Gastgewerbe in Bayern fordert inzidenzunabhängige Öffnungen

| Politik Politik

„Es spendet Mut, dass in Bayern Schritt für Schritt Öffnungen ermöglicht werden, voller Spannung erwarten wir die Öffnung erster Hotelbetriebe am kommenden Freitag“, sagt Angela Inselkammer, Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes DEHOGA Bayern.

Mit Blick auf die ab einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 greifenden „Bundesnotbremse“ fügt Inselkammer jedoch hinzu: „Zugleich denken wir aber an die große Mehrheit aller Betriebe, die nach wie vor geschlossen bleiben müssen – und das vollkommen unbegründet. Wir fordern die sofortige Öffnung aller gastgewerblichen Betriebe für alle Geimpften, Genesenen und negativ Getesteten unabhängig von Inzidenzwerten. Wir müssen schnellstmöglich wieder den Weg zu mehr Normalität ohne Tests wie in der Phase nach dem ersten Lockdown wagen. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass unsere Betriebe sicher sind. Dies haben auch zahlreiche Experten immer wieder bestätigt. Wir wollen keine Öffnungen um jeden Preis, wir sind überzeugt, dass diese Öffnungen verantwortbar sind, ja sogar helfen können, die Pandemie durch das Schaffen sicherer Orte bekämpfen zu können.“ 

Zugleich sei es auch wirtschaftlich sinnvoll. Einer aktuellen Umfrage des DEHOGA Bayern zu Folge sehen drei Viertel aller Betriebe unter den bislang bekannten Auflagen keine Perspektive, wirtschaftlich rentabel agieren zu können. Für 94,4 Prozent der Betriebe ist die Öffnung der Innengastronomie „wichtig“ bis „essenziell überlebensnotwendig“. Als größtes Hemmnis den Betrieb wieder zu eröffnen, sehen 77,8 Prozent aller Betriebe die drohende Schließung des Betriebes bei Erreichen der 100er-Inzidenz. 

Positiv wird das Programm „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“ bewertet, das Investitionen in einen nachhaltigen, barrierefreien und ökologischen Tourismus fördern soll. „Auch in Zeiten einer existenzbedrohenden Wirtschaftskrise ist es sehr wichtig, parallel zu den Entschädigungszahlungen und Wirtschaftshilfen, Impulse für die Zukunft zu geben“, so Inselkammer.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Idee einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke stößt in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge auf große Zustimmung. 60 Prozent der Befragten bewerten eine Steuer positiv, deren Höhe mit dem Zuckergehalt des Getränks steigt.

Während 60,4 Millionen Übernachtungen über Portale den Wohnraum unter Druck setzen, warnt Hotelier Marco Nussbaum vor der Lobby-Macht der Plattformen. Der Hotelverband IHA liefert mit einem neuen Leitfaden die Werkzeuge für Kommunen, um für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

Die Ära der kleinen Kosmetikfläschchen in Hotelzimmern geht zu Ende. Ab 2030 untersagt eine neue EU-Verordnung Einwegverpackungen für Hygieneartikel im Beherbergungssektor. Während Hotels auf nachfüllbare Spendersysteme umstellen, bleibt der Verkauf von Reisegrößen im Einzelhandel vorerst erlaubt.

Die erste Tarifrunde für die Beschäftigten im niedersächsischen Gastgewerbe endete in Hannover ohne Abschluss. Während der Dehoga eine zweistufige Erhöhung um insgesamt 5 Prozent anbot, lehnte die Gewerkschaft NGG die Vorschläge ab. Die Verhandlungen werden im März fortgesetzt.

Die stellvertretende NGG-Vorsitzende Claudia Tiedge kritisiert Forderungen nach einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tags und warnt vor negativen Folgen für die Gleichstellung von Frauen.

Das Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt sieht die seit Jahresbeginn geltende Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen zwar als spürbare Entlastung, schätzt die aktuelle Lage aber dennoch weiter als angespannt an.

Der DEHOGA setzt sich mit einer Kampagne für die Ablösung der täglichen Höchstarbeitszeit ein. Durch eine Umstellung auf die Wochenarbeitszeit sollen Betriebe sowie deren Beschäftigte von mehr Flexibilität profitieren. Die Bundesregierung braucht der Verband allerdings nicht mehr zu überzeugen. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit ist längst in Planung.

Der CDU-Parteitag hat eine Steuer auf gezuckerte Getränke abgelehnt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will aber noch nicht aufgeben und hat jetzt andere Pläne.

Mehrkosten fürs Mitnehmen? Potsdam will dem Beispiel Tübingen folgen und eine Verpackungssteuer einführen. Die Wirtschaft befürchtet, dass es am Ende der Kunde zu spüren bekommt.

Der Hotelverband Deutschland (IHA) knüpft die Unterstützung für den Digitalen Euro an klare Bedingungen. Für den Erfolg in Hotellerie und Gastronomie fordert der Verband Gebührenfreiheit bei Kleinbeträgen und feste Transaktionsgebühren statt prozentualer Kosten.