundesagrarministerium am Mittwoch auf Appelle an die Werbewirtschaft, strengere Regeln für diese Art von Marketing festzuschreiben.

«Die Lebensmittelindustrie macht mit übergriffigen Marketingmethoden Geschäfte auf Kosten der Kindergesundheit. Mit Hilfe von Influencern senden die Unternehmen ihre Werbebotschaften an den Eltern vorbei direkt ins Kinderzimmer und auf die Handys junger Menschen», schrieb Foodwatch in einer Erklärung. Dem Bericht der Organisation zufolge heuern Konzerne, darunter Coca-Cola, McDonald's und Haribo, im Netz junge Influencer an, um Produkte wie Pommes, Burger oder Softdrinks gezielt an Kinder gerichtet zu vermarkten. Für die Recherche wertete die Organisation im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben tausende Posts, Stories und Videos bekannter Social-Media-Stars aus.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) erklärte am Mittwoch, dass «weitergehende Beschränkungen notwendig» seien, um Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet, zu regulieren. Auch auf Social-Media-Plattformen müsse das Thema «stärker in den Blick» genommen werden. «Werbung darf Kinder nicht dazu verleiten, sich ungesund zu ernähren», sagte Klöckner. Sie habe den Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft deshalb aufgefordert, «die Verhaltensregeln zu verschärfen». Konkret habe sie auf «Nachbesserungen bei der Altersgrenze und bei der Werbung für Lebensmittel mit ungünstiger Nährstoffzusammensetzung» gedrungen, sagte Klöckner.

Das Ernährungsministerium weist darauf hin, dass Lebensmittelwerbung in Deutschland durch einen Staatsvertrag der Bundesländer geregelt sei. Dieser werde wiederum von den Verhaltensregeln ergänzt, die der Deutsche Werberat erarbeite. «Die Länder haben es versäumt, eine verantwortungsbewusste Regelung zu finden und durchzusetzen, um den Schutz von Kindern wirksam zu gewährleisten», hieß es dazu aus dem Ministerium. Die Verhaltensregeln müssten überarbeitet werden, um Kinder besser schützen zu können.

Der Lebensmittelverband Deutschland wies am Mittwoch in einer Stellungnahme darauf hin, dass es in Deutschland bereits Regeln zum Schutz von Kindern vor Werbung in Medien gebe. Social-Media-Kanäle unterlägen «zusätzlichen Beschränkungen, auch durch die Plattformen selbst». Etwa bei Instagram oder TikTok gebe es ein Mindestalter von 13 Jahren, die Werbung finde nicht «im rechtsfreien Raum» statt. Den Bericht von Foodwatch kritisierte der Verband als «reißerisch» und «methodisch unausgewogen». Ein Großteil der Beiträge von Influencern entstehe «häufig ohne Zutun der Unternehmen», erklärte der Verband. «Sie können es in diesen Fällen weder verhindern, noch beeinflussen, dass ihre Produkte - im guten, wie im schlechten Sinne - in Social Media aufgegriffen werden.»


Zurück

Vielleicht auch interessant

Im digitalen Marketing herrscht ein brutaler Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Doch Traffic allein zahlt keine Rechnungen. Die wahre Währung im E-Commerce und bei digitalen Dienstleistungen ist die Conversion-Rate vom Free User zum Paying Customer.

McDonald's Deutschland baut das Geflügel-Angebot deutlich aus. Mit einem neuen Hähnchen-Schwerpunkt führt die Kette zahlreiche Produktneuheiten und exklusive App-Angebote ein, ergänzt durch die zeitweise Rückkehr beliebter Klassiker.

Mandarin Oriental hat die US-amerikanische Turnerin Simone Biles als erste Global Wellness Ambassadorin der Marke vorgestellt. In ihrer neuen Funktion agiert Biles nicht nur als Repräsentantin, sondern arbeitet direkt mit dem Wellness Board von Mandarin Oriental zusammen.

Die Eder Collection aus Maria Alm geht neue Wege in der Markenführung: Mit der Premiere der ersten hoteleigenen Webserie „Hey, da kommt Tante Frida“ in München transformiert das Hospitality-Unternehmen Gute-Nacht-Geschichten in ein professionelles Unterhaltungsformat für Familien.

Pressemitteilung

Am 1. und 2. März wird die Messe Karlsruhe bei der dritten Ausgabe der Fachmesse für Wein wieder zum Treffpunkt für die nationale und internationale Weinbranche. Neben dem Portfolio aus Highlights, Bestseller und Neuheiten der Ausstellenden aus dem In- und Ausland erwartet die Fachbesuchenden aus Handel, Gastronomie und Hotellerie ein begleitendes Programm. Bestehend aus bewährten und neuen Formaten hält dieses u.a. im Kontext der Expert Area, der Bio-Tasting-Rundgänge und von Masterclasses relevante Ideen, Insights und Lösungsansätze für die tägliche Praxis bereit.

Die Selektion Deutscher Luxushotels wächst durch die Aufnahme des Rosewood Munich auf acht Mitgliedshäuser. Das 2023 eröffnete Luxushotel bringt neue Impulse in den Verbund und beteiligt sich bereits im März am gemeinsamen Koch-Azubi-Contest.

Radisson Rewards erweitert sein System in Deutschland um ein integriertes Shopping-Portal. Mitglieder des Loyalitätsprogramms können ab sofort bei zahlreichen Online-Partnern Punkte für zukünftige Hotelaufenthalte sammeln.

Zuckerguss oder Zwiebeln? Le Burger beantwortet die Frage mit „beidem“ und bringt pünktlich zur Faschingswoche den Chili-Cheese-Krapfenburger nach München. Ein kulinarisches Experiment zwischen Marillen-Süße und Chili-Schärfe.

Die Hotelkette Meininger verzichtet am Valentinstag auf Champagner-Romantik und setzt stattdessen auf eine humorvolle Kampagne mit Dragqueen Rachel Intervention. Im Zentrum stehen Selbstliebe, Inklusion und ein Rabatt von 10 Prozent für Reisende.

Die Hotelgruppe Shangri-La feiert den Beginn des chinesischen Neujahrsfestes mit einer Marketingoffensive. Im Zentrum der Feierlichkeiten zum Jahr des Pferdes steht die Verlosung eines Hauptpreises, der insgesamt 88 Übernachtungen in den weltweiten Hotels und Resorts des Portfolios umfasst.