DEHOGA zu Corona-Beschlüssen: „Wir brauchen Klarheit und Planungssicherheit.“

| Politik Politik

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) hat mit tiefer Enttäuschung und Verständnislosigkeit auf die Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz vom 10. Februar reagiert.

„Dass Hotels und Restaurants in dem vorliegenden Beschluss mit keinem Wort erwähnt werden, löst in der Branche Frust und Verzweiflung aus“, sagt Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes. „Wir haben nicht mit einem konkreten Öffnungsdatum gerechnet, aber definitiv mit einer Aussage, wann, wie und unter welchen Voraussetzungen Hotels und Restaurants wieder Gäste empfangen dürfen.“ Die Branche besitze höchste Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen sowie die Attraktivität der Innenstädte und der Regionen. Seit 2. November befindet sich das Gastgewerbe erneut im Lockdown. „Ende Februar werden unsere Betriebe inklusive der Zwangspause im Frühjahr 2020 insgesamt sechs Monate geschlossen sein“, macht Zöllick deutlich. „Unsere Betriebe sind wieder diejenigen, die als erste geschlossen wurden und offensichtlich als letzte wieder öffnen dürfen. Das ist unseren Betrieben nicht vermittelbar. In erheblichen Umfang haben sie in Schutz- und Hygienekonzepte investiert.“

Nach dem Corona-Jahr seien die Konten leer, die Rücklagen aufgebraucht, die Betriebe stünden mit dem Rücken zur Wand. „Drei Viertel der gastgewerblichen Unternehmen bangen laut einer DEHOGA-Umfrage von Anfang Januar um ihre Existenz“, berichtet Zöllick. „Lage und Stimmung sind katastrophal“. Die zugesagten Novemberhilfen seien bei vielen Betrieben, rund 30 bis 40 Prozent, immer noch nicht vollständig zur Auszahlung gekommen. Größere Unternehmen könnten noch nicht einmal einen Antrag stellen. „In dieser Situation den Gastgebern kein Konzept für eine Perspektive zu vermitteln, verkennt die existenziellen Nöte sowie die Verzweiflung bei Unternehmern und Beschäftigten“, so Zöllick. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die bei der Bund-Länder-Konferenz am 19. Januar versprochene Öffnungsstrategie nicht vorgelegt wurde.

Im Gegensatz dazu habe der DEHOGA detaillierte Leitlinien für ein verantwortungsvolles Wiederhochfahren des Gastgewerbes ausgearbeitet. Die Landesverbände hätten Stufenpläne entwickelt. „Spätestens zum nächsten Bund-Länder-Treffen am 3. März erwarten wir eine klare Öffnungsperspektive mit klaren Eckwerten zum Re-Start des Gastgewerbes“, sagt Zöllick.

„Zusammen mit unseren Gästen hoffen wir, dass wir spätestens eine Woche vor Ostern wieder aufmachen können, damit nicht ein zweites Mal das Ostergeschäft ausfällt.“ Dabei sei klar, dass die Gesundheit der Gäste, Mitarbeiter und Unternehmer höchste Priorität habe. Zöllick: „Wir sind die Branche der Gastfreundschaft.“ Die Branche habe bewiesen, dass sie strenge Schutz- und Hygienekonzepte umsetzen kann. Das Gastgewerbe sei nachweislich kein Pandemietreiber. „Hotels und Restaurants werden auch zukünftig alle notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie konsequent mittragen“, sagt Zöllick.

„Wir erwarten jedoch, dass diese gut begründet, nachvollziehbar und verhältnismäßig im Rechtssinne sind.“ Dafür sei es elementar wichtig, dass seitens der Politik alle Maßnahmen intensiviert werden, um die Infektionslage zu verbessern. So erwartet der DEHOGA deutlich mehr Tempo bei der erfolgreichen Umsetzung der Impfstrategie. Auch die Beschäftigten in Gastronomie und Hotellerie seien in den Impf-Zeitplan aufzunehmen. Zudem sei das Angebot von Corona-Tests, im besten Fall kostenfrei, flächendeckend auszubauen, die könnten zum Beispiel bei Veranstaltungen, Kongressen oder auf Reisen die Sicherheit noch einmal erhöhen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Berlin will über den Bundesrat eine bundesweite Pflicht für digitale Zahlungsmittel durchsetzen. Auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist eine entsprechende Regelung vorgesehen.

Ein Bündnis mehrerer Branchenverbände spricht sich gegen die geplante Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnung auf die Gastronomie aus. Die Organisationen sehen laut Mitteilung zusätzliche Belastungen und fordern ein Aussetzen des Gesetzesvorhabens.

Das Bundeskabinett hat eine Verordnung beschlossen, die Ausnahmen vom Lärmschutz für Public Viewing während der Fußball-WM 2026 ermöglicht. Städte und Gemeinden sollen dadurch flexibler über Veranstaltungen in den Nachtstunden entscheiden können.

Eine Expertenkommission empfiehlt zur Sanierung der Krankenkassen Steuererhöhungen auf Tabak, Alkohol und Zucker. Während die Berater auf Prävention und Milliardenentlastungen setzen, warnen Verbraucherschützer vor neuen sozialen Barrieren im Gesundheitssystem.

Jugendliche ab 14 Jahren dürfen in Begleitung etwa der Eltern in der Öffentlichkeit Bier, Wein oder Sekt trinken. Die Jugendministerin will das «begleitete Trinken» beenden.

Der Rat der Europäischen Union hat die Reform der Pauschalreiserichtlinie verabschiedet, um für mehr Klarheit bei Reisearten und außergewöhnlichen Umständen zu sorgen. Kritiker bemängeln jedoch die Beibehaltung der 14-tägigen Rückerstattungsfrist und fehlende Instrumente für globale Krisenszenarien.

Berlin führt eine Ausbildungsplatzumlage für Unternehmen ein. Wirtschaftsverbände kritisieren die Abgabe und sprechen von zusätzlichen Belastungen für Betriebe.

Mit gezielten Hilfen für den Tourismussektor hat die Regierung der EU-Inselrepublik Zypern ein Maßnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts geschnürt.

Die Gewerkschaft NGG und der DEHOGA Niedersachsen haben sich auf einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt, der Lohnsteigerungen in zwei Stufen vorsieht. Auch die Vergütungen für Auszubildende werden bis 2028 schrittweise angehoben.

In der Schweiz wird im Juni 2026 über eine Begrenzung der Bevölkerungszahl abgestimmt. Ein Zusammenschluss der Tourismuswirtschaft stellt sich dagegen und sieht laut Mitteilung mögliche Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, internationale Abkommen und den Tourismussektor.