Dehoga Mecklenburg-Vorpommern sieht dunkle Wolken am Tourismushimmel

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Anlässlich der Pressekonferenz zur Saisonbilanz zieht der Dehoga Mecklenburg-Vorpommern ein verhaltenes Fazit. „Betrachtet man allein das erste Halbjahr haben gastgewerbliche Unternehmen bei uns im Land ein Minus von 11 Prozent im Vergleich zu 2019 eingefahren. Selbst auf den Juli abgestellt, waren die Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli 2021 bei mehr als der Hälfte der Unternehmen deutlich rückläufig. Die Lage ist extrem herausfordernd, da die Branche zeitgleich mit explodierenden Kosten in den Bereichen Energie, Lebensmittel und Personal konfrontiert ist,“ umreißt Lars Schwarz, Präsident des Dehoga MV, die aktuelle Lage im Gastgewerbe Mecklenburg-Vorpommerns.

„Es sind nicht nur die Rückläufe aus unserer letzten Branchenumfrage oder unseren statistischen Erhebungen, jeder konnte sehen und spüren, dass Mecklenburg-Vorpommern in diesem Sommer nicht so frequentiert war, wie die Jahre zuvor. Da hilft letztlich auch kein Schöngerede, es waren deutlich weniger Gäste im Land als üblich. Diesen Nachfragerückgang haben unsere Betriebe in allen Ecken des Landes gespürt. Mehr als 70 Prozent der Unternehmen verzeichnen aktuell lediglich eine befriedigende bis schlechte Nachfrage. Diese Aussage in einem Sommermonat spricht Bände und muss ein Alarmsignal im selbsternannten Tourismusland Nr. 1 sein“, sagt Lars Schwarz.

Schwarz weiter: „Die Dramatik steckt dabei nicht allein im Umsatz- oder Nachfragerückgang. Die sich immer schneller drehende Preisspirale bei den Energiekosten, die Sorge um die Versorgungssicherheit mit Energie im Winterhalbjahr und die leidige Diskussion um mögliche Corona-Maßnahmen lassen die Rezessionsangst umgehen. Aufgrund der Folgen des anhaltenden Ukraine-Krieges herrschen im MV Tourismus zunehmend Angst und Unsicherheit, die Stimmung im Gastgewerbe trübt sich deutlich ein.“

Der Verbandspräsident ist überzeugt: „Jetzt zahlen wir auch den Preis für die Coronapolitik des Landes. Wir haben Gäste des Landes verwiesen. Wir hatten über weite Teile die strengsten Corona-Schutzmaßnahmen – 3G-Plus, ein späterer Saisonstart, Maskenpflicht, Hotspot-Regelung im gesamten Land – all das hat uns in diesem Jahr spürbar und nachweislich Gäste gekostet, Gäste, die wir jetzt dringend bräuchten. Jetzt wieder über die gleichen falschen Maßnahmen für den nächsten Winter zu debattieren, manifestiert diese Abwärtsentwicklung lediglich weiter. Nie ist der Beweis erbracht worden, dass die Maßnahmen wirken und dass das Gastgewerbe Pandemietreiber war. Statt weiterhin eben jene Beschränkungen zu präferieren, sollte vielmehr auf die durch die Branche selbst entwickelten, bewährten und erprobten Schutzkonzepte bzw. Hygienestandards gesetzt werden und die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger im Fokus der Corona-Politik stehen.“

„Hinzu kommen die aktuellen Entwicklungen. Energie und Gas-Krise, massive Inflation und Teuerungen gerade bei Lebensmitteln und Dienstleistungen, die Lohnkostensteigerungen spüren unsere Unternehmen, aber in weiten Teilen auch alle Bürgerinnen und Bürger. Die daraus erwachsende Unsicherheit ist Gift für Urlaubsgefühle. Eine Buchungs- und Konsumzurückhaltung spüren momentan Gastronomie, Kunst, Kultur und touristischer Einzelhandel deutlich. Auch die Vorbuchungsstände in der Beherbergung lassen nichts Gutes erahnen. Planbarkeit und Verlässlichkeit sind nicht mehr gegeben,“ so Schwarz.

„Diese fehlende Planbarkeit trifft auf eine chaotisch agierende Bundespolitik. Allein das Beispiel der Gasumlage ist nicht dazu angetan, Vertrauen in die politischen Entscheidungen entstehen zu lassen. Statt weiterer Feldexperimente fordern wir, dass der Fokus ganz klar auf eine sichere und bezahlbare Energieversorgung gelegt wird. Dazu muss es endlich eine vertrauensstiftende, transparente und verlässliche Krisenkommunikation geben. Die Verhältnismäßigkeit der Sanktionen und Maßnahmen muss gewahrt sein. Es kann und darf nicht sein, dass unsere Betriebe und Mitarbeiter, dass die Bürgerinnen und Bürger härter getroffen werden als die russischen Aggressoren selbst. Die Zukunft unserer Betriebe und der Arbeitsplätze darf nicht gefährdet werden. Unternehmerinnen und Unternehmer denken in Generationen, das verlangen wir auch von der Politik“, so Lars Schwarz abschließend.


 

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