„Ära-Pink“ zu Ende: Michael Buchna neuer Präsident des DEHOGA Saarland

| Politik Politik

Im Saarland geht eine Verbandsära zu Ende. Gudrun Pink stand 24 Jahre an der Spitze des Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Saarland e.V. Doch beim Landesverbandstag in dieser Woche kandidierte die leidenschaftliche Vorkämpferin ihres Berufsstandes nicht mehr für das Amt. Somit musste bei den turnusmäßig stattfindenden Neuwahlen im Veranstaltungszentrum „Saarrondo“ in Saarbrücken für eine neue Verbandsführung abgestimmt werden. Und die DEHOGA-Mitglieder haben sich entschieden: Die Nachfolge tritt Michael Buchna vom Landhotel Zur Saarschleife in Orscholz an.

„Ich möchte mich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Ich verspreche, dass ich mich auch weiterhin mit großer Leidenschaft für die saarländische Hotellerie und Gastronomie einsetze. Es gibt sicherlich bessere Zeiten, dieses Amt zu übernehmen. Die Gastgeberbranche ist im Krisenmodus, viele Existenzen stehen auf dem Spiel. Das Überleben steht deshalb jetzt an erster Stelle. Wie zuvor in meiner Funktion als Vizepräsident möchte ich unsere umsichtige und erfolgreiche Arbeit in dieser Ausnahmesituation weiterführen. Doch es wird auch eine Zeit nach der Pandemie geben und hier habe ich mir mehrere Ziele gesetzt, die wir gemeinsam in Angriff nehmen wollen“, sagt Michael Buchna.

Weiterhin wählte die Versammlung Michael Schley vom Gasthaus zur Wilden Ente in Saarbrücken erneut zum Schatzmeister. Jedoch wurde für das frei gewordene Amt des Vize-Präsidenten ein Nachfolger gesucht – und in Irakli Gogadze gefunden. Zusammen mit Michael Buchna, Michael Schley und Hauptgeschäftsführer Frank C. Hohrath bildet der Regionaldirektor bei der Victor's Residenz-Hotels GmbH das geschäftsführende Präsidium des Branchenverbandes.

Zwei neue Gesichter in den Fachausschüssen

Zum insgesamt zehnköpfigen Präsidium gehören sieben Ausschussvorsitzende, die einzelne Fachbereiche verantworten. Auch hier standen Wahlen an, es kam aber nur auf zwei Positionen zu Änderungen. Den zuvor von Jonas Kirch von der Ulanen Gastro GmbH geführte Fachausschuss „Junge Unternehmer“ wird ab sofort von Justin Jakob vom JJ's Pub in St. Wendel geleitet. Für den „Ausschuss für Energie, Umwelt und Digitalisierung“ wurde Sebastian Becker ernannt. Der Inhaber vom Wirtshaus „Unter der Linde“ in St. Arnual löst damit Björn Gehl-Bumb vom Hotel am Triller ab. Keine Veränderungen gab es auf folgenden Positionen: Dem „Ausschuss für Tourismus, Kultur und Verkehr“ steht weiterhin Angelika Hießerich-Peter vom Hotel Haus Schons in Mettlach vor. Das Thema „Aus- und Weiterbildung“ wird auch zukünftig Christian Heinsdorf von der römischen Taverne der Villa Borg begleiten. Federführend für den Bereich „Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik“ bleibt Jan Willem Fluit, der geschäftsführende Gesellschafter der Finetime GmbH aus Saarbrücken. 

Der Ausschuss mit dem etwas sperrigen Namen „Gaststätten, Catering, Partyservice und Gemeinschaftsverpflegung“ verweilt in der Obhut von Carsten Hör aus Neunkirchen. Und auch Peregrin Maier wurde in seinem Amt bestätigt. Der geschäftsführende Gesellschafter des Parkhotels Weiskirchen lenkt wie bisher den wichtigen Hotelausschuss.

Gudrun Pink zur Ehrenpräsidentin ernannt

Der Landesverbandstag hatte zwei Schwerpunkte: Zum einen die Wahl der neuen Verbandsspitze. Zum anderen war da aber auch die Verabschiedung von Gudrun Pink – der „Grande Dame“ des DEHOGA Saarland. „Über meine Präsidentschaft sollen andere urteilen. Ich nehme für mich in Anspruch, mein Amt aus und auch mit Leidenschaft geführt zu haben. Jetzt ist es an der Zeit, loszulassen und den Staffelstab weiterzugeben. Wer mich kennt, der weiß, dass mir das schwerfallen wird. Aber es ist die richtige Entscheidung, denn der Verband befindet sich in einem guten Fahrwasser. Das nun gewählte Präsidium wird das Erreichte bewahren und sich neue Ziele suchen. So wünsche ich allen nur das Beste und stets eine glückliche Hand, ein heißes Herz sowie einen kühlen Kopf bei der Vertretung der Branche“, sagte Pink, die von den Mitgliedern zur Ehrenpräsidentin ernannt wurde. Sie ist die erste Würdenträgerin im DEHOGA Saarland, der diese Ehre zu Teil wird.  

Agenda „Gastronomie 2030“

Der neue Präsident machte in seiner Antrittsrede deutlich, dass er seine Hausaufgaben kennt. Ein wichtiges Bestreben wird sein, die Branche mit geeinter Stimme zielorientiert zu vertreten und Veränderungsprozesse konstruktiv zu begleiten. „Ich weiß, dass ich ein super Team an meiner Seite habe. Zusammen wollen wir die vor uns liegenden Hürden meistern“, erklärt Buchna. Doch der 56-Jährige hat auch klare Vorstellungen davon, welche Themen für ihn in den nächsten drei Jahren maßgebend sind. Er nennt es Agenda „Gastronomie 2030“ und dazu zählt etwa, dass er die Weiterqualifikation der Mitarbeiter und auch der Betriebe als eines der bedeutendsten Zukunftsfaktoren sieht. Auch soll der Dreiklang von schulischer und beruflicher Ausbildung sowie Beruf harmonisiert werden. „Ein Plus an Kompetenz, Qualifikation und zusätzlichem Fachwissen ist der wichtigste Schlüssel zum Erfolg“, weiß Buchna. Ein Dorn im Auge ist ihm, dass jeder ohne Weiteres ein Gastrobetrieb eröffnen darf. Deshalb fordert der zweifache Familienvater die Einführung eines Befähigungsnachweises für diejenigen, die keinen gastgewerblichen Beruf erlernt haben. Auch kämpft der neue Präsident für mehr Wertschätzung von Gastronomie und Hotellerie: „Wir sind Jobmotor und Wirtschaftskraft. Wir sind die Branche der Integration und der Chance. Wir stehen für Lebensqualität, Genusskultur und Weltoffenheit. Und deswegen haben wir mehr Respekt verdient.“ Wichtig ist ihm zudem, dass der eingeschlagene Weg der Digitalisierung weiter vorangetrieben wird. Akzente will der Präsident ferner im Ausbau der Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen setzen. Das verwundert nicht: Sein mehrfach mit unterschiedlichen Umwelt-Zertifikaten ausgezeichnetes Landhotel Zur Saarschleifegehört zur ökologischen Avantgarde und nimmt bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Bundesregierung plant eine grundlegende Überarbeitung der Arbeitszeitvorgaben in Deutschland und kündigten das mit Veröffentlichung der Nationalen Tourismusstrategie an. Die Gewerkschaften hingegen befürchten eine zunehmende Belastung der Beschäftigten und drohen mit Arbeitskämpfen.

Die neue Nationale Tourismusstrategie ist beschlossen. Mit dem Ziel, den Tourismusstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, setzt die Bundesregierung auf eine Kombination aus Bürokratieabbau, steuerlichen Erleichterungen und einer Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.

Die britische Regierung reagiert auf den Druck der Branche und führt ab April einen zusätzlichen Steuerbonus für Pubs ein. Während Schankbetriebe von spürbaren Entlastungen profitieren, bleibt eine entsprechende Unterstützung für Restaurants und Hotels vorerst aus.

Die Bundesregierung richtet die Tourismuspolitik neu aus. Mit einer Nationalen Tourismusstrategie, die heute im Kabinett zur Verabschiedung ansteht, sollen eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglicht werden, Überstunden steuerlich begünstigt und bürokratische Hürden für mittelständische Betriebe massiv abgebaut werden.

Der CDU-Wirtschaftsflügel will das Recht auf Teilzeit abschaffen. Mit dem Vorstoß sollen fehlende Arbeitskräfte kompensiert werden. Vielen Beschäftigten dürfte das nicht gefallen. Was bisher gilt im Überblick.

Die Pläne des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, stoßen auf eine massive Welle der Kritik. Während die Mittelstands- und Wirtschaftsunion gegen „Lifestyle-Teilzeit“ vorgehen will, warnen SPD, Gewerkschaften und sogar Teile der CDU vor einem Realitätsverlust.

Die beiden größten freien Interessenverbände der österreichischen Tourismuswirtschaft rücken räumlich und strategisch enger zusammen. Ab Februar verlegt der Österreichische ReiseVerband (ÖRV) seinen Sitz in die Räumlichkeiten der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) in Wien.

Berlin verschärft die Regeln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum. Mit der neuen Verordnung steigen die Ausgleichszahlungen bei Abriss oder Umwidmung auf 4.600 Euro pro Quadratmeter, um den Schutz des Mietmarktes zu verstärken.

Nach verlorenen Prozessen lenkt das Wirtschaftsministerium in Stuttgart ein: Betriebe, die Corona-Soforthilfen der ersten Phase erhalten oder bereits zurückgezahlt haben, sollen entschädigt werden. Die Neuregelung schafft Klarheit für Anträge bis zum 7. April 2020.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, so der CDU-Chef.