Wie Hotels E-Mail-Marketing erfogreicher gestalten

| Marketing Marketing

In der digitalen Hotellandschaft gewinnt der direkte Kontakt zwischen Hotels und ihren Gästen zunehmend an Bedeutung. E-Mail-Marketing ist und bleibt ein zentrales Instrument, um sowohl den Umsatz zu steigern als auch die langfristige Kundenbindung zu fördern. Trotz verbreiteter Skepsis gegenüber Newslettern erweist sich dieser Kanal immer noch als besonders effizient für personalisierte und automatisierte Kommunikation bei geringem Streuverlust.

Darauf macht eine aktuelle Fachanalyse aufmerksam, die von den Expertenkreisen Online Marketing & E-Commerce sowie Marketing und Communication erstellt wurde.

Im Zentrum steht der Aufbau einer qualitativ hochwertigen Kontaktliste. Besonders bei werblichen Mailings wie Newslettern ist laut Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) das sogenannte Double-Opt-In-Verfahren verpflichtend. Hierbei muss der Gast seine Anmeldung zusätzlich aktiv bestätigen, bevor er kontaktiert werden darf.

Hotels können entlang der gesamten Guest Journey potenzielle Abonnenten gewinnen – von der Buchungsstrecke über WLAN-Logins im Hotel bis hin zu Pre-Stay- und Post-Stay-Kommunikation. Auch QR-Codes, Meldescheine, Events oder Social Media bieten zahlreiche Berührungspunkte. Entscheidend ist eine saubere Datenaufnahme und die Integration in CRM- und E-Mail-Systeme.

E-Mail-Kampagnen werden in zwei Hauptkategorien unterteilt: One-Time-Kampagnen wie Newsletter und automatisierte Mailings entlang der Guest Journey. Newsletter lassen sich gezielt an segmentierte Zielgruppen ausspielen, etwa Leisure- oder Business-Gäste, MICE-Kunden, lokale Zielgruppen oder Mitglieder von Treueprogrammen. Ziel sind Buchungsanreize, Imagepflege oder Upselling.

Automatisierte Kampagnen hingegen werden durch definierte Auslöser wie Buchung, Anreise oder Abreise gesteuert. Pre-Stay-E-Mails informieren über Anreiseoptionen, On-Stay-Mails über Zusatzangebote im Haus und Post-Stay-Mails bitten etwa um Bewertungen oder erinnern an Direktbuchervorteile. Weitere Auslöser sind etwa Geburtstage oder der Ablauf bestimmter Angebote. Voraussetzung für wirksame Automatisierung ist eine strukturierte Datenbasis mit korrekten und vollständigen Kontaktdaten.

Experten aus den Bereichen Online Marketing und E-Commerce sowie Marketing und Communication der HSMA haben die Relevanz des E-Mail-Marketings für Hotels beleuchtet und dabei drei Kernfragen in den Fokus gerückt: die datenschutzkonforme Gewinnung von Kontakten, die Vielfalt und Ziele von E-Mail-Kampagnen sowie die Messung des Kampagnenerfolgs mittels relevanter Leistungskennzahlen (KPIs).

Datenschutzkonforme Kontaktgewinnung als Basis

Der Aufbau einer qualitativ hochwertigen Kontaktliste ist die Grundlage erfolgreichen E-Mail-Marketings. Hotels müssen hierbei insbesondere die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und das Double-Opt-In-Verfahren (DOI) beachten. Letzteres stellt sicher, dass Gäste ihre Newsletter-Anmeldung aktiv bestätigen, was rechtliche Sicherheit für beide Seiten gewährleistet.

Mögliche Kontaktpunkte zur Newsletter-Anmeldung umfassen:

  • Pre-Stay-Phase: Integration in den Buchungsprozess (IBE), sichtbare Call-to-Actions auf der Website (Pop-ups, Exit-Intent), externe Tools, sowie Links in Buchungsbestätigungen und Pre-Stay-Mailings.

  • Stay-Phase: QR-Codes im gesamten Hotelbereich, WLAN-Login und (mit klarer Trennung) der Meldeschein. Die Schulung des Front-Office-Teams zur Erfassung korrekter E-Mail-Adressen ist hierbei entscheidend.

  • Post-Stay-Phase: Links zur Newsletter-Anmeldung in Post-Stay-E-Mails.

  • Events & E-Commerce: Saisonale Aktionen, Gamification (Gewinnspiele), Retargeting-Kampagnen.

  • Social Media: Organischer Content, bezahlte Kampagnen, Gewinnspiele und Influencer-Marketing.

  • Externe Unterstützung: Zusammenarbeit mit Agenturen und Kooperationen mit Partnernetzwerken.

Eine Differenzierung der Zielgruppen ermöglicht zudem relevantere Inhalte, beispielsweise durch separate Newsletter für Freizeitgäste, Geschäftsreisende oder Gastronomiebesucher.

Vielfalt der E-Mail-Kampagnen und deren Ziele

E-Mail-Kampagnen lassen sich grob in einmalige Kampagnen (z.B. Newsletter) und automatisierte Kampagnen unterteilen.

Einmalige Kampagnen (Newsletter): Diese zielen darauf ab, Gäste mit passenden Botschaften zu erreichen. Eine fundierte Segmentierung der Gästegruppen (z.B. Leisure, Business, MICE, Luxus & Premium, Lokale Zielgruppen, Loyalty-Mitglieder) ermöglicht maßgeschneiderte Inhalte. Beispiele für Kampagnen sind saisonale Angebote, Last-Minute-Deals, Erlebnis-Newsletter, Tagungs- und Event-News oder exklusive VIP-Angebote. Die Ziele reichen von der Steigerung der Direktbuchungen und Auslastung bis zur Kundenbindung und Imagepflege.

Automatisierte Kampagnen: Basierend auf Triggern wie Buchungen, Anreise oder Abreise, können diese Kampagnen vollautomatisiert entlang der Guest Journey versendet werden. Hierfür ist eine gute Datenbasis unerlässlich. Typische automatisierte Kampagnen umfassen:

  • Aufenthaltsbezogene E-Mails: Pre-Stay-Informationen (digitale Check-ins, Upselling), Post-Stay-Mails (Bewertungsanfragen, Newsletter-Hinweise) und On-Stay-Angebote (kulinarische Empfehlungen, Ausflugsziele).

  • Umsatzgenerierung: E-Mails basierend auf früheren Aufenthalten oder OTA-Winback-Kampagnen zur Förderung von Direktbuchungen.

  • Kundenbindung: Geburtstagsglückwünsche oder Informationen zu Loyalty-Programmen.

  • Krisenkommunikation: Notwendige Informationen bei unvorhergesehenen Ereignissen.

Erfolgsmessung und entscheidende KPIs

Die Analyse von Leistungskennzahlen (KPIs) ist entscheidend, um den Erfolg von E-Mail-Marketing-Kampagnen zu bewerten und zu optimieren. Wichtige Metriken sind:

  • Anzahl der Empfänger: Gibt die Reichweite an und ist Basis für weitere Berechnungen.

  • Bouncerate: Prozentualer Anteil nicht zustellbarer E-Mails. Eine Rate unter 95% ist kritisch und deutet auf Probleme bei der Datenqualität hin.

  • Zustellrate: Anteil der erfolgreich im Postfach angekommenen E-Mails (idealerweise über 95%).

  • Öffnungsrate: Prozentualer Anteil geöffneter E-Mails. Werte unter 40% sind verbesserungswürdig, über 55% gelten als sehr gut. Beeinflussbar durch Betreffzeile, Versandzeitpunkt und Absenderadresse.

  • Klickrate (Click Rate): Anteil der Empfänger, die auf einen Link geklickt haben. Niedrige Raten können auf unklare Call-to-Actions oder irrelevante Inhalte hindeuten.

  • Effektive Klickrate (Click-to-Open Rate): Verhältnis von Klicks zu geöffneten E-Mails, gibt Aufschluss über die Attraktivität des Inhalts.

  • Abmelderate: Anteil der Abmeldungen vom Newsletter. Eine hohe Rate kann auf mangelnde Relevanz oder zu hohe Versandfrequenz hinweisen.

  • Conversionrate: Anteil der Empfänger, die eine gewünschte Handlung (z.B. Buchung) ausgeführt haben.

  • Conversion (absolute Zahl): Die tatsächliche Anzahl der Buchungen oder Anfragen.

  • Conversion Value: Der durch die Kampagne generierte Gesamtumsatz.

  • Return on Ad Spend (ROAS): Misst die Effizienz der Kampagne im Verhältnis zu den investierten Kosten (extern und intern).

Die kontinuierliche Erfassung und Interpretation dieser KPIs ermöglicht Hotels, ihre E-Mail-Marketing-Strategien gezielt anzupassen und einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Eine Konsultation eines Datenschutzbeauftragten für alle DSGVO-relevanten Fragen wird empfohlen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

American Express und die Hotelgruppe Accor kooperieren künftig in zwölf Ländern. Berechtigte Karteninhaber profitieren dabei von Treuestatus-Vorteilen und der Übertragung von Bonuspunkten.

Die Münchner Burger- und Delivery-Kette burgerme leitet eine Überarbeitung ihres Markenauftritts sowie ihres Sortiments ein. Nach eigenen Angaben strebe die Marke die Positionierung als dritte große Burgermarke in Deutschland an.

Das Flemings Selection Hotel Frankfurt-City soll künftig unter der Marke Autograph Collection by Marriott geführt werden. Grundlage ist ein Franchisevertrag mit Marriott International, auf den eine umfassende Modernisierung des Hotels folgen soll.

Immer mehr internationale Hotelketten integrieren ChatGPT in ihre Vertriebsstrategie. Aktuelle Entwicklungen bei IHG und Radisson zeigen, dass dialogbasierte KI-Anwendungen zunehmend Teil der Hotelsuche werden. Zur Buchung wird dann auf die jeweiligen Direktvertriebskanäle der Hotelgruppen weitergeleitet

Google erweitert die Vermarktung seiner KI-gestützten Suche. Mit neuen Werbeformaten innerhalb der KI-Antworten nennt der Konzern erstmals IHG Hotels & Resorts als Partner für den Reisebereich.

Falkensteiner führt einen neuen Members Club ein und ersetzt damit den bisherigen Spirit Club sowie den Direct Booking Club. Mitglieder sammeln künftig Punkte für Leistungen vor Ort. Bestehende Statuslevel werden in Punkte umgewandelt, für Bestandsmitglieder ist eine einmalige Neuregistrierung erforderlich.

Google beendet Ende September 2026 die automatische Nutzung von Drittanbieter-Preisen in Google Hotel Ads. Hotels benötigen künftig einen direkten Preisdaten-Feed, um weiterhin in den Hotelanzeigen der Suchmaschine erscheinen zu können - ansonsten droht Sichtbarkeit verloren zu gehen.

Booking Holdings bündelt das B2B-Geschäft von Booking.com, Agoda und Priceline in einer gemeinsamen Einheit. Die neue Organisation soll Reiseangebote für Geschäftspartner bereitstellen und wird von Agoda-Chef Omri Morgenshtern verantwortet.

Mit der neuen Dachmarke „Genuss Bayern“ bündelt die Bayerische Staatsregierung bestehende Initiativen rund um regionale Lebensmittel. Gleichzeitig soll der Tourismus durch nachhaltige Destinationsentwicklung und eine stärkere Vernetzung regionaler Wirtschaftszweige weiter ausgebaut werden.

Das Familienhotel EdeR FriDa in Maria Alm veranstaltet im September 2026 eine Themenwoche zur Astronomie. Gemeinsam mit Experten des Österreichischen Weltraum Forums lernen Kinder spielerisch wissenschaftliche Grundlagen kennen.