Gastgewerbe in MV schlägt Alarm - «überlebenswichtige Saison»

| Politik Politik

Das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern schlägt angesichts steigender Preise und drohender Energieknappheit Alarm. «Es ist für uns wirklich eine überlebenswichtige Saison», sagte Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Mecklenburg-Vorpommern, der Deutschen Presse-Agentur. «Noch nie war es so wichtig, dass die Saison jetzt funktioniert.»

Insgesamt halte er eine Rezession für deutlich wahrscheinlicher als ihr Ausbleiben. Hier spielten neben den Energiepreisen und einem möglichen Energiemangel die Folgen der Corona-Pandemie, Personalknappheit aber auch die Inflation eine Rolle. Das Gastgewerbe werde vermutlich wieder mit am härtesten betroffen sein.

«Wir wissen nicht mal, ob wir im Herbst und im Winter ausreichend Gas für unser Kerngeschäft haben.» Außerdem sei unklar, ob das Geschäft nach gestiegenen Energiepreisen überhaupt machbar sein werde. Höhere Energiepreise würden laut Schwarz auch die Nachfrage hemmen. «Was glauben Sie denn, wo die Bürger nachher als erstes sparen?»

Gleichzeitig sei die Branche selbst von der allgemeinen Teuerung betroffen. Man liege am Ende der Wertschöpfungskette. Ob Brauerei, Lebensmittelhandel, Logistik oder Dienstleistungen - «bei uns laufen alle Preiserhöhungen zusammen», sagte Schwarz. Die Betriebe müssten dann schauen, inwiefern sie diese Erhöhungen weitergeben können. Im Fall langfristig gebuchter Unterkünfte sei das zum Beispiel nicht möglich, da der Preis schon länger feststehe.

Der Branchenverband gehe davon aus, dass die Unterkünfte im Land im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt die Preise um mindestens zehn Prozent erhöht haben. Allerdings sei während der Corona-Pandemie auch viel investiert worden, was den Vergleich zu Zeiten vor der Krise erschwere. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Nahtloser Einstieg statt Hängepartie: Das sächsische Innenministerium hat einen Erlass verabschiedet, der den Berufseinstieg von ausländischen Azubis und Studierenden vereinfacht. Vom Verband gibt es dafür Lob.

Der Bayerische Landtag hat einen Gesetzesentwurf beschlossen, der Städten und Gemeinden in Bayern ab Januar 2026 die Einführung eigener Einweg-Verpackungssteuern untersagt. Das Verbot schränkt die kommunalen Handlungsmöglichkeiten in diesem Bereich ein.

In der EU bleibt die Zukunft von Namen wie «Tofu-Wurst», «Soja-Schnitzel» oder «Veggie-Burger» für vegetarische Produkte zunächst offen. Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments konnten sich nach intensiven Verhandlungen in Brüssel zunächst nicht auf neue Vorgaben einigen. Die Entscheidung wurde auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. 

Beim Kauf von Koteletts soll künftig auch ein amtliches Siegel über die Zustände in den Ställen informieren. Der Start verzögert sich weiter. Für eine Ausdehnung gibt es nun aber ein Datum. Das verpflichtende Logo soll auch für die Außer-Haus-Verpflegung in Restaurants und Gaststätten greifen. 

Sternekoch Alexander Herrmann tritt bei der Kommunalwahl 2026 als CSU-Kandidat für den Kreistag Kulmbach an. Der bekannte Gastronom steht auf dem 50. und damit letzten Listenplatz.

Schleswig-Holsteins schwarz-grüne Landesregierung will der geplanten steuerlichen Entlastung für Pendler, Gastronomen und Ehrenamtler kommende Woche im Bundesrat zustimmen. Die Gastronomie sei zentral für ihr Land als Tourismus-Standort, wirtschaftlich wie kulturell, so Ministerpräsident Daniel Günther.

Nachdem der Bundestag in der vergangenen Woche das Steueränderungsgesetz 2025 verabschiedet hat, liegt die Entscheidung über die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie nun beim Bundesrat. Die Länderkammer muss dem Gesetz am 19. Dezember 2026 zustimmen. Jetzt äußerten sich Ministerpräsidenten.

Die Obergrenze für Arbeitsmigration über die Westbalkanregelung ist für 2025 erreicht, was zu Ablehnungen offener Anträge führt und bei Wirtschaftsverbänden angesichts politischer Pläne zur Kontingentsreduzierung auf 25.000 auf Kritik stößt.

Die Regierungschefs der Bundesländer haben sich zusammen mit Bundeskanzler Friedrich Merz auf ein umfangreiches Reformpaket zur Modernisierung von Staat und Verwaltung geeinigt. Dieses könnte bei konsequenter Umsetzung auch für das Gastgewerbe spürbare Entlastungen bringen.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) erwägt ein Subunternehmerverbot für Essenslieferdienste wie Uber Eats, Wolt und Lieferando. Die Maßnahme soll nach einer rbb-Recherche, in der auf mögliche kriminelle Strukturen in der Branche hingewiesen wurde, effektiver gegen zahlreiche Verstöße gegen das Arbeitsrecht vorgehen.