Bundesweit erste Öffnung: Wirte in Mecklenburg-Vorpommern vorbereitet

| Politik Politik

Als erstes Bundesland gibt Mecklenburg-Vorpommern Gastronomen von Samstag an die Möglichkeit, Gäste zu empfangen. Der Präsident des regionalen Branchenverbands Dehoga MV, Lars Schwarz, geht davon aus, dass am Wochenende etwa ein Drittel der Wirte diese Gelegenheit nutzen wird. «Es ist richtig, dass wir als Tourismusland die Ersten sind, die wieder aufmachen», sagte Schwarz auch mit Blick auf die bundesweit niedrigsten Corona-Infektionszahlen im Nordosten. Er rechnete gleichzeitig nicht damit, dass Restaurants in den Urlaubshochburgen durchgängig geöffnet haben, solange Gäste noch nicht ins Land dürfen. Dies soll erst vom 25. Mai an möglich sein.

[Aktuell: Tageskarte fasst zusammen, welche Regeln für Kneipen, Restaurants und Hotels in den Bundesländern derzeit bekannt sind. Weiterlesen auf  Tageskarte]

Die Gastronomen seien darauf eingerichtet, die Vorschriften zum Gesundheitsschutz umzusetzen, sagte Schwarz. «Dies gilt insbesondere bei den Abstandsregelungen, die einen Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen fremden Personen vorsehen.» Deshalb werde es deutlich weniger Gäste geben als etwa an einem Mai-Wochenende 2019. Zwar habe die Landesregierung keine Quote wie etwa Niedersachsen eingeführt, wo nur 50 Prozent der Gäste-Kapazität ausgeschöpft werden dürfen. Es sei aber klar, dass aufgrund der Abstandsregelung eine ähnliche Quote erreicht werde.

Auch bei den Abläufen im Restaurant werde es deutliche Unterschiede zum normalen Betrieb geben. An den Eingängen würden Stopper etwa in Form eines Tischs stehen, von dem aus die Gäste einen Platz zugewiesen bekommen. Auch müsse aus jeder Gruppe eine Person Namen und Erreichbarkeit angeben, um im Falle einer Neuinfektion den Ansteckungsweg zurückverfolgen zu können. «Einen Ausweis braucht aber niemand vorzulegen», sagte Schwarz. Eine Reservierung sei sinnvoll.

Für die Mitarbeiter, die mit Gästen im Kontakt kommen, bestehe die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes. «Viele Kollegen werden aber bunte Masken oder solche mit Aufschriften tragen, damit es nicht nach Klinik aussieht.» Aber auch in Bereichen wie etwa der Küche, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne, bestehe Maskenpflicht. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat gemeinsam mit Handelsunternehmen und Verbänden eine Regulierung der Gebühren für sogenannte Commercial Cards gefordert. Wie der Verband auf Linkedin mitteilt, habe sich die Initiative dazu an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil gewandt.

Seltene Einigkeit: Wie CSU-Chef Söder findet auch SPD-Ministerpräsidentin Schwesig, die Entlastungsprämie sollte man abhaken. Beide setzen die Hoffnungen nun auf eine Einkommensteuerreform.

Die Österreichische Hotelvereinigung wirft der Gewerkschaft vida einen aggressiven Verhandlungsstil in den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen vor. Gleichzeitig verweist die ÖHV auf höhere Löhne, neue Zuschläge und zusätzliche Leistungen für Beschäftigte.

Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat einen FDP-Antrag gegen kommunale Verpackungssteuern abgelehnt. Umweltverbände begrüßen die Entscheidung, während der Bundesverband der Systemgastronomie zusätzliche Belastungen für Betriebe befürchtet.

Der DEHOGA Baden-Württemberg bewertet den neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU teilweise positiv. Der Verband sieht Fortschritte bei Tourismus, Ausbildung und Bürokratieabbau, kritisiert jedoch fehlende Aussagen zu kommunalen Abgaben und zur Meisterprämie im Gastgewerbe.

Die steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro, die Unternehmen an ihre Beschäftigten zahlen können, kommt vorerst nicht. Der Bundesrat stimmte dem vom Bundestag bereits beschlossenen Gesetzentwurf überraschend nicht zu.

McDonald's Deutschland setzt das Format Burger Dialog fort. In Kooperation mit dem Musiker Eko Fresh und Vertretern aus der Bundespolitik thematisiert das Unternehmen zum Auftakt der neuen Runde das Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement.

Die Gewerkschaft NGG droht in Hessen mit den "größten Streiks, die diese Branche in der Bundesrepublik jemals erlebt" habe. Vorabankündigungen wie bei der Bahn werde es laut NGG nicht geben.

Ein Pariser Gericht hat eine Immobiliengesellschaft zu einer Geldstrafe von 585.000 Euro verurteilt, weil ein Gebäude im 9. Arrondissement ohne Genehmigung in Touristenunterkünfte umgewandelt wurde. Wie die Stadt Paris laut Mitteilung erklärte, handelt es sich um die bislang höchste verhängte Strafe in einem solchen Fall.

Die Bundesregierung plant die Einführung einer «Zuckerabgabe». Zur Konsolidierung des Haushalts ist daneben eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie der Abbau von Finanzhilfen geplant, wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß.