2G in Rheinland-Pfalz: Nur noch Geimpfte und Genesene ins Restaurant und ins Theater

| Politik Politik

Im Einklang mit neuen bundesweiten Vorgaben wird das öffentliche Leben in Rheinland-Pfalz eingeschränkt, um die zuletzt rasante Ausbreitung der Corona-Pandemie zu bremsen. Der Zutritt zu Veranstaltungen, Hotels und Gaststätten sowie Dienstleistungen werde in Rheinland-Pfalz ab dem kommendem Mittwoch nur noch für Genesene und Geimpfte möglich sein, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in Berlin. Entsprechend den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) greife diese 2G-Regelung ab einer Hospitalisierungsinzidenz von drei Krankenhausaufnahmen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Ausgenommen seien Kinder unter zwölf Jahren und Menschen, die sich nicht impfen lassen könnten.

Am Donnerstag lag dieser Wert in Rheinland-Pfalz bei 3,6. «Für Rheinland-Pfalz bedeutet dies, dass wir das mit der neuen Rechtsverordnung unmittelbar umsetzen werden, weil wir über 3 sind», sagte Dreyer. Ab sechs Krankenhausaufnahmen gelte dann im Einklang mit den MPK-Beschlüssen die Regelung 2G plus - dann müssen auch Geimpfte und Genesene zusätzlich einen Testnachweis vorlegen.

Die Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes werde «Hand in Hand» mit den Bestimmungen des neuen bundesweiten Infektionsschutzgesetzes einhergehen, sagte Dreyer in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung in Berlin. Ob es doch landesweite Regeln für Weihnachtsmärkte geben müsse, werde sich das Kabinett noch einmal anschauen.

Das Bundesgesetz und die Landesverordnung sollen am Mittwoch in Kraft treten. Sie sei «sehr zuversichtlich», dass das Gesetz an diesem Freitag im Bundesrat verabschiedet werden könne. Mit den neuen Beschlüssen der MPK und den Vorgaben im Infektionsschutzgesetz erhalte die Bevölkerung bundesweit eine klare Orientierung, sagte Dreyer.

Dazu gehören auch die neuen Bestimmungen einer 3G-Regelung im ÖPNV sowie am Arbeitsplatz - Bus- oder Bahnfahrer ebenso wie Beschäftigte müssen also entweder genesen, geimpft oder getestet sein.

Dreyer zeigte sich zufrieden über die Beratungen mit den anderen Regierungschefs der Länder und mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es sei «eine außerordentlich konstruktive, gute MPK» gewesen. «Bund und Länder ziehen an einem Strang, um der Pandemie zu begegnen.»

Ebenfalls am Mittwoch machten auch acht Impfzentren im Land wieder auf, sagte Dreyer. Die Landesregierung sei zudem mit großen Firmen wie BASF im Gespräch, wieder ins Impfen einzusteigen. «Wir brauchen alle, die impfen können, um richtig viel Druck ins Impfen zu bekommen.» Dabei gehe es nicht nur um die Booster-Impfungen, sondern auch um mehr erste und zweite Impfungen. Die eigentliche Crux in Deutschland sei, dass viele Menschen nicht geimpft seien. Vor drei Wochen hätten die Impfbusse im Land noch Impfwillige gesucht. «Jetzt sind Leute da, und wollen geimpft werden. Das ist ein gutes Zeichen.» Sie sei zuversichtlich, dass es bald nicht mehr so lange Schlangen an den Impfbussen geben müsse.

Gegen Impffälscher wolle die Landesregierung konsequent vorgehen. Dafür seien unter anderen Kontrolltage von Ordnungskräften und Polizei geplant.

In den rheinland-pfälzischen Krankenhäusern müssten noch keine Operationen verschoben werden. Vor allem aber ungeimpfte Menschen der mittleren Altersgruppe «ringen dort lange um ihr Leben». Zudem gebe es weniger Pflegepersonal, aufgrund der langen Pandemie seien viele «ausgepowert und stehen nicht mehr mit derselben Kraft zur Verfügung.» (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die NGG unterstützt die Empfehlungen der Rentenkommission zur Abschaffung des Sonderstatus von Minijobs. Der DEHOGA warnt dagegen vor erheblichen Folgen für rund 1,1 Millionen geringfügig Beschäftigte im Gastgewerbe.

Im Supermarkt greifen viele Menschen zu veganen oder vegetarischen Produkten. Bald müssen sie sich an neue Namen gewöhnen: Bestimmte Begriffe, die an Tiere denken lassen, sind dann nicht mehr erlaubt.

Das Bundesfinanzministerium hat einen Gesetzentwurf zur Erhöhung der Alkoholsteuer vorbereitet. Nach einem Medienbericht sollen Spirituosen, Sekt und Alkopops ab dem 1. Januar 2027 um 20 Prozent höher besteuert werden.

Die Bundesregierung hat die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpasst. Nach derzeitiger Planung soll das Gesetz erst Anfang 2027 in Kraft treten, während Berichtspflichten und Auskunftsansprüche ab Juni 2028 greifen sollen.

Eine eigene Rentenkommission des Deutschen Gewerkschaftsbunds hat eine Alternative zu den Reformplänen der Regierung erarbeitet. Das Konzept verspricht ziemlich viel. Wie soll es finanziert werden?

Arbeiten bei mehr als 30 Grad, vielleicht sogar körperlich? Das ist nicht nur anstrengend, sondern kann auch gefährlich werden. Gewerkschaften setzen sich für mehr Schutz ein.

Mit Ernst Fischer verliert das deutsche Gastgewerbe eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten. Der langjährige Präsident und spätere Ehrenpräsident des DEHOGA Bundesverbandes ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Sein Wirken reicht weit über seine Amtszeit hinaus.

Die Diskussion um die mögliche Abschaffung oder deutliche Einschränkung von Minijobs wird derzeit mit erstaunlich vielen Emotionen geführt – und erstaunlich wenig über die eigentlichen Auswirkungen. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Die Rentenkommission hat eine Reihe von Vorschlägen zur Zukunft der Alterssicherung vorgelegt. Vom Renteneintrittsfenster bis zur Kapitalrente – das steckt hinter den ungewohnten Begriffen.

Der DEHOGA kritisiert Pläne der Rentenkommission, den Sonderstatus von Minijobs künftig auf Schüler zu beschränken. Der Verband warnt vor erheblichen Folgen für die Personalplanung in Hotellerie und Gastronomie.