Caroline von Kretschmann beziffert Kosten der Entlastungsprämie

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Caroline von Kretschmann, geschäftsführende Gesellschafterin des Europäischen Hofs Heidelberg, hat sich in einem Video zur Diskussion um die steuerfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro geäußert. Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Hessen (DEHOGA Hessen) kritisiert das entsprechende Maßnahmenpaket der Bundesregierung in einer Mitteilung.

Von Kretschmann äußert sich zu Fragen zur Entlastungsprämie

Von Kretschmann erklärt, ihr seien wiederholt Fragen gestellt worden, ob ihr Unternehmen die Entlastungsprämie auszahle. „Grundsätzlich gönne ich diese Entlastungsprämie wirklich jedem“, sagt sie wörtlich. Dies gelte insbesondere für die eigenen Mitarbeiter sowie für Beschäftigte in anderen Branchen.

Zugleich beschreibt sie die wirtschaftliche Situation wie folgt: „Wir befinden uns in einem extrem angespannten wirtschaftlichen Umfeld.“ Weiter sagt sie: „Die Kosten explodieren, die Energiekosten explodieren, die Lohnkosten explodieren.“ Zudem erklärt sie: „Alle 20 Minuten geht ein Betrieb in die Knie.“
 

Beispielrechnung nennt 20.000 Euro Umsatz pro 1.000 Euro Prämie

Anhand einer Beispielrechnung erläutert von Kretschmann die Auswirkungen der Prämie. Sie sagt, dass in der Hotellerie und Gastronomie die Margen gering seien und nennt eine Umsatzrendite von 5 Prozent als Beispiel.

Das bedeute, dass von 1.000 Euro Umsatz 50 Euro Gewinn übrig blieben. Um eine Prämie von 1.000 Euro auszahlen zu können, seien daher 20.000 Euro zusätzlicher Umsatz erforderlich.

Weiter erklärt sie, dass ihr Unternehmen 165 Mitarbeiter beschäftige. Um jedem Beschäftigten 1.000 Euro auszahlen zu können, müssten demnach 3,3 Millionen Euro zusätzlicher Umsatz erwirtschaftet werden. Dies entspreche einer Steigerung von rund 25 Prozent.

Von Kretschmann spricht von ausbleibenden Touristen

Von Kretschmann erklärt, dass „die Touristen nicht strömen“. Sie verweist dabei auf internationale Konflikte. Zudem sagt sie, dass ihr Haus zu rund 60 Prozent internationale Gäste habe, unter anderem aus dem arabischen Raum und aus den USA.

In diesem Zusammenhang sagt sie: „Das heißt, in einem Umfeld, in dem die Nachfrage eigentlich sinkt, die Kosten steigen, soll ich jetzt 1.000 Euro an jeden unserer Kolleginnen und Kollegen auszahlen.“

DEHOGA Hessen kritisiert Entlastungspaket der Bundesregierung

Auch der DEHOGA Hessen äußert sich kritisch zum Entlastungspaket. In einer Pressemitteilung vom 17. April 2026 erklärt der Verband, die Prämie sei eine Zahlung, die von den Unternehmen selbst finanziert werden müsse.

Robert Mangold, Präsident des DEHOGA Hessen, wird darin wie folgt zitiert: „Es wirkt für die Beschäftigten, als ob der Unternehmer diese Prämie von der Steuer absetzen könne oder vom Staat zurückerhält. Dem ist nicht so, die Bundesregierung verteilt Geschenke, die die Unternehmen finanzieren sollen.“

Weiter heißt es in der Mitteilung, das Gastgewerbe befinde sich seit mehreren Jahren in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und verfüge über geringe finanzielle Spielräume. Die vielen Insolvenzen im Gastgewerbe werden dabei als Ausdruck dieser Situation beschrieben.

Verband nennt steuerfreie Lohnbestandteile als Alternative

Der DEHOGA Hessen erklärt in seiner Mitteilung, zur Entlastung der Beschäftigten und der Unternehmen sollte es ermöglicht werden, bis zu 3.000 Euro aus dem bestehenden Lohn steuer- und abgabenfrei zu stellen.

Dies würde nach Angaben des Verbandes sowohl die Beschäftigten entlasten als auch die Unternehmen nicht zusätzlich belasten. Zudem würden dadurch keine zusätzlichen Erwartungen bei den Mitarbeitern entstehen, heißt es weiter.

 

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