Corona-Krise: Hotels und Restaurants weiter ohne Öffnungsperspektive

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Nach einer Schalte der Bundeskanzlerin mit den Ländern steht fest, dass Gastgewerbe und Tourismus weiter auf einen Öffnungsfahrplan warten müssen. Hotellerie und Gastronomie stehen erst bei der übernächsten Beratung der Politk, in der zweiten Mai-Hälfte, auf der Agenda. Großveranstaltungen bleiben, wie bereits zuvor beschlossen, bis 31. August bundesweit untersagt.

Söder: Alkoholkonsum macht Corona-Lockerungen für Gastronomie schwer

Sorgen vor unvorsichtigen alkoholisierten Gästen machen nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder Corona-Lockerungen in der Gastronomie besonders schwer. Auch wenn nächste Woche über Perspektiven für Gastronomie und Handel gesprochen werde und die Beteiligten «kluge, tolle Konzepte» vorgelegt hätten, bleibe der Bereich «die größte Herausforderung», sagte der bayerische Ministerpräsident in Berlin.

Söder betonte: In der Gastronomie mache ein Mundschutz der Gäste wenig Sinn und das Distanzgebot, was zur Verhinderung weiterer Ansteckungen zentral sei, «bleibt angesichts von Alkohol nun, sagen wir, zumindest schwerer konsequent umsetzbar. Es ist aber die Realität des Lebens». Die Lockerungskonzepte der einzelnen Bereiche «müssen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern auch in Realität».

Der DEHOGA Bundesverband brachte in einer Mail an seine Mitglieder sein Unverständnis über das Argument der Bundeskanzlerin Merkel zum Ausdruck, die in der an die Beratungen anschließenden Pressekonferenz sagte, Restaurants seien deshalb so problematisch, weil an einem Tisch nicht kontrolliert werden könne, ob da eine Familie sitze oder ob da Menschen sitzen, die sich aus verschiedenen Hausständen begegneten. Das ist aus unserer Sicht des DEHOGA falsch. Genauso gut wie auf Spaziergängen oder im Einzelhandel lasse sich auch im Restaurant die Zusammensetzung kleiner Gruppen kontrollieren, so der Verband.

Um die Corona-Krise zu überstehen, bleibt die Bildung eines Rettungsfonds mit direkten Finanzhilfen für alle Betriebe des Gastgewerbes die wichtigste Forderung der Branche. „Die Lage in Hotellerie und Gastronomie ist katastrophal“, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband). „Die Branche liegt am Boden. Eine Pleitewelle nie gekannten Ausmaßes droht. Verzweiflung bei Unternehmern wie Mitarbeitern macht sich breit. Hunderttausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.“ Die bisherigen Liquiditätshilfen und Kredite von Bund und Ländern reichten nicht aus. „Die Betriebe brauchen jetzt schnell und ausreichend Geld, um am Leben zu bleiben sowie dringend eine Öffnungsperspektive.“

„Wir sind enttäuscht, dass die Perspektiven für den Neustart des Deutschlandtourismus erst auf die übernächste Telefonkonferenz verschoben wurden, für die es noch nicht einmal einen Termin gibt. Eine Abstimmung zwischen Bund und Ländern hätte schon längst erfolgen müssen. Für die gesamte Tourismusbranche mit ihren 3 Millionen Beschäftigten besteht damit weiter enorme Unsicherheit“, kommentierte Norbert Kunz, der Geschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und forderte eine TaskForce auf Bundesebene in Zusammenarbeit mit den Ländern und den Spitzenverbänden des Tourismus zur Erarbeitung von Konzepten und Standards gebildet wird.  
 

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Merkel: Reisen innerhalb Europas derzeit nicht auf der Agenda

Kanzlerin Angela Merkel hat in der Corona-Krise mit Blick auf den Sommerurlaub Erwartungen an Reisen in Europa vorerst gedämpft. Dies sei derzeit nicht auf der Agenda, sagte Merkel.

Die Bundesregierung hatte bereits die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Damit sind über Pfingsten noch keine Urlaubsreisen ins Ausland möglich. Über die Hauptferienzeit im Sommer ist aber noch nichts gesagt - die Schulferien beginnen erst ab dem 22. Juni.

Merkel machte deutlich, Deutschland sei beim Kampf gegen das Virus im internationalen Vergleich auf einem «komfortablen» Niveau und bereite bereits die Öffnung von Schulen vor. In anderen europäischen Ländern dagegen gebe es noch einen Lock-Down. Die Frage europäischer Reisebedingungen stehe deswegen nicht auf der Tagesordnung.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte am Mittwoch die Hoffnung geäußert, dass bis Mitte Juni die Grenzen zumindest zu einigen europäische Länder wieder geöffnet werden könnten. «Das kann aber niemand versprechen», betonte er. Die ohnehin schon hart von der Corona-Krise getroffene Tourismusbranche erklärte, sie gebe den Sommer noch nicht verloren. Sie gehört zu den Branchen, die von den Beschränkungen im Kampf gegen das Virus am schwersten belastet sind.

Söder und Merkel witzeln über Urlaubsziele in Deutschland

Urlaubsreisen sollten nach Ansicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) - wenn überhaupt - am besten nach Nord- oder Süddeutschland gehen. Sollten trotz des Infektionsgeschehens im Sommer tatsächlich wieder Urlaubsreisen innerhalb Deutschlands möglich seien, empfehle er bei Reisen in Richtung Süden einen Urlaub in Bayern, sagte CSU-Chef Söder. Daraufhin witzelte Merkel, deren Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern liegt, dass man auch im Norden viel Spaß haben könne. Söder fasste es kurzerhand so zusammen: «Süden und Norden - der Westen ist da nicht dabei.» Vielleicht eine kleine Spitze gegen Nordrhein-Westfalens Regierungschef Armin Laschet (CDU), der nicht an der Pressekonferenz nach der Schalte von Bund und Ländern zur Corona-Krise teilnahm.

Günther: Lockerungen bei Hotels und Gaststätten in zweiter Mai-Hälfte

In Schleswig-Holstein soll es dagegen in der zweiten Mai-Hälfte noch vor Pfingsten erste Lockerungen für Hotels und Gaststätten in der Corona-Krise geben. Entschieden sei noch nichts, aber es solle am 6. Mai bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz «ein konkreter Perspektivplan» beschlossen werden, sagte Ministerpräsident Daniel Günther nach einer Schalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU).

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Kontaktbeschränkungen werden vorerst verlängert

Die in Deutschland wegen der Corona-Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Leben bleiben vorerst weitgehend bestehen. In einem der Deutschen Presse-Agentur dazu vorliegenden Beschlusspapier heißt es, die gemeinsamen Beschlüsse sowie die Entscheidungen des Corona-Kabinetts «bleiben gültig», soweit nicht abweichende Festlegungen getroffen worden seien.

Ein konkretes Datum nannte Merkel am Donnerstag nicht. Kanzleramtschef Helge Braun hatte einen Zeittraum bis mindestens zum 10. Mai genannt. Merkel sagte dazu, er habe deutlich machen wollen, dass die Beschränkungen fortgeschrieben werden müssten.

Zu den geltenden Kontaktbeschränkungen gehört, dass im Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus Bürger in der Öffentlichkeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Sie sollen sich dort nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes aufhalten.


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