Die großen Online-Reiseportale erhöhen im ersten Quartal 2026 ihre Budgets für Werbung und Kundenakquise. Wie das Fachmagazin Meedia berichtet, reagieren die Unternehmen damit auf einen drohenden Sichtbarkeitsverlust durch künstliche Intelligenz, da digitale Assistenten und Chatbots künftig vermehrt die Reiseplanung und Buchungsprozesse übernehmen könnten.
Demnach haben die Anbieter Airbnb, die Expedia Group und Booking Holdings ihre Vertriebs- und Marketingausgaben zu Beginn des Jahres 2026 erneut gesteigert.
Booking Holdings wies dabei im ersten Quartal 2026 Aufwendungen von 2,1 Milliarden US-Dollar für das Marketing aus, was einem Zuwachs von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Diese Summe macht einen Anteil von rund 38 Prozent des gesamten Quartalsumsatzes des Konzerns aus.
Bereits im Gesamtjahr 2025 investierten die vier größten Plattformen – Booking Holdings, Expedia Group, Airbnb und Trip.com – gemeinsam rund 20 Milliarden US-Dollar in den Bereichen Vertrieb und Marketing, um ihre Reichweite bei den Verbrauchern abzusichern.
Wettbewerb um digitale Sichtbarkeit
Der Grund für die fortlaufenden Investitionen liegt im intensiven Wettbewerb um die digitale Sichtbarkeit bei der Reiseplanung, die von Konsumenten häufig über Suchmaschinen, soziale Netzwerke oder Preisvergleichsdienste gestartet wird.
Das Ziel der Portale besteht darin, die Anzahl der Direktbuchungen über die eigenen Systeme zu steigern und Kundenbindungsprogramme auszubauen. Jede Buchung, die ohne den Einsatz von bezahlten Suchanzeigen erzielt wird, verbessert nach Einschätzung der Marktbeobachter die Wirtschaftlichkeit und verringert die Abhängigkeit von Betreibern wie Google oder Meta.
Für das erste Quartal 2026 verzeichnete Booking Holdings im Segment des Direktgeschäfts in den Vereinigten Staaten von Amerika bereits ein zweistelliges Wachstum.
Branchenanalysten erwarten Effizienzgewinne
Innerhalb der Reisebranche wird der Einfluss von künstlicher Intelligenz unterschiedlich bewertet. Während einige Manager mit automatisierten Prozessen und einer optimierten Aussteuerung von Werbekampagnen kalkulieren, äußern sich andere Verantwortliche nicht zu möglichen Einsparungen bei den Budgets.
Analysten an der Börse schätzen die Befürchtung, dass künstliche Intelligenz die Online-Reiseportale vollständig verdrängen könnte, als übertrieben ein. Kurzfristig wird erwartet, dass die Technologie primär zur Senkung der Kosten und zur Steigerung der Profitabilität beitragen wird. Kritiker geben jedoch zu bedenken, dass die steigenden Marketingausgaben ein Indikator für die Erschwerung des organischen Wachstums sind und algorithmische Empfehlungen neue Abhängigkeiten schaffen könnten.












