Fotos: (c) ÖW/Kaiserschnitt Film
Die Österreich Werbung (ÖW) schlägt in ihrer aktuellen Marketingstrategie einen ungewöhnlichen Weg ein. Unter dem Titel Non Disclosure Austria (NDA) macht die Tourismusorganisation den Zugang zu ausgewählten Urlaubstipps von einer formalen, wenn auch humorvoll gestalteten Geheimhaltungsvereinbarung abhängig. Die Kampagne startete am 12. Jänner 2026 und läuft bis zum 28. Februar 2026 in den Märkten Deutschland, Dänemark und den Niederlanden.
Digitale Barriere als Marketinginstrument
Um die Aufmerksamkeit potenzieller Gäste zu gewinnen, setzt die ÖW auf Verknappung und Neugier. Auf der Kampagnenwebseite sowie in sozialen Medien werden Bilder von Reisezielen verpixelt dargestellt und akustische Details in Werbeformaten mit Pieptönen überlagert. Erst nach der digitalen Unterzeichnung des sogenannten NDA erhalten Nutzer Zugriff auf insgesamt 120 Empfehlungen. Diese umfassen unter anderem regionale Gasthäuser, Wanderrouten und weniger bekannte Bergregionen, die als persönliche Favoriten der Einheimischen gelten.
Strategische Steuerung der Besucherströme
Hinter dem kreativen Ansatz steht ein handfestes tourismuspolitisches Ziel: die Förderung einer ausgewogenen touristischen Entwicklung. Während bekannte Skigebiete und Weihnachtsmärkte eine hohe Auslastung verzeichnen, sollen durch die Aktion gezielt unbekannte Orte in den Fokus gerückt werden. Dies dient dazu, die Besucherströme zu entzerren und punktuelle Überlastungen in hochfrequentierten Regionen zu vermeiden.
Sandra Stichauner, Marketingchefin der Österreich Werbung, erläutert die Strategie: „Als erste Tourismusorganisation wählen wir daher einen mutigen Kreativansatz und verstecken unsere touristischen Tipps hinter einer Geheimhaltungsvereinbarung, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Ziel der Kampagne ist es, Österreichs verborgene Seiten zu zeigen und Gästeströme zu entzerren. Denn punktuelle Überlastungen in beliebten Regionen sind eine Herausforderung, der wir gemeinsam mit der Branche aktiv entgegenwirken wollen.“














